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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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06. Dezember 2016

IASLC 2016: Tabak tötet

"Tabakkonsum hat mehr Leben gekostet als beide Weltkriege zusammen", sagte Tabaré Vázquez, Präsident von Uruguay, auf der Pressekonferenz beim World Congress on Lung Cancer in Wien. "11 Millionen Menschen sterben pro Jahr an den Folgen des Tabakkonsums, aber nicht nur an Lungenkrebs, sondern auch an Krebsarten außerhalb des respiratorischen Traktes oder an kardiovaskulären Krankheiten, Schlaganfällen, COPD usw.
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In Uruguay ist das Rauchen in Restaurants und auf öffentlichen Plätzen verboten, es besteht ein Werbeverbot, Zigarettenpackungen sind mit Warnhinweisen versehen und die Tabaksteuer wurde erhöht. Dies begann in der ersten Amtszeit von Vázquez – zwischen 2005 und 2010. Im Jahr 2010 hatte Philip Morris daraufhin Uruguay, ein Land mit etwa 3 Millionen Einwohnern, auf 25 Millionen Dollar Schadenersatz verklagt. Vor kurzem erst ist der amerikanisch-schweizerische Tabakkonzern mit seiner Klage gescheitert.

Die Antiraucherkampagne in Uruguay kann schon erste Erfolge aufweisen. Der Anteil an Rauchern unter den 30-70-jährigen fiel zwischen 2006 und 2015 von 25% auf 10%. Der Einfluss auf die Lungenkrebshäufigkeit lässt sich zwar erst in 10-20 Jahren belegen, doch der Einfluss auf die Herzinfarktrate zeigt sich schon jetzt, denn innerhalb von nur 5 Jahren nahm sie um 25% ab, sagte Vázquez. Besonders ausgeprägt war der Abfall der Herzinfarktrate bei den unter 40-jährigen Männern.

"Tabakkonsum verursacht eine internationale Pandemie", so Vázquez. "Unsere Aufgabe ist es, diese Pandemie zu bekämpfen und Uruguay wird weiterhin daran arbeiten", betonte der Staatschef, der gleichzeitig Onkologe ist.

"Rauchen ist kein Recht, sondern eine Abhängigkeit, sagte Vera da Costa e Silva, Head of Secretariat of the WHO Framework Convention on Tobacco Control (WHO FCTC). Tabakpreise sollten möglichst hoch sein, aromatisierte Zigaretten sollten verboten werden ebenso wie Werbung für Tabak. Es kommen neue Produkte auf den Markt warnte sie, "und wir müssen sehr aufmerksam und vorsichtig sein, um den Verbraucher zu schützen".

Eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit durch Tabak sieht Dr. Zarahah Zain, Lincoln University College Malaysia, bei den Freihandelsabkommen. Tabak dürfe nicht wie andere Waren gehandelt werden, denn es bestehe ein hohes Suchtpotential und Tabak tötet die Hälfte der Konsumenten.

Irland war 2004 das erste Land in Europa, das das Rauchen an allen öffentlichen Plätzen verboten hat. Sehr enttäuschend und unverständlich findet der irische Onkologe Luke Clancy daher, dass in einem hoch entwickelten Land wie Österreich, das wegen seiner Kultur, Kunst und Musik bewundert wird, sich der Geruch von Zigarettenrauch selbst in den besten Hotels durchsetzt. Dabei seien wirksame Interventionen bekannt und einfach umzusetzen. Ein Mittel ist der Preis. In Irland kostet eine Packung mit 20 Stück Zigaretten 11 Euro. Die Interventionen führten in Irland zu einer dramatischen Veränderung. "Früher rauchten 45% unserer Kinder und Jugendlichen, heute nur noch 8%. Wir haben etwas getan, das gut wirkt und fordern Österreich auf, gleiche Maßnahmen zu ergreifen", so Clancy.

Viele Pensionskassen und Versicherer investieren in die Tabakindustrie. "Die meisten Arbeiter weltweit besitzen Anteile an Tabakindustrien und haben meistens gar keine Ahnung davon", informierte Bronwyn King aus Australien, Gründerin und CEO der "Tobacco Free Portfolios". Inzwischen sind in Australien 35 Pensionskassen – dies entspricht einem Anteil von rund 40% – "tabakfrei" und investieren nicht mehr in die Tabakindustrie. Weltweit trennen sich immer mehr Investoren von dieser Anlage.

as
IASLC 17th World Conference on Lung Cancer (WCLC), 5.12.2016.
 
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