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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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20. Mai 2015

Therapie älterer AML-Patienten ab 65 Jahren: Praktische Erfahrungen mit Decitabin

Seit rund zweieinhalb Jahren steht erwachsenen Patienten ab 65 Jahren mit neu-diagnostizierter de novo oder sekundärer akuter myeloischer Leukämie (AML) gemäß WHO-Klassifikation, für die eine Standard-Induktionstherapie nicht in Frage kommt, mit Decitabin (Dacogen®) von Janssen eine epigenetische Therapieoption zur Verfügung (1). Mittlerweile ist es eine etablierte Substanz bei der Behandlung dieser Patientengruppe. Professor Dr. Karl-Anton Kreuzer, Köln, berichtet über seine praktischen Erfahrungen mit Decitabin.

Die AML ist eine hämatologische Neoplasie mit einer schlechten Prognose. Dies gilt in besonderem Maße für Patienten, die ein höheres Alter (≥ 65 Jahre), einen schlechten Allgemeinzustand und/oder drei oder mehr Chromosomenabberationen aufweisen (2). Welche Therapieoptionen älteren Patienten vor der Zulassung von epigenetischen Therapien zur Verfügung standen, erläutert Kreuzer: "Man hat in vielen Fällen nicht kausal behandelt, sondern eine rein supportive Therapie angewandt. Wenn die AML in eine proliferative Erkrankung umgeschlagen ist, hat man eine relativ grobe zytostatische Behandlung durchgeführt, die weniger zum Ziel hatte, unbedingt eine Remission zu erreichen, sondern eher dazu diente, erkrankungsbedingte Komplikationen zu verhindern."
 
Epigenetischer Wirkmechanismus
 
Decitabin wird in die hypermethylierte DNA eingebaut und verhindert dort eine weitere Methylierung der Erbsubstanz. So unterstützt es die Reaktivierung von wichtigen Tumorsuppressorgenen und kann das Verhältnis zwischen Zellproliferation und natürlichem Zelltod verbessern und damit das Tumorwachstum verlangsamen (3). "Epigenetische Therapien haben das Ziel, die Zellen genetisch so zu modifizieren, dass beispielsweise ein Tumor-Suppressor-Gen wieder aktiviert wird", beschreibt Kreuzer den epigenetischen Wirkansatz.

 
Fazit nach über zweieinhalb Jahren praktischer Erfahrung
 
In den vergangenen zwei Jahren hat sich Decitabin als gut verträglich bewährt, erklärt Kreuzer: "Ich kann mich an keinen Patienten erinnern, bei dem wir die Behandlung aus Toxizitätsgründen hätten abbrechen müssen." Seine Erfahrung ist, dass die intravenöse Applikationsform als wesentlich angenehmer empfunden wird als zum Beispiel eine subkutane Therapie, die zu unangenehmen lokalen Reaktionen führen könne. "Mit Decitabin haben wir eine Behandlung, die wir den Kollegen guten Gewissens als zugelassene Therapie für die problematische Gruppe der AML-Patienten ab 65 Jahren, mit neu-diagnostizierter de novo oder sekundärer akuter myeloischer Leukämie (AML) gemäß WHO-Klassifikation, die für eine Standard-Induktionstherapie nicht in Frage kommen, empfehlen können", lautet sein Fazit.
 
Die wichtigsten klinischen Daten im Überblick
 
Wie wirksam und verträglich Decitabin im Vergleich zur Standardtherapie ist, haben Kantarjianet al. in einer Zulassungsstudie (4) mit 485 Teilnehmern untersucht. Hinsichtlich der Wirksamkeitsparameter zeigte sich Decitabin gegenüber "Therapie der Wahl" (niedrig-dosiertes Cytarabin subkutan (n=215) oder unterstützende Behandlung [n=28]) als signifikant überlegen. So wurde das Gesamtüberleben signifikant (2010 cut-off; ad-hoc-Analyse; angepasstes Signifikanzniveau: 0,0396) verlängert (p=0,037). Nach einer ersten Analyse (2009 cut-off) erreichten unter Decitabin 17,8% der Patienten eine komplette Remission (CR) oder eine komplette Remission ohne vollständige Erholung der Thrombozytenzahl (CRp). Im Vergleichsarm waren es 7,8% (p=0,001). Das bessere Ansprechen ging einher mit einem langsameren Fortschreiten der Erkrankung: Während das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) in der Vergleichsgruppe bei 2,1 Monaten lag, erreichten die mit Decitabin behandelten Patienten ein medianes PFS von 3,7 Monaten (p=0,0031).
 
Die klinische Datenlage beurteilt Kreuzers positiv: "Die klinischen Daten zeigen, dass Decitabin eine Substanz ist, die der antineoplastischen Wirksamkeit von niedrig-dosiertem Cytarabin oder einer unterstützenden Behandlung keinesfalls unterlegen ist. Bezüglich des Ansprechens und des progressionsfreien Überlebens zeigte Decitabin in dieser sonst sehr schwer zu behandelnden Patientengruppe einen signifikanten Vorteil gegenüber der Vergleichstherapie. Gleichzeitig hat Decitabin ein gut untersuchtes Nebenwirkungsprofil (1)."
 
Für die Behandlungspraxis bietet eine Behandlung mit Decitabin darüber hinaus auch den Vorteil, dass die Zahl der Thrombozyten- und Erythrozytentransfusionen reduziert werden kann (5). Wie Professor Kreuzer berichtet, hat das einfache aber entscheidende praktische Vorteile für die Patienten: "Das ist mitunter ein ganz wesentlicher Aspekt, insbesondere bei Patienten, die weiter entfernt wohnen. Für diese Patienten macht es bezüglich der Lebensqualität einen Riesenunterschied, ob oder wie häufig sie ins Behandlungszentrum fahren müssen."
 
Literaturhinweise:
(1) Aktuelle Dacogen®-Fachinformation
(2) Serve H et al., Prognose, http://www.onkodin.de/e2/e51675/e54836/, Zugriff am 27.04.2015
(3) Oki Y et al., Crit Rev Oncol Hematol 2007;61(2):140-152
(4) Kantarjian HM et al., J Clin Oncol 2012; 30(21):2670-2677
(5) Dass RN et al., Value in Health 2012; 15(7):A431

Quelle: Janssen
 
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