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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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16. Oktober 2016

DGHO 2016

Polycythaemia vera: Effektive Blutbildkontrolle durch JAK1/2-Inhibitor

Die Polycythaemia vera fällt vor allem durch einen erhöhten Hämatokrit sowie häufig durch Leuko- und Thrombozytose auf. Herkömmliche Therapien wie ein Aderlass und Hydroxyharnstoff reichen häufig nicht aus, um das Blutbild ausreichend zu kontrollieren. Mit dem JAK1/2-Inhibitor Ruxolitinib steht ein Medikament zur Verfügung, das in solchen Situationen den bisherigen Optionen deutlich und signifikant überlegen ist, wie bei einem Pressegespräch von Novartis anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) in Leipzig betont wurde.
Die Polycythaemia vera ist eine seltene Erkrankung (Inzidenz 0,7–2,6 pro 100.000 Einwohner), und sie ist gekennzeichnet durch einen erhöhten Hämatokrit sowie durch erhöhte Leukozyten- und Thrombozytenzahlen. Hauptmerkmale sind eine Erythrozytose (meist begleitet von einer Leukozytose und/oder einer Thrombozytose) und eine dadurch erhöhte Viskosität des Blutes, die mit einem erhöhten Thromboembolie-Risiko einhergeht. Bei vielen Patienten findet man eine Mutation des JAK2-Gens, die mit einer Überaktivierung und einer unkontrollierten Zellproliferation in der Hämatopoese einhergeht, d.h. einer gesteigerten Erythropoese plus häufig vermehrter Megakaryo- und Granulopoese.

Das Mortalitätsrisiko hängt stark vom Hämatokrit ab, so Prof. Christoph Scheid, Köln: Liegt er über 45%, so ist es ungefähr viermal höher als bei niedrigeren Werten. Das Hauptziel bei der Therapie der Polycythaemia vera ist daher die Senkung des Hämatokrits auf unter 45% und außerdem der Leukozyten auf unter 11 x 109/l, weil höhere Werte einen unabhängigen Risikofaktor für Thrombosen darstellen. Die Kontrolle des Blutbildes ist daher dringend erforderlich, um lebensverkürzende thromboembolische Ereignisse zu vermeiden. Außerdem sollen die Lebensqualität beeinträchtigende Symptome beseitigt oder zumindest gelindert und vor allem bei jüngeren Patienten die Lebenserwartung dadurch erhöht werden, dass man späte Komplikationen wie das Auftreten einer Myelofibrose oder eines myelodysplastischen Syndroms bzw. einer akuten myeloischen Leukämie verhindert.

Die Therapieempfehlungen zur Polycythaemia vera sehen zunächst eine Aderlass-Behandlung plus Gabe von Azetylsalizylsäure und als nächsten Schritt (bei ungenügendem Ansprechen) die Gabe von Hydroxyharnstoff vor. Reicht das nicht aus, so steht mit dem JAK1/2-Inhibitor Ruxolitinib der Standard der Therapie in der Zweitlinie der Polycythaemia vera zur Verfügung, so Scheid. Ruxolitinib hatte in der Phase-III-Studie RESPONSE-2 gegenüber den besten sonst verfügbaren Therapieoptionen eine effektive Blutbildkontrolle bei zuvor ungenügend kontrollierten Patienten gezeigt: So wurde bei 62% der Patienten im Ruxolitinib-, aber nur bei 19% im Kontrollarm nach 28 Wochen eine Kontrolle des Hämatokrits gefunden, und bei 23% derer im Ruxolitinib-, aber nur bei 5,3% im Kontrollarm zeigte sich eine komplette Normalisierung in allen hämatologischen Parametern. Patienten mit einer Unverträglichkeit gegenüber Hydroxyurea sprachen jeweils etwas besser an als jene mit einer Resistenz gegenüber dem Zytostatikum.

Ruxolitinib, so Scheid, ist eine wertvolle Ergänzung des therapeutischen Armamentariums bei der Polycythaemia vera: Vor allem in der Zweitlinie bei Patienten, die auf Hydroxyurea nicht angesprochen haben oder es nicht vertragen, und bei solchen Patienten, die eine massive Splenomegalie und persistierende Symptome aufweisen, ist es aus der Behandlung nicht mehr wegzudenken. Die klassische Methode der Phlebotomie hat bei diesen Patienten ihre Grenzen, weil sie bei häufig wiederholter Anwendung einen Eisenmangel verursachen kann und außerdem nicht wirksam ist zur Kontrolle von Leukozyten und Thrombozyten.
jg
 
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