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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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20. Januar 2015

Therapieverlauf gezielt steuern: Wie verändern sich Krebszellen?

Tumorzellen bestrahlen oder mit Medikamenten, die das Krebswachstum beeinflussen, behandeln - je nach Art des Lungenkrebses versprechen unterschiedliche Behandlungsmethoden den besten Erfolg. PD Dr. Arne Warth, Oberarzt und Leiter der Sektion Thoraxpathologie am Pathologischen Institut des Universitätsklinikums Heidelberg, widmet sich der Frage, wie sich die molekularen und genetischen Merkmale der Tumorzellen ohne und mit Krebsbehandlung verändern. Mit diesem Wissen könnten die Ärzte zukünftig den Therapieverlauf gezielt steuern, d.h. gegebenenfalls zu einer anderen Behandlungsform wechseln. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung unterstützt das Forschungsprojekt mit einem Exzellenzstipendium in Höhe von 300.000 Euro. Dieses ermöglicht klinisch und wissenschaftlich gleichermaßen profilierten Medizinern eine zweijährige, intensive Forschungsphase.

"Für junge Ärzte gibt es diverse Stipendienprogramme, um sich Freiraum für Forschung zu schaffen. Aber für erfahrene Oberärzte, die sich mit originellen und grundlegenden Forschungsarbeiten eine international sichtbare wissenschaftliche Expertise aufgebaut haben, gibt es in Deutschland nur wenig Möglichkeiten, diese Forschung neben der klinischen Verpflichtung erfolgreich fortzuführen", begründet Dr. Susanne Schultz-Hector, Vorstandsmitglied der Else Kröner-Fresenius-Stiftung, das Engagement der Stiftung.

Krebsarten charakterisieren, bessere Vorhersagen treffen und Behandlung dynamisch anpassen

"Nur wenn Mediziner genau wissen, wie sich die Krebszellen verhalten und verändern, wie sie auf die verschiedenen Therapieoptionen ansprechen, können sie die optimale Behandlung für den individuellen Patienten auswählen", erklärt Warth, der sich in seiner Forschungsarbeit auf häufig auftretende Tumoren der Lunge, die sogenannten Adenokarzinome, konzentriert. Lungenkrebs ist die häufigste tumorbedingte Todesursache, jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 50.000 Menschen an den Folgen der Krankheit. Einen großen Fortschritt in der Therapie hat die umfangreiche Charakterisierung durch den Pathologen ermöglicht: Dieser untersucht die Gewebeproben akribisch, denn die Krebsgeschwüre können sich hinsichtlich ihrer Biologie und ihres Wachstumsverhalten stark unterscheiden und sprechen sehr unterschiedlich auf die verschiedenen Therapieoptionen an. "Wie sich das tumorbiologische Verhalten im Zeitverlauf und insbesondere während einer Krebstherapie ändert, ist jedoch weitgehend unerforscht", sagt Arne Warth. "Wenn wir die unterschiedlichen Typen des Lungenkrebses präziser einordnen können, sind nicht nur bessere Vorhersagen über die Wahrscheinlichkeit von Metastasen und eines erneuten Auftretens des Tumors möglich, ein umfassendes Verständnis dieser Prozesse könnte auch zu neuen, dynamisch angepassten Therapiekonzepten führen", betont Warth.

Die Arbeitsgruppe von Warth arbeitet eng mit der Thoraxklinik des Universitätsklinikums Heidelberg zusammen und kooperiert mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum.

Neben PD Dr. Arne Warth wurden Prof. Dr. Jens Minnerup, Klinik für Allgemeine Neurologie am Universitätsklinikum Münster, und Dr. Dr. Johannes Schödel, Nephrologie und Hypertensiologie am Universitätsklinikum Erlangen, mit einem Exzellenzstipendium der Else Kröner-Fresenius-Stiftung ausgezeichnet.

Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg
 
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