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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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17. Dezember 2015

Studiendaten zu Blinatumomab bei ALL

Die einzige in der EU und in den USA zugelassene, auf bispezifischen T-Zell Engagern (BiTE®) basierende Immuntherapie zeigt in einer Phase-II-Studie einen Nutzen für Patienten mit minimaler Resterkrankung (MRD) sowie positive Ergebnisse bei schwer therapierbaren Patienten-Untergruppen. Amgen gibt im Rahmen der 57. Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) in Orlando (Florida, USA) bekannt, dass neue Studiendaten aus 3 Phase-II-Studien die Wirksamkeit und Sicherheit von Blinatumomab (BLINCYTO®) zur Behandlung von Erwachsenen mit akuter lymphatischer Leukämie (ALL) bestätigen.

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In der multizentrischen, einarmigen Phase-II-Studie BLAST erzielten Patienten mit einer B-Vorläufer-ALL und minimaler Resterkrankung (minimal residual disease; MRD), die Blinatumomab als Monotherapie erhielten, eine klinisch bedeutsame rezidivfreie Überlebenszeit (relapse-free survival; RFS). Diese wurde als wichtiger sekundärer Endpunkt in der Studie gemessen (Abstract #680). Das mediane RFS betrug 18,9 Monate nach Beginn der Therapie mit Blinatumomab. Eine MRD ist definiert als im Körper verbliebene Leukämiezellen, die mit Standardmethoden nicht mehr nachweisbar sind. Die Ergebnisse der Phase-II-Studie BLAST wurden auch in der Best of ASH Session am 8. Dezember vorgestellt.

Weitere Vorträge stellten das Potential von Blinatumomab bei Patienten mit Philadelphia-Chromosom positiver (Ph+), rezidivierter oder refraktärer B-Vorläufer ALL (Abstract #679) heraus. Ebenfalls bestätigten sie die Wirksamkeit von Blinatumomab bei Patienten mit Philadelphia-Chromosom negativer (Ph-), rezidivierter oder refraktärer B-Vorläufer ALL und vorangegangener allogener hämatopoetischer Stammzelltransplantation (alloHSZT) (Abstract #861).

„Ein wesentliches Ziel bei der Behandlung von Blutkrebs ist es, einen Rückfall zu verhindern“, sagte Dr. Stefan Kropff, Medizinischer Direktor bei der Amgen GmbH, Deutschland. „Eine nicht mehr nachweisbare minimale Resterkrankung bzw. ein MRD-Ansprechen (MRD-Negativität) zu erreichen ist wichtig, da dies für ALL-Patienten ein geringeres Risiko für einen Rückfall bedeutet, verglichen mit Patienten, die eine MRD haben. Die auf dem ASH-Kongress vorgestellten Daten sind vielversprechend, weil sie zeigen, dass Blinatumomab das Potential für die Behandlung eines breiteren Spektrums an ALL-Patienten aufweisen könnte. Damit sind auch diejenigen eingeschlossen, die sich in einem früheren Stadium der Erkrankung befinden.“

Die ALL ist eine seltene, rasch fortschreitende Krebserkrankung des Blutes und des Knochenmarks (1,2). Für Erwachsene mit rezidivierter oder refraktärer ALL liegt das mediane Gesamtüberleben (overall survival; OS) bei 3 bis 5 Monaten (3). Aktuell gibt es kein allgemein anerkanntes Behandlungsschema für Patienten mit nach einer Chemotherapie rezidivierten oder refraktären ALL (4). Etwa 15-30% der erwachsenen ALL-Patienten sind Ph+ und sprechen in der Regel nur schlecht auf die Standardtherapie an, haben eine kurze Remissionsdauer und eine niedrige Überlebensrate (5).

Die Abstracts stehen auf der Website des ASH-Kongress zum Download zur Verfügung.

ASH Abstract #680: Long-Term Outcomes After Blinatumomab Treatment: Follow-up of a Phase 2 Study in Patients With Minimal Residual Disease (MRD) Positive B-cell Precursor ALL

- Das langfristige Follow-Up der Phase-II-Studie ’203 (BLAST) umfasst 116 Patienten mit B-Vorläufer-ALL und einer trotz Chemotherapie noch nachweisbaren MRD. Nach einem Zyklus Blinatumomab erzielten 78% der Patienten eine MRD-Negativität. Diese Patienten erreichten ein längeres Gesamtüberleben (OS) und ein längeres rezidivfreies Überleben als Patienten ohne komplettes MRD-Ansprechen. Das mediane OS betrug bei MRD-negativen Patienten 40,4 Monate (vs. 12 Monate).
- Die klinisch relevantesten unerwünschten Ereignisse (adverse events; AE) waren neurologische Ereignisse, einschließlich Tremor (30%), Aphasie (13%), Schwindel (8%), Ataxie und Parästhesie (jeweils 6%) sowie Enzephalopathie (5%). Mit der Therapiedauer reduzierte sich die Häufigkeit der neurologischen Reaktionen (47% in Zyklus 1; 24% in Zyklus 2, jeweils 15% in den Zyklen 3 und 4) und der neurologischen Ereignisse mit Schweregrad 3 oder höher (10% in Zyklus 1; 4% in Zyklus 2, jeweils 0% in den Zyklen 3 und 4).

ASH Abstract #679: Complete Molecular and Hematologic Response in Adult Patients with Relapsed/Refractory (R/R) Philadelphia Chromosome-Positive B-Precursor Acute Lymphoblastic Leukemia (ALL) Following Treatment with Blinatumomab: Results from a Phase-2-Single-Arm, Multicenter Study (ALCANTARA)

- Die Phase-II-Studie ALCANTARA untersuchte die Wirksamkeit von Blinatumomab bei Patienten mit rezidivierter oder refraktärer Ph+ B-Vorläufer-ALL, die auf eine Therapie mit einem Tyrosinkinaseinhibitor (TKI) der zweiten Generation nicht ansprachen. 36% der Patienten erzielten innerhalb der ersten zwei Blinatumomab-Behandlungszyklen eine komplette Remission oder eine komplette Remission mit einer partiellen hämatologischen Erholung (CR/CRh). Von den Patienten, die eine CR/CRh erreichten, erzielten 88% ein komplettes MRD-Ansprechen. Vergleichbare Ansprechraten wurden auch bei Patienten mit Mutationen in der Kinasedomäne des BCR-ABL-Proteins erreicht (4 der 10 Patienten mit T315I-Mutation erzielten eine CR/CRh und ein komplettes MRD-Ansprechen).
- Therapiebedingte AE mit Schweregrad 3 oder höher traten in 82% der Fälle auf. Am häufigsten waren febrile Neutropenie (27%), Thrombozytopenie (22%), Anämie (16%), Fieber (11%) und neurologische Ereignisse (7%). Es traten keine Fälle eines Zytokinfreisetzungs-Syndrom mit Schweregrad 3 oder höher auf.

ASH Abstract #861: Treatment with anti-CD19 BiTE® Blinatumomab in Adult Patients with Relapsed/Refractory B-precursor Acute Lymphoblastic Leukemia (r/r ALL) Post-Allogeneic Hematopoietic Stem Cell Transplantation

-In dieser Subgruppenauswertung der Phase-II-Zulassungsstudie ’211 bei 64 Patienten mit rezidivierter oder refraktärer Ph-B-Vorläufer ALL und vorangegangener alloHSZT führte die Behandlung mit Blinatumomab zu einer  CR/CRh-Rate von 45%.
- insgesamt hatten 88% der Patienten therapiebedingte AEs mit Schweregrad 3 oder höher. Am häufigsten traten Neutropenie (22%), febrile Neutropenie (20%), Anämie (17%) und Thrombozytopenie (14%) auf. Bei sechs Patienten wurde eine therapiebedingte Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion (GvHD) beobachtet, zwei davon mit Schweregrad 3 oder höher.

Amgen
Literatur:

(1)    Cancer Research UK. Acute lymphoblastic leukaemia risks and causes. _http://www.cancerresearchuk.org/about-cancer/type/all/about/acute-lymphoblastic-leukaemia-risks-and-causes. Accessed September 29, 2015.
(2)    Mayo Clinic. “Acute lymphocytic leukemia.” Available at: _http://www.mayoclinic.com/health/acute-lymphocytic-leukemia/DS00558. Accessed on March 5, 2015.
(3)    Advani A.S. New immune strategies for the treatment of acute lymphoblastic leukemia: Antibodies and chimeric antigen receptors. Hematology Am Soc Hematol Educ Program. 2013;2013:131-7. Retrieved from: _http://asheducationbook.hematologylibrary.org/content/2013/1/131.long.
(4)    Davis T and Farag SS. Treating relapsed or refractory Philadelphia chromosome-negative acute lymphoblastic leukemia: liposome-encapsulated vincristine. Int J Nanomedicine. 2013:8 3479-3488.
(5)    Faderl S et al. Outcome of Philadelphia chromosome-positive adult lymphoblastic leukemia. Leukemia and Lymphoma. 2000;36(3-4): 263-273.
(6)   Fachinformation BLINCYTO® Stand November 2015.

 

 
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