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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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27. Januar 2016

Stammzelltransplantation: Eisenüberladung erhöht Mortalität

ALLIVEA-Studie: Eine Eisenüberladung vor und während einer Stammzelltransplantation ist bei MDS- und AML-Patienten mit einer erhöhten Mortalität assoziiert (1). Oxidativer Stress und bakterielle Infektionen scheinen bei der gesteigerten Sterblichkeit nach Transplantation eine wichtige Rolle zu spielen (1). Transfusionsabhängige MDS-Patienten mit niedrigem Risiko weisen unter Therapie mit Eisenchelatoren wie Deferasirox ein verbessertes Gesamtüberleben auf (2).

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Auf der 57. Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) im Dezember 2015 wurden im Rahmen eines Vortrages aktuelle Zwischenergebnisse der prospektiven, multizentrischen ALLIVE-Studie vorgestellt. Die in einer Oral Presentation gezeigten Daten unterstreichen die besondere Bedeutung einer Eisenüberladung für das Gesamtüberleben von MDS- und AML-Patienten vor und während einer allogenen Stammzelltransplantation.

ALLIVE-Studie: Freies Plasmaeisen beeinträchtigt Überleben

Eine Eisenüberladung stellt eine potenziell lebensgefährliche Folge wiederholter Transfusionen dar und tritt häufig bei MDS-Patienten auf (3,4). Zwischen 50% und 60% der Betroffenen haben eine schwere Anämie, bis zu 90% sind auf regelmäßige Bluttransfusionen angewiesen (3). Bereits nach einer Gabe von 20 Erythrozytenkonzentraten (EK) kann es zu einer Überladung mit Eisen kommen (4). Pathophysiologische Effekte werden durch das labile Plasmaeisen (Labile Plasma Iron, LPI) hervorgerufen, das nicht an Serumferritin gebunden ist. Freies LPI fördert die Bildung von Sauerstoffradikalen sowie bakterielles Wachstum, was zu Organ- und Gewebeschäden führen kann (5-7).

In der ALLIVE-Studie waren 133 MDS- und AML-Patienten aus Deutschland und Österreich eingeschlossen, die vor einer allogenen Stammzelltransplantation standen; Sie wiesen Serumferritin-Werte > 500 ng/ml auf oder hatten > 10 EK erhalten. Die Gesamteisenkonzentration der Leber (Liver Iron Content, LIC) sowie der LPI-Gehalt wurden am Tag vor der Stammzelltransplantation sowie am Tag 100 und 360 nach Transplantation bestimmt. LIC-Werte > 125 μmol/g und LPI-Konzentrationen > 0,4 μmol/l wurden als Indikator einer Eisenüberladung definiert.

Die präsentierten Zwischenergebnisse beinhalten die Analyse von 111 Patienten. Das mediane Alter der Teilnehmer betrug 61 Jahre, eine Eisenüberladung lag bei 45,9% vor (1). Die Mehrheit (80,2%) hatte im Vorfeld der Transplantation eine Konditionierungstherapie mit reduzierter Intensität erhalten (1). Patienten mit LPI-Werten > 0,4 μmol/l wiesen am Tag 100 eine signifikant erhöhte nicht-rezidivbedingte Mortalität (Non-Relapse Mortality, NRM) auf (34,6% vs. 6%, p < 0,001; n = 109)(1). LIC-Werte > 125 μmol/g am Tag 100 waren ebenfalls mit einer signifikant erhöhten rezidiv-unabhängigen Mortalitätsrate assoziiert (19,8% vs. 6,8%, p = 0,034; n = 111) (1). Hielt eine Eisenüberladung 14 Tage nach der Stammzelltransplantation an, so sank die Überlebensrate deutlich (19% vs. 4,9%, p = 0,025; n = 109) (1).

Die Ergebnisse der ALLIVE-Studie deuten darauf hin, dass eine Eisenüberladung vor und während einer allogenen Stammzelltransplantation das Überleben bei MDS- und AML-Patienten deutlich reduziert. Eine effektive Eisenchelation ist für diese Patientengruppe somit von entscheidender Bedeutung.


 

Abbildung 1: Anhaltende, erhöhte LPI-Konzentrationen sind mit einem reduzierten Gesamtüberleben bei MDS- und AML-Patienten vor und während einer allogenen Stammzelltransplantationen assoziiert (modifiziert nach Wermke et al. 2015) (1).


Verbessertes Gesamtüberleben bei MDS-Patienten durch Deferasirox

Die Schlüsselrolle einer effektiven Eisenchelation bei Myelodysplastischen Syndromen war Gegenstand der MDS-CAN-Studie, deren Ergebnisse auf dem 57. ASH-Kongress präsentiert wurden. Die Studie untersuchte auf Basis der Daten des kanadischen MDS-Registers, inwieweit eine Eisenchelation das Gesamtüberleben transfusionsabhängiger MDS-Patienten mit geringer oder intermediärer Risikoklasse beeinflusst. Eingeschlossen waren 219 Patienten mit einem medianen Alter von 73 Jahren (2). 70 Teilnehmer (32%) erhielten eine Therapie mit Eisenchelatoren, davon 56 mit Deferasirox (2). Patienten unter Chelattherapie zeigten gegenüber unchelierten Patienten ein signifikant erhöhtes medianes Gesamtüberleben (8,62 Jahre vs. 4,38 Jahre, p = 0,0005) (2). Diese Beobachtung erwies sich als umso bedeutender, da sich die beiden Gruppen nicht hinsichtlich Komorbiditäten, körperlichen Behinderungen und körperlichem Allgemeinzustand unterschieden.

Die Ergebnisse der MDS-CAN bestätigen damit vorangegangene Langzeitstudien (8), die einen günstigen Einfluss von Eisenchelatoren auf das Überleben von MDS-Patienten nahelegen.

AALLIVE: ALLogeneic Iron inVEstigators.

Novartis Oncology
Literatur:

(1) Wermke M, Eckard J, Goetze K et al.: The Extent of Labile Plasma Iron (LPI) Predicts for Non-Relapse-Mortality (NRM) in AML and MDS Patients with Systemic Iron Overload Undergoing Allogenic Stem Cell Transplantation Results of the Prospective, German-Austrian Allive Trial.
ASH Annual Meeting 2015, Orlando, Florida, 5. – 8. Dezember 2015; Abstract 386.
(2) Parmar A, Leitch HA, Wells RA et al.: Iron Chelation Is Associated with Improved Survival Adjusting for Disease and Patient Related Characteristics in Low/Int-1 Risk MDS at the Time of First Transfusion Dependence: A MDS-CAN Study.
ASH Annual Meeting 2015, Orlando, Florida, 5. – 8. Dezember 2015; Abstract 1701.
(3) Toma A, Dreyfus F: The Harmful Effects of Iron Overload in Patients with Myelodysplastic Syndrome.
European Oncology 2008; 4(2):63-65.
(4) Siegmund-Schultze N: Transfusionsbedingte Eisenüberladung: Chelatgabe senkt Mortalität.
Dtsch Arztebl 2012; 109(27-28):A-1447.
(5) Gattermann N, Rachmilewitz EA: Iron overload in MDS-pathophysiology, diagnosis, and complications.
Ann Hematol 2011; 90(1):1-10.
(6) Cassat JE, Skaar EP: Iron in infection and immunity. Cell Host Microbe 2013; 13(5):509-519.
(7) Kohgo Y, Ikuta K, Ohtake T et al.: Body iron metabolism and pathophysiology of iron overload.
 Int J Hematol 2008; 88(1):7-15.
(8) Lyons RM, Marek BJ, Paley C et al.: Relationship between chelation and clinical outcomes in lower-risk patients with myelodysplastic syndrome (MDS): Registry analysis at 5 years. ASH Annual Meeting 2014, San Francisco, USA, 6.− 9. Dezember 2014; Abstract 1350.
 

 

 
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