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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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27. April 2015

Therapieoption beim Radiojod-refraktären differenzierten Schilddrüsenkarzinom

Seit Mai 2014 ist Sorafenib auch für die Therapie des differenzierten Radiojod-refraktären Schilddrüsenkarzinoms zugelassen und war damit der erste Tyrosinkinase-Inhibitor für diese Indikation. Die Erfahrungen aus der klinischen Praxis bestätigen die Wirksamkeit der Zulassungsstudie beim differenzierten Schilddrüsenkarzinom sowie das bekannte Nebenwirkungsspektrum des Tyrosinkinase-Inhibitors, das sich durch Dosisreduktionen oder -unterbrechungen gut kontrollieren lässt.

Für Patienten mit einem differenzierten Schilddrüsenkarzinom (DTC), die auf die Standardbehandlung mit radioaktivem Jod nicht mehr ansprechen, d.h. Radiojod (RAI)-refraktär sind, und Fernmetastasen entwickelt haben, gab es lange Zeit keine weitere wirksame Therapieoption - sie hatten mit einer geschätzten medianen Überlebenszeit von 2,5 bis 3,5 Jahren eine schlechte Prognose (1,2). Diese Therapielücke konnte mit Sorafenib (Nexavar®) geschlossen werden. Der Tyrosinkinase-Inhibitor erhielt im Mai 2014 die europäische Zulassung für die Behandlung von Patienten mit progressivem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem, differenziertem (papillärem/follikulärem/Hürthle-Zell-) Schilddrüsenkarzinom, welches gegenüber radioaktivem Jod refraktär ist, und war damit die erste Neuzulassung beim DTC seit 40 Jahren.

Die Erfahrung aus der klinischen Praxis zeigt, dass mit Sorafenib eine lange Behandlungsdauer des RAI-refraktären DTC von im Median rund einem Jahr möglich und auch klinisch gut durchführbar ist. Wichtig dabei sind eine engmaschige Betreuung des Patienten, bei der das Pflegepersonal einen hohen Stellenwert einnimmt, ein effektives Nebenwirkungsmanagement und eine aktive Motivation der Patienten, um deren Compliance zu unterstützen.

DECISION-Zulassungsstudie

Die Indikationserweiterung von Sorafenib basiert auf der internationalen, placebokontrollierten Phase-III-Studie DECISION, an der 417 Patienten mit RAI-refraktärem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem DTC teilnahmen (3). Die Patienten hatten innerhalb der vorausgegangenen 14 Monate eine progrediente Erkrankung und zuvor keine Chemotherapie, zielgerichtete Therapie oder Thalidomid erhalten. Sie wurden randomisiert im Verhältnis 1:1 verblindet mit 2x täglich 400 mg Sorafenib oder Placebo bis zum Progress oder einer nicht tolerablen Toxizität behandelt. Bei Progression konnten die Placebo-Patienten zu Sorafenib wechseln und die Sorafenib-Patienten offen mit Sorafenib weiterbehandelt werden.

Medianes PFS um 5 Monate verlängert

Im primären Endpunkt - progressionsfreies Überleben (PFS) gemäß unabhängiger zentraler Überprüfung - war Sorafenib dem Placebo signifikant überlegen: Das mediane PFS betrug in der Sorafenib-Gruppe 10,8 Monate und in der Placebo-Gruppe 5,8 Monate (HR: 0,587, 95%-KI: 0,454-0,758, p<0,0001). Das entspricht einem verminderten Risiko für Progression oder Tod um 41%. Der Vorteil beim PFS zeigte sich über alle untersuchten Subgruppen hinweg. So war Sorafenib wirksam bei Patienten mit oder ohne Symptomatik zu Studienbeginn, mit Tumoren mit einer Größe von ≥ 1,5 cm (ebenso wie < 1,5 cm) und mit Tumoren mit oder ohne BRAF- bzw. RAS-Mutationen. Insgesamt 73% der Sorafenib-Patienten zeigten eine Größenreduktion in den Zielläsionen im Vergleich zu 27% der Placebo-Patienten.

Trend zu längerem Gesamtüberleben

Zum Zeitpunkt der ersten Auswertung erhielten in der Placebo-Gruppe 150 Patienten (71%) wegen einer Progression unverblindet Sorafenib im Vergleich zu 55 Patienten (27%) aus der Sorafenib-Gruppe. Aufgrund des Cross-over-Designs konnte beim medianen Gesamtüberleben (OS) kein signifikanter Unterschied beobachtet werden, der Median des OS wurde in beiden Gruppen noch nicht erreicht. Ein Update der Auswertung neun Monate später ergab weiterhin ein nicht erreichtes medianes OS unter Sorafenib und ein OS von 36,5 Monaten unter Placebo (HR: 0,88; 95%-KI:0,63-1,24; p=0,24) (4). Wurde der Cross-over-Effekt mittels statistischer Analyseverfahren wie RPSFT (Rank Perserving Structural Failure Time)-Analyse herausgerechnet, ergab sich ein positiver Trend beim Gesamtüberleben zugunsten von Sorafenib (HR: 0,69; 95%-KI:0,49-0,99).

Literaturangaben:

(1) Durante C et al. J Clin Endocrinol Metabol 2006;91(8):2892-2899
(2) Robbins RJ et al. J Clin Endocrinol Metab 2006;91(2):498-505
(3) Brose M et al. Lancet 2014;384(9940):319-328
(4) Brose M et al. ASCO 2014 / J Clin Oncol 2013;32(Suppl):Abstract 6060

Quelle: Bayer Healthcare
 
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