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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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10. Februar 2016

Großes türkischsprachiges Angebot für Krebspatienten in Hamburg

Für Hamburger Krebspatienten mit türkischem Migrationshintergrund ist ab sofort eine Behandlung ohne Barrieren in einem neu geschaffenen ärztlichen Netzwerk möglich: Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) startet zusammen mit klinischen und niedergelassenen Fachspezialisten der Onkologie, Chirurgie, Urologie und Strahlentherapie ein interkulturelles Netzwerk zur Krebstherapie. Ziel ist eine umfassende medizinische Versorgung ohne sprachliche und kulturelle Distanzen.

„Gerade als onkologisches Spitzenzentrum in Norddeutschland ist uns eine medizinische Rundumversorgung unserer Patientinnen und Patienten auf Augenhöhe besonders wichtig. Hierfür ist eine Betreuung ohne sprachliche und kulturelle Barrieren unerlässlich – in der Prävention, bei der Behandlung vor Ort wie auch in der Nachsorge. Denn ein enger Austausch zwischen Patient und Arzt trägt wesentlich zur Gesundung der Patienten bei“, sagt Prof. Dr. Carsten Bokemeyer, Sprecher des Hubertus Wald Tumorzentrums – Universitäres Cancer Center Hamburg (UCCH) des UKE.

Laut Statistischem Landesamt haben ein Drittel der Hamburger einen Migrationshintergrund; die meisten von ihnen stammen aus der Türkei. Zuerst wird deshalb auf Initiative der chirurgischen Abteilung des UKE mit einem türkischsprachigen Angebot gestartet. Die behandelnden Ärzte sind türkischsprachig und können bei Bedarf auf die Ressourcen im Netzwerk zurückgreifen. Eine Erweiterung des interkulturellen Angebots ist angedacht, es werden derzeit Netzwerke für weitere Sprachen geplant.

Der am Netzwerk beteiligte niedergelassene Onkologe Dr. Eray Gökkurt aus der Eppendorfer Praxis hope (Hämatologisch-Onkologische Praxis Eppendorf) hat selbst türkische Wurzeln und weiß um die teilweise schwierige Annäherung im Arzt-Patienten-Gespräch. „Ich erlebe häufig türkischsprachige Patienten in unserer Praxis, die froh sind, einen Behandler vor sich zu haben, der nicht nur ihre Sprache spricht, sondern sich auch mit den Besonderheiten ihrer Kultur auskennt und sich mit ihnen auseinandergesetzt hat. Dies erleichtert Vieles in der weiteren Versorgung.“

Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von Dr. Mike Mösko, Arbeitsgruppe Psychosoziale Migrationsforschung am Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie des UKE, dessen Forschung sich unter anderem auf die Interkulturelle Öffnung im Gesundheitswesen konzentriert. „Wir gehen Fragen nach wie: In welchem Umfang nutzen Menschen mit Migrationshintergrund die Gesundheitsversorgung? Welche Barrieren erschweren und welche Ressourcen fördern die Behandlung? Was benötigen Krankenhäuser darüber hinaus, um den sprachlichen und kulturellen Bedürfnissen der Patienten gerecht zu werden?“

Die Kontaktmöglichkeiten der Ärzte des interkulturellen türkisch-deutschen Netzwerks für Krebstherapie sind online unter www.ucch.de abzurufen.

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
 
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