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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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29. Juli 2015

Aktuelle Standards in der Schilddrüsenkrebstherapie: Neue Studien bestätigen Vorteile der Radioiodablation

Die neuesten Ansätze in der Schilddrüsenkrebstherapie standen im Fokus des Genzyme Lunchsymposiums, das im Rahmen der 53. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin am 24. April in Hannover stattfand. Neben aktuellen Leitlinien-Empfehlungen zur Radioiodtherapie wurden die neuesten Erkenntnisse der individualisierten Therapie des radioiodrefraktären Schilddrüsenkarzinoms über Mutationsanalysen vorgestellt.

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Im Vortrag "ATA/BTA-Guidelines 2015 - Ist die ablative Radioiodtherapie gerechtfertigt?" stellte Prof. Markus Dietlein von der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Köln die aktuellen Empfehlungen internationaler Leitlinien zur Radioiodablation des Schilddrüsenkarzinoms vor. Die Leitlinie der British Thyroid Association (BTA) empfiehlt die Radioiodablation ab einem differenzierten Tumor > 4 cm, einem Tumorstadium pT4 mit Fernmetastasen (1). Grundsätzlich sei die Radioiodtherapie bei differenzierten Schilddrüsenkarzinomen aber schon ab einem Tumordurchmesser von 1,1 cm zu empfehlen, so Dietlein. Zwei aktuelle Publikationen mit hohen Patientenzahlen zeigten hier zum einen eine niedrigere Mortalitätsrate unter der ablativen Radioiodtherapie (2) (n=61.775) und zum anderen eine höhere Mortalitätsrate ohne Radioiodabation (n=85.740) (3). Bei Mikrokarzinomen bis 1,0 cm Durchmesser sei die ablative Radioiodtherapie dagegen in der Regel kein Standardverfahren. "Die Leitlinie der BTA nennt allerdings eine Reihe von Risikofaktoren, bei deren Vorliegen die Radioiodablation eine empfehlenswerte Maßnahme sein kann, wie zum Beispiel ein Tumordurchmesser knapp unterhalb 1 cm oder eine prognostisch ungünstige histologische Variante des papillären Schilddrüsenkarzinoms (1). Viele der kleinen Schilddrüsenkarzinome tragen außerdem die BRAF-Mutation, auch dann ist das Rezidivrisiko höher", betont Dietlein.
 
Nach Meinung von Dietlein sei die TSH-Stimulation mit rhTSH gegenüber dem Hormonentzug im Hinblick auf die Minimierung der Restkörperstrahlung zu bevorzugen. "Rekombinantes humanes TSH führt über die fehlende Einschränkung der Nierenclearance zu einer rascheren Elimination des nicht gespeicherten I-131 aus dem Blut im Vergleich zu Patienten, die eine manifeste Hypothyreose durchlaufen", erklärt Dietlein (4). Abhängig vom Resektionsausmaß sei bei Low-risk Patienten außerdem individuell zu prüfen, ob eine einmalige Radioiodablation mit Aktivitäten unter 3,7 GBq I-131 zu erzielen ist. "Reduzierte Aktivitäten bei der I-131 Ablation dürfen aber nicht dazu führen, dass die Rate an Zweitablationen in der Zukunft steigt", betont Dietlein und ergänzt: "Wenn sich eine Klinik für niedrige I-131 Aktivitäten entscheidet, ist die Durchführung der späteren Radioiod-Diagnostik unter rhTSH sowie der Tg-Messung unter rhTSH erst acht bis zwölf Monate nach der ablativen Radioiodtherapie zu empfehlen" (5). Diese Ansätze sollen auch in die Anpassung der neuen S1-Leitlinie aufgenommen werden.
 
Mikrokarzinome, die eine BRAF- oder andere Mutationen tragen, waren ebenfalls Thema des Vortrags von PD Dr. James Nagarajah (New York, Essen). Der Nuklearmediziner warf hier einen Blick in die mögliche Zukunft der Behandlung des jodrefraktären Schilddrüsenkarzinoms und stellte die Möglichkeit individualisierter Therapien unter Einbezug von Mutationsanalysen komprimiert vor. "In naher Zukunft wird man zumindest für die bekannten, häufigsten Mutationen eine gezielte Therapie mit dem Ziel Re-Differenzierung erhalten können. Ich bin außerdem sehr zuversichtlich, dass der Re-Differenzierungseffekt als solcher noch verbessert wird, weil wir immer tiefere Einblicke in diesen Mechanismus gewinnen", so Dr. Nagarajah.
 
Einen weiteren Aspekt griff Dr. Volker Hargutt vom Würzburger Institut für Verkehrswissenschaften (WIVW) in seinem Vortrag zur Fahrtüchtigkeit in der Hypothyreose auf. Der Verkehrspsychologe erläuterte die möglichen Auswirkungen der Hypothyreose auf das Fahrverhalten von Schilddrüsenkrebspatienten. Fokus legte Hargutt dabei auf den Einfluss von Müdigkeit als häufige, mögliche Begleiterscheinung der Hypothyreose. Müdigkeit habe auch immer eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit zur Folge, da die Aufnahme und Verarbeitung von Informationen unter der Müdigkeit litten, so Dr. Hargutt, was auch Auswirkungen auf das Unfall-Risiko habe. Daher sei eine umfassende Aufklärung von Schilddrüsenkrebspatienten, die im Rahmen der Therapie eine Hypothyreose durchlaufen, maßgeblich. "Patienten sollten über die angesprochenen Risiken aufgeklärt werden, allerdings mit Augenmaß. Mobilität ist für viele unverzichtbare Lebensqualität, die man nicht unnötig beschneiden sollte", fügte Hargutt hinzu.

Genzyme
Literatur:

(1) Perros P et al. Guidelines for the management of thyroid cancer. Clin Endocrinol (Oxf). 2014; 81 Suppl 1:1-122.
(2) Adam MA et al. Extent of surgery for papillary thyroid cancer is not associated with survival: an analysis of 61,775 patients. Ann Surg. 2014; 260: 601-607.
(3) Orosco RK et al. Analysis of age and disease status as predictors of thyroid cancer-specific mortality using the Surveillance, Epidemiology, and End Results database. Thyroid 2015; 25: 125-132.
(4) Hänscheid H et al. Iodine biokinetics and dosimetry in radioiodine therapy of thyroid cancer. J Nucl Med. 2006; 47: 648-654.
(5) Schlumberger M et al. Strategies of radioiodine ablation in patients with low-risk thyroid cancer.  N Engl J Med. 2012; 366: 1663-1673.

 
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