Sonntag, 24. Juni 2018
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren
Zentren
Kasuistiken


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
01. März 2018 Seite 1/2

Platin-sensitives Ovarialkarzinomrezidiv: Erhaltungstherapie mit Niraparib

Seit der Zulassung von Niraparib (Zejula®) im November 2017 kann allen Patientinnen mit rezidiviertem Ovarialkarzinom, die auf die Platin-basierte Rezidivtherapie angesprochen haben, eine Erhaltungstherapie mit dem PARP-Inhibitor angeboten werden. Die Bestimmung des BRCA-Mutationsstatus ist nicht notwendig. Ein Lunch-Symposium im Rahmen des 10. Kongresses für Gynäkologie und Geburtshilfe informierte über die Daten der Zulassungsstudie, aktuelle Auswertungen und das Therapiemanagement.
Noch in den 1990er und den 2000er Jahren wurden Patientinnen mit einem Ovarialkarzinom-Rezidiv ausschließlich über das Platin-freie Therapieintervall in Platin-sensitiv und Platin-resistent eingeteilt. Diese Einteilung mit dem Cut-off bei 6 Monaten sei als Grundlage für Therapieentscheidungen in der Rezidivsituation nicht mehr ausreichend, sagte Prof. Annette Hasenburg, Mainz. Problematisch sei in diesem Zusammenhang bereits die Definition des therapiefreien Intervalls (TFI), für das es keine festen Grenzen gebe. Nicht nur der Zeitpunkt des Nachsorgetermins, sondern auch die Untersuchungsmethode (Tumormarkerbestimmung, Bildgebung, klinische Untersuchung) kann die Länge des TFI beeinflussen. Der Tumormarker könne bereits ansteigen, bevor in der Bildgebung ein Rezidiv entdeckt würde, und symptomatisch könne die Patientin wiederum erst mit weiterer Verzögerung werden, so Hasenburg. Bei der Bestimmung des TFI sollte die Zeit seit der letzten Platindosis berücksichtigt werden, aber auch die Zeit seit der letzten nicht-Platin-basierten Therapie und der letzten biologischen Therapie (1). Statt von „Platin-sensibel“ sollte man vielmehr von „Platin-eligible“ sprechen, was bedeutet, dass eine Rezidiv-Patientin erneut von Platin profitieren kann.

Therapieoptionen in der Rezidivsituation
„Die Entscheidung für die Rezidivbehandlung muss sich auch nach einer Vielzahl anderer Faktoren richten“, erklärte Hasenburg. Ist die Patientin fit genug für eine (erneute) Rezidivtherapie? Ist eine zweite Operation eine Option? Wie viele und welche Vortherapien hat sie bekommen? Gibt es (potentielle) Prädiktoren, wie BRCA-Status und histologischer Typ? Wie hat die Patientin die Platin-basierte Chemotherapie vertragen?

Eine erneute zytoreduktive Operation kann in der Rezidivsituation eine Option sein, wie die Daten der AGO-DESKTOP-III-Studie zeigen (2). Patientinnen mit positivem AGO-Score (ECOG Performance Status 0, Aszites ≤ 500 ml und Komplettresektion bei der Primär-OP) und Platin-sensiblem Ovarialkarzinom-Rezidiv hatten durch den erneuten chirurgischen Eingriff ein um 5,6 Monate verlängertes progressionsfreies Überleben (PFS). „Allerdings haben die Frauen den Nutzen nur, wenn eine makroskopische Komplettresektion gelingt“, betonte Hasenburg. Gegenüber nicht operierten Patientinnen profitierten solche nach R0-Resektion mit einer Hazard Ratio von 0,56; das mediane PFS war gegenüber den nicht operierten Patientinnen um 7,2 Monate verlängert. „Wenn nach der Operation ein Tumorrest zurückbleibt, hat die zweite Operation keinen Nutzen. Es ist also von großer Bedeutung, die „richtigen“ Patientinnen auszuwählen und die Operation in einem Zentrum mit Expertise durchführen zu lassen, damit eine Komplettresektion erzielt werden kann“, resümierte Hasenburg.

Eng verknüpft mit der Frage nach dem Remissionsdruck und der Krankheitslast ist die Lebensqualität, die für die betroffenen Frauen in der ihnen bleibenden Zeit zentral ist. Ziel ist, möglichst lange ohne belastende Krankheitssymptome und ohne gravierende Therapienebenwirkungen zu leben. Ein weithin akzeptiertes und im Alltag praktikables Instrument zur Erfassung psychosozialer Belastungen bei onkologischen Patienten stellt für Hasenburg das NCCN Distress-Thermometer dar (3).

PARP-Inhibition nach Ansprechen auf Platin
Patientinnen, die auf eine systemische Rezidivtherapie mit einer Platin-basierten Chemotherapie ansprechen, können eine Erhaltungstherapie mit einem PARP-Inhibitor erhalten. Olaparib, der erste Vertreter der Substanzklasse, kann allerdings nur bei Frauen mit BRCA-Mutation und Platin-sensibler Erkrankung eingesetzt werden. In einer Phase-II-Studie hatte die Monotherapie mit Olaparib bei Patientinnen mit high grade serösem Ovarialkarzinomrezidiv und einer BRCA-Mutation das mediane PFS von 4,3 Monaten in der Placebogruppe auf 11,2 Monate unter Olaparib verlängert (HR=0,18; 0,10-0,31; p<0,0001) (4). „Das entspricht einer Reduktion des Risikos für Progression oder Tod um 82% bei dieser Patientinnengruppe“, erklärte Hasenburg. Auch die aktuelle S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren empfiehlt die Erhaltungstherapie mit einem PARP-Inhibitor bei Patientinnen mit Rezidiv eines high grade serösen Ovarialkarzinoms, die auf eine vorherige Platin-basierte Chemotherapie angesprochen haben und bei denen zudem eine BRCA-Mutation vorliegt.

Niraparib ohne Einschränkung bezüglich des BRCA-Mutationsstatus zugelassen
Der seit November 2017 zugelassene PARP-Inhibitor Niraparib kann dagegen auch bei Frauen ohne nachgewiesene BRCA-Mutation eingesetzt werden. Die Erhaltungstherapie mit Niraparib hatte in der Phase-III-Studie AGO-OVAR 2.22/ENGOT-OV16/NOVA nach Ansprechen auf eine vorherige Platin-basierte Chemotherapie das PFS unabhängig vom BRCA-Mutationsstatus der Frauen verlängert (5). Die doppelblinde, Placebo-kontrollierte-Studie hatte eine Erhaltungstherapie mit Niraparib bei Frauen mit Rezidiv eines Platin-sensiblen, gering differenzierten serösen Karzinoms der Ovarien, der Tuben oder mit primärer Peritonealkarzinose untersucht. Zwar profitierten die Patientinnen mit BRCA-Keimbahnmutation mit einer Verlängerung des medianen PFS auf 21,0 Monate gegenüber 5,5 Monate unter Placebo (HR=0,27; 95%-KI: 0,17-0,41; p<0,001) in besonderem Maße, doch auch in der Kohorte der Frauen ohne BRCA-Keimbahnmutation zeigte sich mit einem medianen PFS von 9,3 Monaten unter Niraparib vs. 3,9 Monaten unter Placebo (HR=0,45; 95%-KI: 0,34-0,61; p<0,001) ein deutlicher Benefit für die Frauen. Aufgrund der guten Wirksamkeit von Niraparib in beiden Kohorten wurde der PARP-Inhibitor ohne Einschränkung in Bezug auf den BRCA-Mutationsstatus zugelassen. Seit der Einführung von Niraparib steht damit neben der Möglichkeit einer antiangiogenen Therapie die Erhaltungstherapie mit einem PARP-Inhibitor für alle Rezidivpatientinnen, die auf die Platin-basierte Chemotherapie ansprechen, zur Verfügung. „Niraparib zeigt einen klinischen Nutzen unabhängig vom BRCA-Status der Patientin. Der Nachweis eines positiven BRCA-Mutationsstatus ist also nicht mehr notwendig, auch wenn der größte Nutzen der PARP-Inhibition in der Therapie des Ovarialkarzinomrezidivs bei Patientinnen mit BRCA-Mutation – somatisch oder Keimbahn – beobachtet wurde“, fasste Hasenburg zusammen. Die bislang noch nicht beobachtete Verlängerung des PFS durch die PARP-Inhibition stelle einen bedeutenden Fortschritt in der Therapie des Ovarialkarzinomrezidivs dar. Bester Biomarker dafür, dass eine Patientin von der PARP-Inhibition profitiert, sei das Ansprechen auf die Platintherapie, so Hasenburg.

Die derzeit laufende randomisierte, Placebo-kontrollierte, doppelblinde Phase-III-Studie ENGOT-OV26/PRIMA untersucht die Erhaltungstherapie mit Niraparib nun bereits in der Primärtherapie, nämlich bei Frauen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom (FIGO-Stadium III oder IV), die auf die Platin-basierte Firstline-Chemotherapie mit einer partiellen oder kompletten Remission angesprochen haben. Sie erhalten in einer 2:1 Randomisierung täglich 300 mg Niraparib als Dauertherapie in 28-tägigen Zyklen oder Placebo. Alle Patientinnen werden auf eine Homologe Rekombinationsdefizienz (HRD) des Tumors getestet. Primärer Endpunkt ist das PFS bei HRD-positiven Patientinnen.
 
Vorherige Seite
1 2
 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!



Anzeige:
Zur Fachinformation
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
NET
CUP
CML
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Fachgesellschaften
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
Betroffenenrechte
AGB
Fakten über Krebs
 
EHA 2018