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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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11. Januar 2017

Rolle von RAF1 bei Lebertumoren

Wissenschaftler der Medizinischen Universität Wien sind in der Entschlüsselung jener Mechanismen, die dem Leberkrebs zugrunde liegen, einen Schritt weiter gekommen. Mit "RAF1" identifizierten sie ein Protein, das normalerweise die Entwicklung von Krebs fördert, bei Leberkarzinomen aber den gegenteiligen Effekt hat: Bei gewissen Zelltypen bremst RAF1 das Wachstum der Tumorzellen. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "Nature Communications" veröffentlicht.

Patienten mit einem hepatozellulären Karzinom (HCC) haben bislang eine sehr geringe Überlebenschance. Dies rührt teilweise daher, dass HCC auf molekularer Ebene eine sehr uneinheitliche Krankheit ist. HCC-Tumore weisen oftmals unterschiedliche molekulare Merkmale auf – eine Tatsache, die die Entwicklung von gezielten Therapien maßgeblich erschwert. Daher ist es von großer Bedeutung, alle Teile des komplexen HCC-Puzzles zu identifizieren, um das komplette Bild betrachten zu können.

Das Protein RAF1 ist bekannt für seine essenzielle Rolle bei der Entwicklung verschiedener Tumorarten. Die neuen Erkenntnisse von Manuela Baccarini und ihrem Team zeigen einen gegenteiligen Effekt. Ines Jeric, Erstautorin der Studie, erklärt: "Unsere Ergebnisse weisen auf eine neue Rolle von RAF1 bei Lebertumoren hin. Wir haben zwei entgegengesetzte Funktionen in unterschiedlichen Zelltypen der Leber gefunden. Zum einen bremst RAF1 die Wucherung von bösartigen Hepatozyten, den eigentlichen Tumorzellen. Andererseits wird RAF1 aber in Entzündungszellen benötigt, um eine geeignete Umgebung für das Wachstum von HCC zu erzeugen." Dies wurde sowohl an lebenden Organismen getestet als auch durch die Analyse von Biopsien menschlicher Tumore belegt.
 

Ein neuer Akteur in der Leberkarzinogenese: Die Aufnahme zeigt Krebsvorläuferzellen in der Leber. © Ines Jeric / Universität Wien
Ein neuer Akteur in der Leberkarzinogenese: Die Aufnahme zeigt Krebsvorläuferzellen in der Leber. © Ines Jeric/ Universität Wien


Zurzeit ist die Anwendung von Sorafenib die einzig zugelassene Therapie für ein fortgeschrittenes HCC, das auf die Inhibierung der Aktivität von Botenproteinen, darunter auch RAF1, abzielt. Die Erkenntnis, dass ein Fehlen von RAF1 das Fortschreiten des Tumors fördert, zeigt die absolute Notwendigkeit, diese Krankheit auf molekularer Ebene besser zu verstehen. "Es wäre großartig, wenn unsere Ergebnisse dazu beitragen könnten, neue Therapien gegen HCC zu entwickeln, oder zumindest die bestehenden Therapien besser zu verstehen", so Manuela Baccarini. "Eine unmittelbarere Anwendung der Ergebnisse könnte aber auch die Einsetzung von RAF1 und der von diesem Protein regulierten Moleküle als Biomarker in HCC sein."
Universität Wien
Literatur:
Jeric I, MaurerG , Cavallo AL et al.
A cell-autonomous tumor suppressor role of RAF1 in hepatocarcinogenesis
Nature Communications, DOI: 10.1038/ncomms13781.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28000790
 
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