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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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20. November 2013

Therapieeinheit für interdisziplinäre Myelombehandlung in Würzburg

Unter der Leitung von Prof. Hermann Einsele und Prof. Stefan Knop wird unter Beteiligung der Kliniken für Strahlentherapie, Nuklearmedizin, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und Orthopädie sowie der Institute für Immunologie und Pathologie der Julius-Maximilians-Universität eine neue Therapieeinheit zur besseren Behandlung von Patienten mit Multiplem Myelom an der Universitätsklinik Würzburg geschaffen. Geplant ist, in gemeinsamen Sprechstunden und Konferenzen der verschieden Fachabteilungen Behandlungspläne zu entwickeln und das Therapiekonzept anschließend direkt mit dem Patienten zu besprechen.

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Das Multiple Myelom ist eine bösartige Erkrankung der Plasmazellen und stellt eine Untergruppe des Lymphknotenkrebses dar. Die Erkrankung ist bei den meisten Patienten nicht heilbar und mit erheblichen Komplikationen (Knochenveränderungen und -brüche, Nierenfunktionsstörungen, Infektionen, Blutarmut, etc.) assoziiert. Da sehr unterschiedliche Organsysteme bei dieser Erkrankung betroffen sind, erfordert eine adäquate Diagnostik und Behandlung eines Patienten mit Multiplem Myelom die Einbindung verschiedener Disziplinen. Dies soll in der neuen Wilhelm-Sander Therapieeinheit am Universitätsklinikum Würzburg zukünftig realisiert werden.

Durch das bessere Zusammenspiel der Fachabteilungen erhoffen sich die Leiter der Therapieeinheit neben einer Verbesserung der Information, Diagnostik und Behandlung der Patienten, auch eine Stimulation von interdisziplinären Forschungsprojekten zum Multiplen Myelom. "So werden Untersuchungen der Erbsubstanz von Tumorzellen durchgeführt mit dem Ziel, spezifische Veränderungen der Myelomzellen zu identifizieren und sie therapeutisch zu nutzen. Außerdem erhoffen wir uns, Untergruppen des Multiplen Myeloms besser charakterisieren zu können, um dann "personalisiert" die Tumorerkrankung behandeln zu können", berichtet Prof. Dr. Hermann Einsele.

Neue Behandlungsverfahren, vor allem auch mit neuen im Rahmen der Förderung entwickelten Antikörpern, werden in der Therapie-Einheit angeboten werden. In der Interaktion mit der Klinik für Nuklearmedizin sollen Knochenveränderungen beim Multiplen Myelom ebenso wie extramedulläre Manifestationen besser erkannt und mit neuen Therapiekonzepten der Orthopädie und Strahlentherapie besser behandelt werden. Neue Verfahren der Bildgebung, so das PET-CT, werden für eine genauere Beurteilung des Ansprechens mit dem Ziel eingesetzt, bei möglichst vielen Patienten eine komplette Remission der Erkrankung zu erreichen.

Eine für viele Myelompatienten sehr belastende Komplikation sind Osteonekrosen (Knochenzerstörung) des Unterkiefers unter Bisphosphonat-Behandlung. In der Wilhelm Sander-Therapieeinheit werden gemeinsame Anstrengungen der Nuklearmedizin sowie der Orthopädie unternommen, um diese Komplikationen früher zu erkennen und effektiver zu behandeln.

Quelle: Wilhelm Sander-Stiftung
 
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