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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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04. Dezember 2017

Topische Therapie der oralen chronischen Graft-versus-Host-Krankheit

Eine orale chronische Graft-versus-Host-Krankheit (cGvHD), die sich vor allem im Bereich der Mukosa manifestiert, beeinträchtigt die Lebensqualität der betroffenen Patienten erheblich. Topische Steroide sind die Therapie der Wahl. Noch ist allerdings kein Steroid für diese Indikation zugelassen. Im Fokus des Interesses steht eine 0,03%ige Budesonid-Mundspüllösung mit einer „robusten Evidenz“ hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit, so Prof. Sharon Elad, Rochester/USA, mit Verweis auf die Ergebnisse kleinerer Studien. Mit Spannung erwartet werden deshalb nun die Daten einer zulassungsorientierten Phase-III-Studie, die vor kurzem abgeschlossen wurde.
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Etwa die Hälfte der Patienten entwickelt nach allogener Knochenmark- oder Blutstammzelltransplantation eine chronische Graft-versus-Host-Krankheit. Sie manifestiert sich häufig oral, mit weitreichenden Folgen für die Patienten, denn die orale cGvHD mit lichenoiden Veränderungen, Erythemen und Ulzerationen kann sehr schmerzhaft sein. Zudem kann sie die Nahrungszufuhr erschweren, das Sprechen behindern und damit die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. „Eine wirksame Therapie der oralen Manifestation der cGvHD ist deshalb essentiell“, so Elad. Therapie der Wahl sind – obwohl noch nicht zugelassen – topische Steroide, wenn sich die cGvHD auf die Mundhöhle beschränkt, oder wenn die orale cGvHD auf eine systemische Therapie nicht adäquat anspricht.

Zulassungsrelevante Daten für Budesonid 0,03% Lösung erwartet

Eine besonders günstige Datenlage liegt laut Elad für das topische Steroid Budesonid vor, das in mehreren kleineren Untersuchungen seine Wirksamkeit zeigt (1-5). Dabei zeichnet es sich durch eine starke antiinflammatorische Wirkung und, aufgrund seiner niedrigen Bioverfügbarkeit, durch eine hohe Verträglichkeit aus. „Budesonid 0,03% ist wirksam und sicher“, so Elad: „Es besteht eine robuste Evidenz.“ Nun werden die Daten einer zulassungsrelevanten doppelblinden, randomisierten, multizentrischen und plazebokontrollierten Phase-III-Studie erwartet. Sie untersuchte bei knapp 200 Patienten den Einsatz von Budesonid 0,03% Lösung bei oraler cGvHD. Keine Studien für diese Indikation stehen dagegen für Prednisolon, Triamcinolon und Betamethason zur Verfügung. Auch nicht-steroidale Immunsuppressiva sind keine gute Alternative. Cyclosporin und Azathioprin werden wegen möglicher kanzerogener Effekte nicht eingesetzt. Tacrolimus 0,05% war Dexamethason 0,05% bei neu aufgetretener symptomatischer oraler cGvHD in einer offenen Phase-II-Studie unterlegen (7).

Damit die Therapie zum Erfolg wird, muss auch die Compliance des Patienten stimmen. In einer Vergleichsstudie wurde deshalb die Akzeptanz einer Lösung gegenüber dick- und dünnflüssigem Gel verglichen. In der Präferenz der Patienten lag die Lösung eindeutig vorn (6). Um den lokalen Effekt der Therapie zu erhöhen, kann es laut Elad allerdings sinnvoll sein, die Lösung mit einer Creme oder einem Gel für lokalisierte Läsionen zu kombinieren.

Lebensbedrohlich: GvHD des unteren GI-Trakts

Während die orale cGvHD den Patienten vor allem Beschwerden bereitet, kann die Manifestation einer gastrointestinalen GvHD im unteren GI-Trakt lebensbedrohlich werden. Sie ist laut Prof. Ernst Holler, Regensburg, der „größte Treiber der NRM (non-relapse mortality)“. Er betonte die Notwendigkeit einer frühen Diagnose und einer raschen adäquaten Therapie. Typische klinische Symptome sind wässrige und voluminöse Stühle mit Bauchkrämpfen, manchmal einhergehend mit Blutungen oder Ileus. Bei einer GvHD im oberen GI-Trakt kommt es zu Erbrechen und Anorexie. Bei Manifestationen im unteren Gastrointestinalbereich ist eine hochdosierte Kortikosteroidtherapie erforderlich. Eine milde GvHD des oberen Gastrointestinaltrakts kann dagegen auch mit oralem Budesonid behandelt werden, auch wenn diese Therapie nicht zugelassen ist, so Holler.
Quelle: Falk Foundation
Literatur:
(1) Elad S et al. OOOOE 2003; 95(3):308
(2) Sari I et al. Am J Hematol 2007; 82(5):349
(3) Park AR et al. Am J Health Syst Pharm 2013; 70(16):1383-91
(4) Elad S, Biol Blood Marrow Transplant 2012; 18(1):134-40
(5) Van Schandevyl G, Bauters T, J Oncol Pharm Pract 2016; 22(1):82-5
(6) Bellm LA et al. Oral Oncol 2001; 37(1):42-9
(7) Treister N, Biol Blood Marrow Transplant 2016; 22(11):2084-2091
 
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