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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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03. Februar 2015

Trastuzumab Emtansin: Erste Wahl in der Second-Line-Therapie des HER2-positiven metastasierten Mammakarzinoms

Interview mit Dr. Manfred Welslau, Praxis für Onkologie am Klinikum Aschaffenburg.
Mit dem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Trastuzumab Emtansin (T-DM1, Kadcyla®) steht seit einem Jahr ein innovatives Therapieprinzip für das HER2-positive metastasierte Mammakarzinom zur Verfügung, das den betroffenen Frauen die Aussicht auf ein signifikant verlängertes Überleben bietet. Nach Einschätzung von Dr. Manfred Welslau, dem deutschen Leiter der klinischen Prüfung der Zulassungsstudie EMILIA, ist Trastuzumab Emtansin inzwischen der Standard in der Second-Line-Therapie.

Dr. Manfred Welslau,
Aschaffenburg

JOURNAL ONKOLOGIE: Herr Dr. Welslau, welchen Stellenwert hat Trastuzumab Emtansin inzwischen in der klinischen Praxis?

Welslau: Trastuzumab Emtansin ist inzwischen das Regime der Wahl in der Second-Line-Therapie beim HER2-positiven metastasierten Mammakarzinom. Es bietet Patientinnen in dieser Therapiesituation einen maximalen Überlebensvorteil. Sowohl die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) (1) als auch die American Society of Clinical Oncology (ASCO) (2) sprechen sich wegen des überzeugenden Nutzens für die Patientin mit hoher Empfehlung für den Einsatz von Trastuzumab Emtansin aus und haben das in ihren Leitlinien festgeschrieben. So bewertet die AGO das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat als bislang einzige Therapie mit dem höchsten Empfehlungsgrad (Doppelplus). Zugelassen ist Trastuzumab Emtansin in der Zweitlinientherapie für Patientinnen, die bereits mit Trastuzumab (Herceptin®) und einem Taxan, einzeln oder in Kombination, behandelt wurden. Trastuzumab Emtansin hat aber nicht nur für die erkrankten Frauen einen erheblichen Fortschritt gebracht. Als erstes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat im Bereich der soliden Tumoren ist es auch ein Meilenstein in der Entwicklung dieses Wirkprinzips.

JOURNAL ONKOLOGIE: Welche Patientinnen behandeln Sie mit Trastuzumab Emtansin?

Welslau: Wenn es unter Trastuzumab plus Taxan zu einem Progress kommt, ist Trastuzumab Emtansin als Second-Line-Therapie indiziert. Auch wenn Patientinnen in der First-Line mit der Kombination Pertuzumab/Trastuzumab plus Docetaxel behandelt werden, ist Trastuzumab Emtansin die Therapie der Wahl für die Second-Line.

In dieser Therapiesituation gibt es keine wirksameren und auch unter dem Aspekt der Verträglichkeit besser einzusetzenden Alternativen. Letztendlich möchten wir immer die effektivste Therapie nach vorne holen, um einen maximalen Wirksamkeitsbenefit für die Patientin zu erreichen, denn von Linie zu Linie verlieren wir Patientinnen, die dann nicht mehr von Trastuzumab Emtansin profitieren können.

JOURNAL ONKOLOGIE: Wie behandeln Sie Patientinnen, wenn es unter Trastuzumab Emtansin in der Second-Line zu einem Progress kommt?

Welslau: Auch für Trastuzumab Emtansin gilt, dass wir immer bis zum Progress behandeln. Anschließend stehen uns alle bisherigen Therapieoptionen weiter zur Verfügung, sie verschieben sich jeweils um eine Linie nach hinten.

JOURNAL ONKOLOGIE: Wie profitieren die Patientinnen von der Behandlung mit Trastuzumab Emtansin?

Welslau: Die internationale Zulassungsstudie EMILIA lieferte den Beleg für die hohe Wirksamkeit von Trastuzumab Emtansin bei vorbehandelten Patientinnen (3). Sie verglich bei knapp 1.000 Frauen Trastuzumab Emtansin mit der Kombination Capecitabin plus Lapatinib, wobei die Frauen jeweils bis zum Fortschreiten der Erkrankung behandelt wurden. Die Studie zeigte einen statistisch hochsignifikanten Überlebensvorteil von 5,8 Monaten für Patientinnen, die Trastuzumab Emtansin erhielten (30,9 vs. 25,1 Monate; p<0,001) (Abb. 1). Auch das progressionsfreie Überleben und die objektive Ansprechrate wurden günstig beeinflusst (9,6 vs. 6,4 Monate; p<0,001 und 43,6% vs. 30,8%; p<0,001). Darüber hinaus profitierten die Patientinnen von der sehr guten Verträglichkeit: Schwere unerwünschte Ereignisse traten deutlich seltener auf. Was für uns immer wichtiger wird, ist die Lebensqualität der Frauen. Auch hier zeigte der Blick auf die "patient reported outcomes" einen Vorteil für Trastuzumab Emtansin, beispielsweise hinsichtlich der Zeit bis zur Zunahme der Symptome.

Abb.1: Gesamtüberleben bei Patientinnen mit Trastuzumab Emtansin (T-DM1) und Capecitabin+Lapatinib im Vergleich (3).

JOURNAL ONKOLOGIE: Wie sind Ihre persönlichen Erfahrungen zum Einsatz von Trastuzumab Emtansin im Praxisalltag?

Welslau: Die Erfahrungen, die ich in der Praxis mit Trastuzumab Emtansin mache, decken sich mit den positiven Ergebnissen in den Studien. Auch die Verträglichkeit ist vergleichbar gut. Davon profitieren die Patientinnen ganz besonders. Trastuzumab Emtansin sollte deswegen keiner Patientin vorenthalten und frühzeitig - bereits in der Second-Line - eingesetzt werden.

Vielen Dank für das Gespräch!

(1) www.ago-online.de
(2) Giordano SH et al. J Clin Oncol 2014; 32: 2078-2099
(3) Verma S et al. N Engl J Med. 2013; 367:1783-1791.



 
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