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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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12. November 2013

Studie bestätigt therapeutischen Nutzen von retardiertem Oxycodon/Naloxon bei Tumorschmerzen

Patienten mit Tumorschmerzen profitieren von einer analgetischen Therapie mit der Fixkombination aus retardiertem Oxycodon und retardiertem Naloxon (Targin®). Das belegt eine klinische Studie(1), die Dr. Peter Schermuly, Facharzt für Anästhesiologie, Schmerztherapeut und Ärztlicher Leiter eines Palliative-Care-Teams aus Limburg an der Lahn, im Rahmen des 25. Münchener Fachpresse-Workshops "Onkologische Supportivtherapie und Onkologie" vorstellte. Darin wurde nachgewiesen, dass Oxycodon/Naloxon auch bei Tumorschmerzen stark wirksam ist und die Darmfunktion klinisch relevant verbessert.

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Bis zu 50% der Patienten mit einer Tumorerkrankung leiden in der Frühphase an Schmerzen (2). In der Spätphase sind 75-90% der Patienten davon betroffen (2). Trotz Behandlung treten bei mehr als der Hälfte der Patienten Tumorschmerzen mit einer Intensität von mindestens 5 auf der 10 maximierten Numerischen Ratingskalaa auf (3). "Hier besteht Optimierungsbedarf", betonte Schermuly, der in dem von ihm geleiteten Schmerz- und Palliativzentrum der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie (DGS) viele Tumorschmerzpatienten behandelt.

Vorteil einer Therapie mit Oxycodon/Naloxon durch klinische Studie belegt

Die medikamentöse Schmerztherapie solle laut Schermuly, wenn möglich, oral und nach einem festen Zeitschema mit retardierten, starken Opioiden erfolgen. Eine randomisierte, doppelblinde, double-dummy, aktiv kontrollierte Studie (1) belegt die analgetische Wirksamkeit der Fixkombination aus retardiertem Oxycodon und retardiertem Naloxon (Targin®) bei Tumorschmerzen. Im Vergleich zur Monosubstanz Oxycodon verbessert sie die Darmfunktion klinisch relevant. In die Studie wurden 184 Patienten mit einer Tumorerkrankung und mittelstarken bis starken chronischen Schmerzen einbezogen. Sie waren mit schwachen oder starken Opioiden vorbehandelt. In der vierwöchigen Studienphase erhielten sie zweimal täglich entweder zwischen 10 mg/5 mg und 60 mg/30 mgb Oxycodon/Naloxon oder zwischen 10 mg und 60 mg retardiertes Oxycodon.

Die analgetische Wirksamkeit wurde mit dem Fragebogen "Brief Pain Inventory-Short Form"c erfasst. Durch die Therapie reduzierte sich die Schmerzintensität in der Oxycodon/Naloxon-Gruppe von 4,2 auf 3,5 (gleiche Werte in der Oxycodon-Gruppe). Die Werte der mit dem Bowel Function Index (BFI)d gemessenen Opioid-induzierten Darmfunktionsstörung waren zu Studienbeginn in beiden Gruppen mit über 60,0 Punkten sehr hoch. Unter Oxycodon/Naloxon sank der Wert um 11,1 Punkte niedriger als unter Oxycodon. Dieser statistisch signifikante Unterschied zeigte sich bereits nach der ersten Therapiewoche. Im Vergleich zur Therapie mit Oxycodon wurden in der Oxycodon/Naloxon-Gruppe 20% weniger Laxanzien gebraucht. Der Bedarf an Notfallmedikation war in beiden Gruppen gering. "Die starke Analgesie und die gute Verträglichkeit einer Therapie mit Targin® ermöglichen es, die Lebensqualität von Tumorschmerzpatienten deutlich zu verbessern", kommentierte Schermuly die Studienergebnisse.

Tumorschmerzen: Schmerzlinderung und Steigerung der Lebensqualität im Fokus

Neben der Schmerzlinderung und dem Erhalt der Autonomie sei dies ein wichtiges Ziel der Schmerztherapie. Für den Experten ist eine Analyse der somatischen und psychosozialen Faktoren Voraussetzung für eine erfolgreiche Schmerztherapie. Tumorschmerzen seien Teil eines komplexen Krankheitserlebens. "Angst, Depression und Schlafstörungen sind ebenso wie familiäre, berufliche und spirituelle Faktoren ganz wesentlich für das Schmerzempfinden und die Schmerzverarbeitung verantwortlich", erläuterte Schermuly.

Die wesentliche Säule der symptomatischen Schmerztherapie sei die medikamentöse Behandlung. Hierfür müsse die Schmerzursache differenziert und die Schmerzdynamik untersucht werden. Es sei wichtig, die Kombination nozizeptiver und neuropathischer Schmerzen - den sogenannten "mixed-pain" - zu erkennen und gezielt zu behandeln. Bei der Auswahl der geeigneten Basismedikation fordert Schermuly den differenzierten Einsatz stark wirksamer Opioide je nach Wirkungs- und Nebenwirkungsprofilen. "Morphin kann nicht mehr uneingeschränkt als Referenzsubstanz gelten. Stattdessen empfiehlt sich zum Beispiel der Einsatz der Fixkombination aus retardiertem Oxycodon und retardiertem Naloxon." Zusätzlich zur Basismedikation sollte eine Notfallmedikation aus der gleichen Substanzklasse (zum Beispiel Oxygesic® akut) zur Verfügung stehen.

Literaturhinweise:
(1) Ahmedzai S. et al. (2012): A randomized, double-blind, activecontrolled, double-dummy, parallel-group study to determine the safety and efficacy of oxycodone/naloxone prolonged-release tablets in patients with moderate/severe, chronic cancer pain. Palliative Medicine:26(1) 50-60.
(2) Strumpf M., Willweber-Strumpf A., Zenz M. (2005): Zertifizierte medizinische Fortbildung Tumorschmerz. Deutsches Ärzteblatt:102:A 916-924 [Heft 13].
(3) Breivik H, Chemy N, Collet B et al, Cancer relatetd pain, a pan-europian survey of prevalance, treatment and patient attidudes, Ann Onc 2009, 24;1-14

a: Numerische Ratingskala (NRS) 0 = keine Schmerzen, 10 = stärkste vorstellbare Schmerzen
b: Maximaldosis laut Targin®-Fachinformation: 80 mg/40 mg täglich
c: Krankheitsspezifischer Lebensqualitätsfragebogen "Brief Pain Inventory-Short Form" (BPI-SF): Schmerzintensität 0 = kein Schmerz, 40 = stärkster vorstellbarer Schmerz (Summenscore aus vier Einzelparametern)
d: Bowel Function Index (BFI): gemessen anhand der Leichtigkeit des Stuhlgangs (0 = leicht, 100 = größte Schwierigkeit), dem Gefühl der unvollständigen Darmentleerung sowie der Beurteilung der Obstipation (0 = leicht, 100 = größte Schwierigkeit)

Quelle: Mundipharma, 25. Münchener Fachpresse-Workshop "Onkologische Supportivtherapie und Onkologie" am 6. November 2013 in München
 
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