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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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21. November 2012

S3-Leitlinie für Therapie des Hepatozellulären Karzinoms bald abgeschlossen

Erstmals wird es, voraussichtlich im nächsten Jahr, eine S3-Leitllinie für die Behandlung des Hepatozellulären Karzinoms, Leberkrebs, geben. Die Erstellung hat 2009 begonnen und wird seitdem federführend durch die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen (DGVS) und die Deutsche Krebsgesellschaft geleitet.

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Hinzu kommt die Mitwirkung vieler für das Gebiet spezialisierter Fachgesellschaften. „Bislang hat es keine solche Leitlinie gegeben. Durch die immer besseren Behandlungsmöglichkeiten und die Zulassung der Substanz Sorafenib zur systemischen Behandlung des fortgeschrittenen Leberkrebses im Jahr 2008 wurde es dringlich, eine Leitlinie zu erstellen“, sagt Prof. Dr. Peter R. Galle, Vorstand der Gastro-Liga e.V.. Die neuen therapeutischen Möglichkeiten machen es notwendig, verlässliche Handlungs- und Therapiemaßnahmen in der Leitlinie festzulegen.

Die Fälle von Leberkrebs nehmen auch in Deutschland zahlenmäßig zu, weil die zugrundeliegenden und verursachenden Erkrankungen immer häufiger werden. Dazu gehören unter anderem die Virushepatitis und die alkoholische Leberzirrhose sowie die Fettleberzirrhose. Auch die steigenden Zahlen von Jugendlichen mit Übergewicht sorgen für mehr Fälle von Leberkrebs. Der Deutsche Lebertag, der am 20. November 2012 bundesweit stattfindet, macht in diesem Jahr unter dem Motto „Welchen Wert hat Ihre Leber?“ auf Lebererkrankungen aufmerksam. Veranstalter sind die Deutsche Leberstiftung, die Deutsche Leberhilfe und die Gastro-Liga. Informationen auch unter www.lebertag.org

Die Leitlinien werden Empfehlungen für die Behandlung in unterschiedlichen Bereichen liefern. Dazu gehört unter anderem die Überwachung von Risikogruppen, die Durchführung von Standardtherapien sowie Leitlinien für interventionelle radiologische Verfahren, Systemtherapien bis hin zur Transplantation. „Es ist ein mehrjähriger Prozess, der ein hohes Maß an Fachkenntnis der teilnehmenden Gruppen erfordert. Diese haben wir im Gremium alle bündeln können“, sagt Prof. Galle. Es werde Literatur gesichtet und bewertet, Fragenkataloge werden erstellt und Expertenrunden benannt, um eine möglichst objektive Einschätzung der Behandlung einer solchen schwerwiegenden Erkrankung zu gewährleisten. Alle Informationen werden in einer strukturierten Sammlung zusammengebracht. Mit Ergebnissen ist im Laufe des Jahres zu rechnen.

Leitlinien sprechen Empfehlungen für die Überwachung, zum Beispiel bei Patienten mit einer Hepatitis, aus. Dort wird eine regelmäßige halbjährliche Ultraschall-Verlaufskontrolle nahegelegt. Hintergrund: Die regelmäßige Kontrolle gewährleistet, dass der behandelnde Arzt ein hepatozelluläres Karzinom so frühzeitig erkennt, dass eine Heilung möglich ist. Screening- und Surveillance-Untersuchungen bieten die Chance für konkrete Handlungsweisen und können so eher die weitere Verbreitung der Erkrankung eindämmen. In Deutschland gibt es jedes Jahr rund 7.000 neue Fälle von Leberkrebs, zwei Drittel davon bei Männern. Sie gilt weltweit als die fünfthäufigste und die dritttödlichste Krebserkrankung.

Auch europa- und weltweit gibt es Bestrebungen, der Erkrankung mit Leitlinien noch mehr Aufmerksamkeit zu widmen. In verschiedenen Ländern sind ähnliche Leitlinien entwickelt worden. So hat die Europäische Lebergesellschaft (EASL) im April 2012 Leitlinien veröffentlicht.

Quelle: Deutsche Leberstiftung
 
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