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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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12. März 2013

Pertuzumab nun zugelassen - Meilenstein für die 1st-Line-Therapie des metastasierten HER2-positiven Mammakarzinoms

Seit März 2013 ist Pertuzumab (Perjeta®) in Kombination mit dem bisherigen Therapiestandard Trastuzumab (Herceptin®) plus Docetaxel für die 1st-Line-Therapie des metastasierten HER2-positiven Mammakarzinoms zugelassen. In der Behandlung dieser schweren Tumorerkrankung leitet dies eine neue Ära ein: Der humanisierte monoklonale Antikörper ermöglicht eine bislang einzigartige zielgerichtete Therapie, die den betroffenen Frauen die Aussicht auf ein signifikant verlängertes Gesamtüberleben (OS) eröffnet (1). Anlässlich der Zulassung erläuterten PD Dr. Brigitte Rack, München, und Prof. Dr. Andreas Schneeweiss, Heidelberg, den hohen Stellenwert der neuen Therapieoption und den einzigartigen Wirkmechanismus des HER2-Dimerisierungs-Inhibitors Pertuzumab.

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Bei etwa jeder fünften Patientin mit Brustkrebs wird HER2 auf der Oberfläche der Tumorzellen überexprimiert (2). Aufgrund eines besonders aggressiven Tumorverhaltens galt der positive HER2-Status lange als ein äußerst negativer prognostischer Faktor (3). Die Zulassung des ersten gegen HER2-gerichteten Antikörpers Trastuzumab im Jahr 2000 hat die Prognose der betroffenen Frauen entscheidend verbessert: Heute ist der positive Rezeptorstatus mit einem signifikanten Überlebensvorteil assoziiert (4). Dennoch schreitet die Erkrankung bei jeder zweiten Patientin innerhalb eines Jahres voran. „Gerade für Frauen mit einer metastasierten Brustkrebserkrankung haben wir einen dringenden Bedarf an neuen, HER2-spezifischen Therapieoptionen“, betonte Rack. „Die Zulassung von Pertuzumab ist daher für die klinische Praxis von höchster Relevanz. Mit der zusätzlichen Gabe von Pertuzumab zum bisherigen Standard Trastuzumab plus Docetaxel können wir unsere Patientinnen erheblich effektiver behandeln - und dies nicht auf Kosten einer gesteigerten Toxizität.“
 
CLEOPATRA-Studie: Signifikanter Überlebensvorteil mit Pertuzumab

Die Ergebnisse der randomisierten, Placebo-kontrollierten Phase-III-Zulassungsstudie CLEOPATRA belegen die Vorteile der neuen Behandlungsstrategie: Bei zuvor gegen die metastasierte Erkrankung nicht behandelten Patientinnen reduzierte Pertuzumab in Kombination mit Trastuzumab plus Docetaxel das Sterberisiko hochsignifikant um 34% (HR = 0,66; p = 0,0008). Während der Median im Kontrollarm bei 37,6 Monaten lag, war er zum Zeitpunkt dieser OS-Analyse im Pertuzumab-Arm noch nicht erreicht, da über die Hälfte der Patientinnen noch lebte (1). Auch hinsichtlich der weiteren zentralen klinischen Endpunkte war das Pertuzumab-Regime dem bisherigen Standard überlegen: So verlängerte Pertuzumab das progressionsfreie Überleben (PFS) von median 12,4 auf 18,5 Monate (HR = 0,62; p < 0,0001); die objektive Ansprechrate (ORR) verbesserte sich von 69,3 auf 80,2% (p = 0,0011) (5). Gleichzeitig erwies sich die zusätzliche Behandlung mit Pertuzumab als sicher und gut verträglich: Die Abbruchraten im Pertuzumab-Arm waren nahezu identisch mit denen im Kontrollarm (6,1 vs. 5,3%). Nebenwirkungen ≥ Grad 3 traten fast ausschließlich während der initialen Kombination mit der Taxan-Chemotherapie auf (6). „Die Ergebnisse der CLEOPATRA-Studie belegen eindeutig die hohe Wirksamkeit von Pertuzumab“, so das Fazit von Schneeweiss. „Mit der Kombination Pertuzumab plus Trastuzumab plus Docetaxel haben wir einen neuen Standard für die 1st-Line-Therapie des metastasierten HER2-positiven Mammakarzinoms.“
 
Einzigartiger Wirkmechanismus: HER2-Dimerisierungs-Inhibition

Die hohe Wirksamkeit des Pertuzumab-basierten Therapieregimes beim HER2-positiven Mammakarzinom beruht auf dem einzigartigen Wirkmechanismus der Substanz: Mit Pertuzumab wurde erstmals ein Medikament entwickelt, das speziell die Dimerisierung des HER2-Rezeptors mit anderen Mitgliedern der HER-Familie - insbesondere HER3 - unterbindet. Dadurch blockiert Pertuzumab gezielt Wachstumsimpulse, die für die Tumorprogression von zentraler Bedeutung sind. „Dieser Wirkmechanismus der HER2-Dimerisierungs-Inhibition ist komplementär zum dem von Trastuzumab“, erklärte Schneeweiss. „Die Kombination Pertuzumab plus Trastuzumab ermöglicht daher, HER2-spezifische Tumorsignale noch effektiver zu blockieren“.
 
Literaturhinweise:
(1) Swain S et al., SABCS 2012; Poster # P5-18-26
(2) Wolff A et al., Arch Pathol Lab Med 2007; 131
(3) Slamon D et al., Science 1989; 244: 707-12
(4) Dawood S et al., J Clin Oncol 2010; 28: 92-8
(5) Baselga J et al., N Engl J Med 2012; 366: 109-19
(6) Baselga J et al., J Clin Oncol 2012; 30 (suppl), Abstract # 597

 
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