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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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10. April 2013

Prävention durch HPV-Impfung konsequent nutzen

Australien zeigt die Chancen einer flächendeckenden HPV-Impfung auf: Mit dem 2007 eingeführten Schulimpfprogramm wird landesweit eine Impfrate von rund 70-80% in der Zielgruppe junger Frauen erzielt. Der daraus resultierende Erfolg beeindruckt bereits heute. So konnte die Prävalenz der impfrelevanten HPV-Typen 6, 11, 16 und 18 bei den 18- bis 24-jährigen Frauen um 77% reduziert werden (1).

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Auf dem Symposium von Sanofi Pasteur MSD anlässlich des Fortbildungskongresses der Frauenärztlichen BundesAkademie in Düsseldorf (07.-09. März 2013) stellten Impfexperten die aktuellen Daten zur Wirksamkeit des tetravalenten HPV-Impfstoffs vor. Nur durch eine konsequente Umsetzung der Impfung in der gynäkologischen Praxis können Mädchen und junge Frauen von dem effektiven HPV-Impfschutz durch Gardasil® profitieren.

Eine aktuelle Populationsuntersuchung aus Australien belegt eindrucksvoll den Rückgang der Prävalenz der HPV-Typen 6, 11, 16 und 18 nach Einführung des nationalen HPV-Impfprogramms um 77% bei jungen Frauen im Alter von 18 bis 24 Jahren. In dieser Untersuchung wurden zwei Probandinnengruppen miteinander verglichen. Die erste Gruppe schloss 202 18- bis 24-jährige, ungeimpfte Frauen aus dem Zeitraum 2005-2007 vor Einführung der HPV-Impfung ein. Bei 58 der Frauen (28,7%) konnte mittels PCR Testung HPV 6, 11, 16 oder 18 nachgewiesen werden. Die zweite Gruppe betrachtete Frauen, die im Rekrutierungszeitraum 2010-2011 18 bis 24 Jahre alt waren und daher am Impfprogramm teilnehmen konnten, aber da nicht alle Frauen das Angebot angenommen hatten, waren nur ca. 70% der Frauen geimpft. Bei 20 Frauen aus dieser Gruppe (6,7%) konnte HPV 6, 11, 16 oder 18 nachgewiesen werden (1).

Weniger Genitalwarzen bei jungen Frauen in Deutschland

Auch in Deutschland bestätigten nationale Daten die Wirksamkeit des tetravalenten HPV-Impfstoffs zum Schutz vor Erkrankungen, die mit spezifischen HPV-Typen assoziierten werden. Eine Analyse des Bremer Instituts für Epidemiologie und Präventionsforschung (BIPS) zeigte den Rückgang der Anzahl von Neuerkrankungen an HPV-6/11-assoziierten Genitalwarzen bei jungen Frauen zwischen 15 und 19 Jahren um 23% innerhalb eines Jahres. Die Auswertung basiert auf den Daten von rund 6,3 Millionen Versicherten einer gesetzlichen Krankenkasse für den Zeitraum von 2007-2008. Im Jahr 2007 wurde der HPV-Impfstoff eingeführt (2).

Da Genitalwarzen bereits drei bis fünf Monate nach einer Infektion mit den HPV-Typen 6 oder 11 auftreten, wird der Rückgang der Neuerkrankungen auch als Hinweis für die Wirksamkeit des Impfstoffs im Hinblick auf die Verhinderung von HPV-16/18-bedingtem Gebärmutterhalskrebs gewertet. Ein Effekt, der aufgrund der langen Zeit zwischen der Infektion mit den HPV-Typen 16 oder 18 und der Manifestation einer Krebserkrankung erst in einigen Jahren sichtbar werden wird.

Anhaltender HPV-Impfschutz durch Gardasil erneut bestätigt

Aktuelle Zwischenauswertungen der Nachbeobachtungsuntersuchungen aus den Zulassungsstudien zu Gardasil, die anlässlich der 28. Internationalen Papillomavirus-Konferenz (IPC) in Puerto Rico vorgestellt wurden, belegen, dass junge Frauen sowie Mädchen und Jungen bis zu acht Jahre nach der Impfung mit dem tetravalenten Impfstoff vor Infektionen mit den HPV-Typen 6, 11, 16 und 18 geschützt waren (3,4).

Um die Wirksamkeit, Sicherheit und Immunogenität des tetravalenten HPV-Impfstoffs zu untersuchen, wurden umfassende, internationale Studien durchgeführt. Die groß angelegten Langzeit-Follow-up-Studien schließen zum einen junge Frauen aus den ursprünglichen Zulassungsstudien ein, die zu Studienbeginn 16 bis 23 Jahre alt waren. Zum anderen Mädchen und Jungen, die bei Aufnahme in die Studien 9 bis 15 Jahre alt waren. Insgesamt werden die Studienteilnehmer über einen Zeitraum von mindestens 14 Jahren nachbeobachtet.

Impfschutz auch nach überwundener Erkrankung

Neben den Wirksamkeitsdaten bei Mädchen und Jungen sowie jungen Frauen wurde der Effekt der Impfung bei Frauen thematisiert, die sich einer Therapie aufgrund von HPV-6/11/16/18-assoziierten Erkrankungen unterziehen mussten. Bei den meisten Frauen, die wegen hochgradiger intraepithelialer Neoplasien am Gebärmutterhals (CIN 2/3) oder der Vulva (VIN 2/3) behandelt werden mussten, heilt die HPV-Infektion nach der Behandlung aus. Aber eine überwundene Infektion mit einem HPV-Typ hinterlässt keine lebenslange Immunität - eine Reinfektion mit demselben Typ ist möglich. "Die Entfernung des entarteten Gewebes am Gebärmutterhals kann zu einem zwei- bis vierfach erhöhtem Risiko für vorzeitigen Blasensprung und Frühgeburten führen. Daher ist die HPV-Impfung auch für Frauen mit Kinderwunsch empfehlenswert, die bereits wegen Krebsvorstufen am Gebärmutterhals behandelt wurden", so Prof. Monika Hampl in Düsseldorf.

In einer Subgruppenanalyse wurden die Daten von Teilnehmerinnen der klinischen Zulassungsstudien zu Gardasil ausgewertet, bei denen innerhalb des vierjährigen Studienzeitraums aufgrund einer diagnostizierten HPV-assoziierten Erkrankung eine chirurgische Behandlung (z. B. Konisation) erforderlich war. In der Analyse wurden die Daten geimpfter Frauen mit denen von Teilnehmerinnen aus der Placebo-Gruppe verglichen. Demnach hatten die geimpften Frauen im Schnitt 1,3 Jahre nach dem Eingriff ein um rund 79,1% signifikant niedrigeres Risiko für nachfolgende HPV-6/11/16/18-assoziierte Erkrankungen (CIN, VIN, VaIN und Genitalwarzen) als die Frauen in der Placebo-Gruppe (5).

Aktives HPV-Impfmanagement in der gynäkologischen Praxis ausbauen

Die HPV-Impfung ist eine Präventionsmaßnahme zum Schutz vor HPV-assoziierten Erkrankungen wie Krebsvorstufen an der Zervix, der Vulva und der Vagina sowie je nach Wahl des Impfstoffs auch vor Genitalwarzen. Den größten Nutzen bietet sie Mädchen, die noch nicht mit HPV 6, 11, 16 oder 18 in Kontakt gekommen sein können - also vor den ersten sexuellen Erfahrungen. Eine frühe Impfung bildet zusammen mit der regelmäßigen Krebsfrüherkennungsuntersuchung ab dem 20. Lebensjahr die bestmögliche Vorbeugung vor Gebärmutterhalskrebs.

Ein idealer Anlass, um die HPV-Impfung in der gynäkologischen Praxis anzusprechen, ist der Erstbesuch junger Frauen. "Die HPV-Impfung ist eine von der STIKO empfohlene Standardimpfung und sollte sowohl von Kinder- und Jugendärzten, Hausärzten, besonders aber Gynäkologen umgesetzt werden", forderte Dr. Michael Wojcinski aus Bielefeld, "Gynäkologen sollten Mütter und Töchter möglichst früh aktiv auf die Impfung ansprechen." Mütter mit Söhnen sollten ebenfalls zu HPV-bedingten Erkrankungen wie Genitalwarzen informiert werden, da diese sowohl bei Frauen, als auch bei Männern auftreten und auch Jungen bzw. Männer bestimmte HP-Viren übertragen können.

Literaturhinweise:
(1) Tabrizi SN et al. Fall in Human Papillomavirus Prevalence Following a National Vaccination Program. JID 2012;206:1645–1651.
(2) Mikolajczyk RT et al. Abstract SS 12-3. Eurogin 2012.
(3) Krüger Kjaer S et al. Long-term effectiveness of Gardasil in the Nordic countries. Abstract IPC 2012.
(4) Saah A et al. Long-term extension study of Gardasil in adolescents; results through month 96. Abstract IPC 2012.
(5) Joura EA et al. Effect of the human papillomavirus (HPV) quadrivalent vaccine in a subgroup of women with cervical and vulvar disease: retrospective pooled analysis of trial data. BMJ 2012;344:e1401.

Quelle: Sanofi Pasteur MSD
 
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