Freitag, 18. August 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
Fachinformation
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
23. November 2012

Prostatakarzinom: Degarelix wirksam und sicher bei verbesserter Lebensqualität

Der GnRH-Blocker Degarelix verfügt über ein breites Spektrum beachtenswerter Studienergebnisse, so das Fazit führender Experten über die aktuellen Daten: Degarelix erwies sich in einer nicht-interventionellen Studie als erfolgreich und verbesserte beziehungsweise stabilisierte die Lebensqualität (1). In einer klinischen Studie zeigte sich unter dem Medikament keine erhöhte Rate an kardiovaskulären Ereignissen. Ferner ist Degarelix zur intermittierenden Therapie bei Patienten mit der entsprechenden Behandlungsoption geeignet - die Zeitdauer zwischen Testosteron- und PSA-Anstieg betrug 228 Tage. Dies ist die Zeit, in der der Patient von der intermittierenden Therapie profitiert.

 Versorgungsforschung aus dem IQUO bestätigt klinische Studiendaten

Ziel der nicht-interventionellen Studie war es, Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit von Degarelix bei PCa-Patienten im Praxisalltag zu erheben. Das Team um Dr. Götz Geiges (Berlin) (2) analysierte die Daten von 490 Patienten aller Krankheitsstadien mit einem Durchschnittsalter von 70,1 Jahren. Zu Beginn der Studie lag der mediane PSA-Wert bei 13,2 ng/ml (3). „Für Patienten mit dem Ausgangs-PSA-Wert <10 ng/ml lag der Anteil der Patienten, deren PSA-Wert nach einem Monat auf ≤4 ng/ml sank, bei 64,8 Prozent; 85,5% erreichten diesen Wert nach 6 und 82,8% nach 12 Monaten“, führte Geiges aus. Die alkalische Phosphatase (n=78) verringerte sich vom mittleren Ausgangswert 227,1 IU/l nach einem Monat auf 130,69 IU/l und blieb bis Monat 12 (138,1 IU/l) unter diesem Niveau. Die initialen Testosteronwerte waren bei 45,8% (n=72) der Patienten über dem Kastrationsniveau von 0,5 ng/ml. Zwei Drittel der hormonell Vorbehandelten hatte nach 6 Monaten einen gesenkten oder stabilen PSA-Wert, nach 12 Monaten war dies bei 55% der Patienten der Fall.

Schnelle Senkung des Tumorvolumens

Gemessen im transrektalen Ultraschall (TRUS) (bei n=48) verringerte sich das Prostatavolumen sehr schnell - nach 3 Monaten auf 28,0 ml. Das entspricht bei einem mittleren Ausgangswert von 38,1 ml einer Reduktion von 26,5% (2). Die IQUO-Studie zeigte zudem eine Verbesserung der Lebensqualität unter Degarelix. So berichteten die Patienten bei der letzten Untersuchung über eine um 20,9% reduzierte Schmerzfrequenz und über eine um 58,8 Prozent verringerte Häufigkeit an Rückenschmerzen. „Im Praxisalltag bestätigte sich die Wirksamkeit und Sicherheit von Degarelix, die vergleichbar zu anderen Hormonentzugstherapien ist. Die ALP-Kontrolle und die Reduktion des Prostatavolumens bestätigten die Studiendaten“, fasste Geiges die Ergebnisse zusammen.

Rate an kardiovaskulären Ereignissen bleibt vor und nach der Behandlung mit Degarelix unverändert

In den meisten bevölkerungsbasierten Studien war bei Patienten unter LHRH-Agonisten das Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen erhöht. Ausgehend von dieser Datenlage forderte die Food and Drug Administration (FDA) am 20. Oktober 2010 von den Herstellern der LHRH-Agonisten einen entsprechenden zusätzlichen Warnhinweis auf dem Beipackzettel. „Die meisten großen, populationsbasierten Studien wiesen, im Gegensatz zu LHRH-Agonisten, keinen Zusammenhang zwischen Orchiektomie und einer erhöhten Rate an kardiovaskulären Ereignissen nach“, erklärte Professor Dr. Peter Hammerer (Braunschweig). D. h. unterschiedliche Mechanismen für den Hormonentzug sind möglicherweise mit einem unterschiedlichen Risiko, kardiovaskuläre Ereignisse zu erleiden, verbunden. Vergleichbar mit der Orchiektomie bewirkt der GnRH-Blocker Degarelix einen schnellen Testosteronabfall. In einer prospektiven Studie von Smith et al. (4) wurden die Daten von 1.704 Degarelix-Patienten analysiert: Bei der Gesamtpatientenpopulation war die Rate an kardiovaskulären Ereignissen vor und nach der Behandlung mit Degarelix vergleichbar (5,5 vs. 6,1/100 Personen-Jahre, p=0,45).

Dagegen traten Krankheitsereignisse hauptsächlich bei Männern mit bereits bestehender koronarer Herzkrankheit (KHK) auf, deren Anstieg bereits vor Beginn der Therapie mit Degarelix begann. Neueren Studien zufolge befinden sich GnRH-Rezeptoren auf Lymphozyten in atherosklerotischen Plaques. Dieses sei, so Hammerer, eine weitere mögliche Ursache für die Beeinflussung der kardiovaskulären Morbidität, die die Unterschiede zwischen Agonisten und Antagonisten erklären könnte. Weitere vergleichende klinische Studien mit einem längeren Follow-up könnten das überlegene Sicherheitsprofil von Degarelix gegenüber LHRH-Agonisten im Hinblick auf kardiovaskuläre Erkrankungen vollständig darstellen.

Degarelix - geeignet für die intermittierende Androgendeprivationstherapie

Laut Hussain et al. (5) hatten in der größten randomisierten Studie zur metastasierten Situation Patienten mit der kontinuierlichen Androgendeprivationstherapie einen leichten, aber signifikanten Gesamtüberlebensvorteil gegenüber denjenigen mit der intermittierenden Behandlung. Doch steht bei der palliativen Krebstherapie nicht nur das Gesamtüberleben im Vordergrund, sondern die Lebensqualität des Patienten spielt eine nicht weniger entscheidende Rolle. Bei der intermittierenden Therapie kann in den Off-Treatment-Phasen mehr an Lebensqualität hinsichtlich der Sexualfunktion gewonnen werden. Ein Team um Professor Dr. Peter Albers (Düsseldorf) untersuchte in der CS29-Studie (6), inwieweit Degarelix für die intermittierende Therapie geeignet ist. Das ist die erste Studie mit Degarelix zu dieser Fragestellung. In der open-label, zwei-zyklischen Studie wurden Patienten aller Krankheitsstadien aufgenommen und über 7 Monate kontinuierlich behandelt. Der PSA-Wert betrug am Ende dieser Behandlungsphase <4 ng/ml. Die maximal 24 Monate dauernde Off-Treatment-Phase erfolgte bis zum PSA-Wiederanstieg von >4 ng/ml. „Zwischen Testosteron- und PSA-Anstieg lagen 228 Tage“, erklärt Albers. Der Ausgangs-PSA-Wert beeinflusste die PSA-Anstiegsgeschwindigkeit während der Off-Phase signifikant. Hinsichtlich der Lebensqualität berichteten die Patienten über eine Verbesserung der Sexualfunktion im Laufe der Off-Phase. „Laut den vorliegenden Studiendaten eignet sich der GnRH-Blocker Degarelix für die intermittierende Therapie“, betonte Albers. Es erfolgte eine wesentlich schnellere Absenkung des Testosteron- und PSA-Wertes als unter Leuprorelin.

Literaturhinweis:
(1) Geiges et al., What patient groups have special benefits using the GnRH-Antagonist Degarelix? Conclusions based on real life data from a German registry. Poster ESMO-ECCO 2012 & Wolff et al., Health care cost in prostate cancer patients treated with Degarelix are lower in hormone-naïve patients as compared to hormonally pre-treated patients. Poster GU-ASCO 2012.
(2) Geiges G et al., Versorgungsforschung aus dem IQUO bestätigt Studiendaten: ALP Kontrolle (12 Monate) und schnelle Volumenreduktion (3 Monate) unter Degarelix, Symposiums-Vortrag DGU 2012.
(3) Geiges G et al., Alkaline phosphatase control and prostate volume reduction under Degarelix treatment in prostate cancer patients confirmed by real life data from a German registry. Poster AUA 2012.
(4) Smith et al., J Urol. 2011; 186: 1835-1842.
(5) Hussain M et al., J Clin Oncol 30, 2012 (suppl; sbstr 4, ASCO 2012).
(6) Albers et al., Intermittierende Androgen-Deprivationstherapie früher und heute - Was gibt es Neues? data on file

Quelle: Satelliten-Symposium „Degarelix: Der Patient im Mittelpunkt“ am 28. September 2012, Congress-Center Leipzig im Rahmen des 64. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Urologie; Ferring Arzneimittel
 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
STICHWÖRTER:



Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CUP
NET
CML
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
ASCO 2017