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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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09. März 2017

RCI: Forschung, Therapieentwicklung und Medikamentenherstellung unter einem Dach

In Regensburg wird seit 2010 mit Gründung des RCI (Regensburger Centrum für Interventionelle Immunologie) immunmedizinische Forschung betrieben, die Patienten den direkten Zugang zu neuesten Therapien ermöglichen will. In einem Festakt wurde gestern sowohl der Grundstein für ein weiteres Gebäude des RCI gelegt sowie auch ein Pionier der Immuntherapie, Prof. Dr. Reinhard Andreesen, für sein Lebenswerk geehrt.
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Das, was Andreesen in jungen Jahren am Max-Planck-Institut für Immunbiologie in Freiburg als Vision hatte, Immunzellen eines Tages als Medikament verabreichen zu können, ist heute Realität. Der adoptive T-Zell-Transfer, so Prof. Dr. Philipp Beckhove, wurde in Regensburg als einem der ersten deutschen Standorte vorgenommen. Dabei werden dem Patienten TILs (Tumor-infiltrierende Lymphozyten) entnommen, in vitro vermehrt und dem Patienten als tumorreaktive T-Zellen wieder infundiert. Dem Problem der Autoimmunität, das bei dieser Art der Therapie – ähnlich wie bei der Transplantatabstoßung – besteht, wird über eine regulatorische Zelltherapie mit Tregs angegangen, in diesem Bereich forscht Prof. Mathias Edinger.

Wie Immunzellen mit Tumorzellen interagieren, ist der Forschungsansatz, dem sich am RCI mehrere Arbeitsgruppen widmen. So gibt es neben der Gruppe „Adoptiver Transfer CD4+CD25+ regulatorischer T-Zellen zur Induktion von Toleranz“ auch das José-Carreras-Centrum für somatische Zelltherapie. Hier sollen einzelne Immunzellen selektioniert, expandiert und dem Patienten wieder appliziert werden.

 
Prof. Dr. Andreesen (l.) mit seiner Frau Brigitte und Festredner Prof. Dr. Dr. Ernst Rietschel (Präsident der Leibniz-Gemeinschaft a.D.). ©UKR
Prof. Dr. Andreesen (l.) mit seiner Frau Brigitte und Festredner Prof. Dr. Dr. Ernst Rietschel (Präsident der Leibniz-Gemeinschaft a.D.). ©UKR


Prof. Andreesen hat bis 1975 in Freiburg, Heidelberg und Südafrika Medizin studiert. In Südafrika entstand bereits 1976 die "Initiative Lesotho"/Bonga-Schule. 1991 wurde er Leiter der Abteilung für Hämatologie und Internistische Onkologie. Unter seinem Vorsitz wurde im Jahr 2000 die Leukämiehilfe Ostbayern e.V. gegründet. Mit ihr wurden und werden Psychoonkologische Beratungsangebote, ambulante Palliativmedizin, Kunsttherapie und onkologische Sportgruppen, die damals von keiner Krankenkasse getragen wurden, in der Region mit Spenden unterstützt. „Gerade im Umgang mit Krebspatienten und ihren Angehörigen ist besondere Sensibilität erforderlich, denn hier ändern sich Schicksale für immer", so der Leitsatz von Prof. Andreesen. Als Prorektor der Universität Regensburg (2007-2009) schloss er mit der Universität von Lusaka, Sambia, zum Austausch von Studenten, Ärzten und Wissenschaftlern eine Koooperation. 2014 erhielt Prof. Andreesen für sein Engagement das Bundesverdienstkreuz. Andreesen sei, so sein Freund und langjähriger Mitstreiter Prof. Ernst Rietschel, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft a.D, ein Kulturmensch: offen, empathisch, an Sprachen und Verständigung interessiert, immer bereit, sein Wissen zu teilen.

Immunologische Grundlagenforschung in neue Therapieansätze überführen und Patienten wohnortnah behandeln

Die Universität hat vor 50 Jahren ihren Betrieb aufgenommen, und seitdem hat sich das etwas verschlafene Städtchen Regensburg zu einem angesehenen Wissenschaftsstandort entwickelt, so Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer. "Das Uniklinikum feiert 25-jähriges Bestehen – und ist damit halb so alt wie wir, aber immerhin." Die 2,2 Millionen Einwohner Ostbayerns identifizierten sich mit ihrem Universitätsklinikum, sagte Maltz-Schwarzfischer. Gefördert vom Freistaat Bayern wurde unter anderem auch das bayernweite Forschungsnetzwerk BayImmuNet, das von Regensburg aus die Entwicklung von Immuntherapien an bayerischen Universitätskliniken koordinierte. 2010 wurde hierauf aufbauend das RCI der Universität Regensburg als einer der "wissenschaftlichen Leuchttürme Bayerns" gegründet. Die Finanzierung ist gesichert:  2,4 Millionen Euro im Jahr 2017 und 700.000 Euro im Jahr 2018 sind im Doppelhaushalt der Bayerischen Staatsregierung für das RCI vorgesehen, so Staatssekretär Bernd Sibler, MdL. Damit sei die Überführung des RCI (http://www.rcii.de) in ein Leibniz-Institut auf einem guten Weg. Die Mitgliedschaft in der Leibniz-Gemeinschaft wird für 2020 plus angestrebt. Die Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft (https://www.leibniz-gemeinschaft.de) kooperieren auf nationaler und internationaler Ebene mit Hochschulen, Instituten anderer Forschungsorganisationen, Wirtschaftsunternehmen, staatlichen Institutionen und gesellschaftlichen Organisationen.   
RCI, Stammzellaufbereitung @UKR
@UKR

Die Nachfolge von Prof. Andreesen, der seit 2013 emeritiert ist, als Direktor des RCI hat Prof. Dr. Philipp Beckhove angetreten, der seit 2015 den Lehrstuhl für Immunologie innehat. Ab April wird als einer von insgesamt 4 neuen Lehrstühlen ein neuer Lehrstuhl für Immuntherapie besetzt. Für die Klinik und Poliklinik für Innere Medizin III ist Prof. Wolfgang Herr Andreesens Nachfolger.
Das RCI-Gebäude "D5", für das gestern der Grundstein gelegt wurde, wird mit über 1.500 Quadratmetern Nutzfläche Labore und Arbeitsräume beherbergen und soll 2019/2020 bezugsfertig sein.

ab
Festakt zur akademischen Würdigung von Prof. Dr. Reinhard Andreesen, Grundsteinlegung für Forschungsgebäude D5, 8.3.2017, Universitätsklinikum Regensburg
 
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