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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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10. November 2016

Präzisionstherapie bei CML mittels Biomarker L-Selektin (CD62L)

Der Einsatz moderner Targeted-Drugs bei der Chronischen myeloischen Leukämie (CML) gilt als Paradigma erfolgreich praktizierter, gezielter Krebstherapie. Mit der Identifizierung eines neuen Biomarkers gelingt Innsbrucker Krebsforschern nun ein weiterer Fortschritt in der Präzisionstherapie. Der neue immunologische Marker L-Selektin (CD62L) erlaubt schon zum Zeitpunkt der Diagnose eine Prognose über die Aggressivität der CML und das individuelle molekulare Ansprechen auf die Therapie. Dem Ziel, schon vor Therapiestart jene Patienten identifizieren zu können, bei denen die bisherige Dauertherapie erfolgreich abgesetzt werden kann, kommt man damit entschieden näher.
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Die zur Gruppe der Myeloproliferativen Neoplasien zählende CML resultiert aus einer genetischen Störung hämatopoetischer Stammzellen. An CML erkranken pro Jahr europaweit rund 6.500 Menschen neu. Mit Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI), dem medikamentösen "Goldstandard" der CML-Behandlung, konnte die Lebenserwartung von CML-Patienten der von Gesunden inzwischen nahezu angeglichen werden. Die Schattenseite der Therapie zeigt sich in Nebenwirkungen der Dauertherapie, zumal die Medikamente nach bisherigem Kenntnisstand lebenslang eingenommen werden müssen. Seit kurzem weiß man, dass ein Teil der Patienten – jene, die molekular besonders gut ansprechen – die Medikamente schließlich absetzen und damit therapie- und nebenwirkungsfrei leben kann.

Therapieentscheidende Erkenntnis

Hier setzt die aktuelle, im hochrangigen Fachmagazin Journal of Clinical Oncology veröffentlichte Forschungsarbeit (1) von Sieghart Sopper und Dominik Wolf an, die gemeinsam mit Günther Gastl, dem Direktor der Univ.-Klinik für Innere Medizin V (Hämatologie und Onkologie) an der Medizinischen Universität Innsbruck einen neuen Biomarker für die Aggressivität der CML und das Ansprechen auf die CML-Behandlung identifizieren konnten. "Anhand eines umfassenden, zentral an der Innsbrucker Univ.-Klinik für Hämatologie und Onkologie durchgeführten Monitorings von Blutproben aus ganz Europa und anschließender Validierung der Daten an deutschen und australischen Kohorten konnte die Forschergruppe nachweisen, dass CML-Patienten mit hohen löslichen CD62L-Spiegeln eine aggressive Verlaufsform aufweisen. "Dies ist wahrscheinlich Folge eines hoch entzündlichen Tumormikromilieus, was mit einem schlechteren molekularen Ansprechen auf die Therapie verbunden ist", erklärt Sieghart Sopper, der in Innsbruck u.a. die Arbeitsgruppe Tumorimmunologie leitet.

Mit dem neuen immunologischen Biomarker CD62L (L-Selektin) steht der modernen Krebsbehandlung nun ein innovatives Instrument für eine zielgenauere Therapiewahl zur Verfügung.
 
Valider Biomarker mit Mehrwert

"Zwar wurden auch bislang auf klinischen Parametern basierende Risiko-Scores für die Therapiewahl herangezogen, doch valide Biomarker waren rar", weiß Hämatologe Dominik Wolf, der in Innsbruck und Bonn bereits seit vielen Jahren zu Leukämie-Erkrankungen forscht und am Universitätsklinikum Bonn den Forschungsbereich Tumorimmunologie und als stellvertretender Klinikdirektor das myeloische Forschungsprogramm und den Bereich Knochenmarkstransplantation leitet. "Mit der neuen Erkenntnis wird es möglich sein, Patienten mit einer schlechteren Prognose von Beginn an mit wirksameren Substanzen oder Substanzkombinationen zu behandeln, um letztlich die Tumorlast so weit zu reduzieren, dass nach einiger Zeit die Therapie erfolgreich abgesetzt werden kann." Das Potenzial des Markers soll nun in weiteren malignen Bluterkrankungen, wie den Philadelphia Chromosom-negativen Myeloproliferativen Neoplasien und Myelodysplastischen Syndromen getestet werden.

Der aktuelle Forschungserfolg gelang im Rahmen eines Konsortiums von  Forschern aus Österreich, Holland und Finnland, welches, eingebettet in die ENEST1st-Studie (2), noch zahlreiche weitere Forschungsfragen und Projekte bearbeitet. "Er ist ein weiterer Beleg für den wachsenden Stellenwert eines umfassenden Immunmonitorings im Bereich der Hämato-Onkologie. Die Beteiligung an einer Vielzahl von internationalen klinischen Studien zeigt zudem, dass die Innsbrucker-Bonner Forschungsgruppe mit an der Spitze dieser Entwicklung steht", kommentiert Klinikdirektor Günther Gastl das Ergebnis.
Medizinische Universität Innsbruck
Literatur:
(1) Sopper S, Mustjoki S, White D et al.
Reduced CD62L Expression on T Cells and Increased Soluble CD62L Levels Predict Molecular Response to Tyrosine Kinase Inhibitor Therapy in Early Chronic-Phase Chronic Myelogenous Leukemia
J Clin Oncol; doi: 10.1200/JCO.2016.67.0893
http://ascopubs.org/doi/abs/10.1200/JCO.2016.67.0893
(2) Hochhaus A, Rosti G, Cross NCP et al.
Chronic myelogenous leukemia: Frontline nilotinib in patients with chronic myeloid
leukemia in chronic phase: results from the European ENEST1st stud
Leukemia (2016) 30, 57-64; doi:10.1038/leu.2015.270
http://www.nature.com/leu/journal/v30/n1/full/leu2015270a.html
 
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