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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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29. Januar 2016

SABCS: Beeinflusst Eribulin Prognose beim Mammakarzinom?

Auf der San Antonio Breast Cancer Conference (SABCS) Ende 2015 wurden interessante neue Forschungsergebnisse zum Wirkmechanismus von Eribulin, dem synthetischen Analogon des Naturprodukts Halichondrin B vorgestellt. Diese haben laut Expertenmeinung auch klinische Implikationen, denn Eribulin ist möglicherweise dazu in der Lage, durch mesenchymale Veränderung der Tumorzelle deren Malignität zu vermindern.  

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Die erste beim SABCS vorgestellte Studie zum Hormonrezeptor-positiven/HER2-negativen Mammakarzinom im Stadium I-II deutet darauf hin, dass neoadjuvant gegebenes Eribulin bei Patientinnen mit den prognostisch ungünstigen, aggressiven Luminal-B-Tumoren eine Konversion zur Luminal-A-Form bewirkt. Möglicherweise profitieren diese Patientinnen am meisten von einer Behandlung mit Eribulin (1). Die Konversion des molekularen Subtyps von Luminal B (HR-positiv, Her2-negativ, Ki-67 hoch) zu Luminal A (HR-positiv, Her2-negativ, Ki-67 niedrig) hätte einen weniger aggressiv wachsenden Tumor und damit eine Verbesserung der Prognose und eine mögliche bessere Wirksamkeit nachfolgender Therapien zur Folge.

Eine weitere Studie ergab, dass Eribulin die Lokalisation des Transmembranproteins E-Cadherin in der Membran von Krebszellen aufrechterhält. Daraus resultiert eine mesenchymale Veränderung der Tumorzelle, wodurch eine weitere Metastasierung möglicherweise eingeschränkt wird. Eribulin hemmt folglich die Epitheliale-Mesenchymale-Transition (EMT) von Tumorzellen und fördert so den epithelialen Charakter der Zellen, was ebenfalls einen Einfluss auf die Malignität der Erkrankung hat (2).

Als Poster vorgestellt wurde zudem das Studiendesign einer Phase-Ib/II-Studie zur Evaluation des Stellenwerts der Kombination von Eribulin und Pembrolizumab bei triple-negativen Karzinomen (3). Von diesem Konzept verspricht man sich eine wirksame Option für diese Patientinnen mit schlechter Krankheitsprognose.

Der nicht taxanbasierte Tubulin-Inhibitor Eribulin ist derzeit in Europa für die Behandlung von Patientinnen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom indiziert, bei denen nach mindestens zwei Chemotherapien im metastasierten Stadium, die ein Anthrazyklin und ein Taxan beinhaltet haben sollten, eine weitere Progression eingetreten ist (4).

Wie Prof. Dr. Christian Jackisch, Offenbach, bei einem Pressegespräch in San Antonio ausführte, empfiehlt die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) in 2015 Eribulin für Patientinnen, die mit Anthrazyklinen und Taxanen vorbehandelt sind, mit dem höchsten Empfehlungsgrad – einem Doppelplus – auf dem Evidenzlevel LOE1 GR B (5). Diese Einordnung beruht auf den Ergebnissen der Studie 301 (6), die Eribulin mit Capecitabin verglichen hatte, und der EMBRACE-Studie (7), die Eribulin mit einer Therapie nach Wahl des jeweiligen Studienarztes verglichen hatte. Hierbei konnte es sich sowohl um hormonelle Maßnahmen als auch Chemotherapie oder Strahlentherapie oder auch um andere Maßnahmen handeln, sofern sie für die Behandlung zugelassen waren. In beiden Studien hatten die Mammakarzinompatientinnen zwei oder mehr Vortherapien im metastasierten Stadium erhalten. Die Ergebnisse beider Studien zeigten, dass das progressionsfreie Überleben im Eribulin Arm signifikant länger war. In der EMBRACE-Studie wurde erstmals sogar ein signifikant verlängertes Gesamtüberleben von 13,1 Monaten durch Eribulin versus 10,6 Monaten mit anderen Therapien erreicht (p=0,041). Eine gepoolte Analyse beider Studien, die auf Antrag der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) durchgeführt wurde, analysierte die Daten von insgesamt 1.864 Patientinnen. Es zeigte sich, dass Eribulin das Überleben der Gesamtpopulation signifikant versus der Vergleichstherapie verbesserte (15,2 vs. 12,8 Monate, HR=0,85; p=0,003) Das Ziel dieser Analyse war es unter anderem, das Gesamtüberleben der HER2-negativen und der triple-negativen Patientinnen zu evaluieren. Auch in diesen beiden Patientinnenkollektiven verbesserte Eribulin signifikant das Gesamtüberleben.

Laut Prof. Jackisch tragen die neuen Daten aus San Antonio dazu bei, dass der zelluläre Wirkmechanismus von Eribulin immer besser verstanden wird und somit zukünftig das Potenzial der Substanz beim Mammakarzinom weiter ausgeschöpft werden kann. Als besonders wichtig bezeichnet er die Erkenntnisse, dass Eribulin die Epitheliale-Mesenchymale-Transition umkehren kann, denn damit könne man die Aggressivität der Tumorzellen verringern und damit möglicherweise den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen.

Dr. Petra Ortner
Eisai
Literatur:

(1) Prat A et al. SABCS 2015 Poster session: P3-07-66
(2) Dybdal-Hargreaves N et al. SABCS 2015. Poster session: P5-03-09
(3) Berrak E et al. SABCS 2015. Poster session: OT1-03-19
(4) SmPC Halaven (updated November 2015). Available at: http://www.medicines.org.uk/emc/medicine/24382. Letzer Zugriff Jan. 2016.
(5) AGO-Empfehlungen 2015: www.ago-online.de. Letzter Zugriff Dez. 2015
(6) Cortes J et al Lancet 2011; 377: 914-923.
(7) Kaufman et al. J Clin Oncol 2015.

 
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