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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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13. April 2015

Pankreaskarzinom: Genomsequenzierung und Kopienanzahl-Analyse eröffnet individualisierte Therapiemöglichkeiten

Durch ein internationales Forscher-Konsortium mit der Technischen Universität Dresden als einzigem deutschen Partner wurden das Genom von insgesamt 100 Pankreaskarzinomen komplett sequenziert und zusätzlich eine Genkopienanzahl-Analyse vorgenommen. Dabei konnte das Wissenschaftlerteam neben den beim Pankreaskarzinom bekannten Genveränderungen auch völlig neue Veränderungen identifizieren. Das Dresdner Forscherteam um Prof. Robert Grützmann und Prof. Christian Pilarsky gehört zur Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden, die unter der Leitung von Prof. Jürgen Weitz die onkologische Forschung als wesentlichen Schwerpunkt vorantreibt.

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Neue Behandlungsoptionen beim Bauchspeicheldrüsenkrebs durch Genomsequenzierung

"Neben den beim Pankreaskarzinom bekannten Veränderungen der Gene KRAS, TP53, SMAD4 , CDKN2A , ARID1A haben wir völlig neue Veränderungen identifiziert", erläutern Prof. Robert Grützmann und Prof. Christian Pilarsky. Die durch das internationale Konsortium vorgenommene detaillierte Sequenzierung des gesamten Genoms von 100 Bauchspeicheldrüsentumoren zeigt, dass strukturelle Variationen bei der Anordnung der Chromosomen ein wichtiger Mechanismus von DNA-Schäden bei der Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs sind. Diese Ergebnisse ihrer Forschung veröffentlichten die Wissenschaftler jetzt im renommierten Wissenschafts-Journal Nature.

"Wir konnten die Tumore in vier Subtypen klassifizieren, die auf eindeutigen Veränderungen beruhen", beschreibt Prof. Grützmann einen wesentlichen Aspekt der Arbeit. "Und durch eine Kombination der beobachteten Veränderungen in der Struktur der Chromosomen, also des Erbguts, konnten wir Kandidaten für Biomarker identifizieren, die eine Vorhersage für das Ansprechen des jeweiligen Tumors auf eine Platin-basierte Chemotherapie erlauben", ergänzt Prof. Pilarsky. Diese Studie liefert damit die umfassendste Beschreibung der genomischen Veränderungen, die den Bauchspeicheldrüsenkrebs prägen und zeigt, dass strukturelle Variation ein bedeutender Mechanismus in dieser Krankheit ist.

"Mit diesem deutlichen Fortschritt der Precision Medicine, also hier der präzise auf die jeweilige Ausprägung des Pankreaskarzinoms zugeschnittenen Medikation und Therapieform, können Patienten zukünftig besser behandelt werden", ist sich Prof. Weitz sicher.

Der Bauchspeicheldrüsenkrebs gehört zu den prognostisch ungünstigsten soliden Tumoren. In Deutschland erkranken jedes Jahr circa 10.000 Menschen neu. Die meisten versterben leider auch immer noch an dieser Erkrankung. Das chirurgische Entfernen ist hier bisher die einzige Behandlung mit kurativem, also heilenden Ansatz. Leider sind die meisten der Patienten zum Zeitpunkt der Diagnose bereits nicht mehr zu operieren, da bereits Metastasen vorliegen. Im Universitätsklinikum Carl Gustav Carus werden deshalb intensive Forschungen auf dem Gebiet des Bauchspeicheldrüsenkrebses durchgeführt. "Zusätzlich sind wir mit mehr als 130 Resektionen von Teilen oder der gesamten Bauchspeicheldrüse deutschlandweit eines der größten Zentren", unterstreicht Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums, die in Dresden vorhandene Expertise auf diesem Gebiet. "Seit 2013 sind wir ein von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziertes Pankreaskarzinomzentrum, das durch den Chirurgen Prof. Robert Grützmann und den Gastroenterologen Prof. Jochen Hampe geleitet wird."

Literaturhinweis:
Nicola Waddell, Marina Pajic, Ann-Marie Patch,
Whole genomes redefine the mutational landscape of pancreatic cancer
Nature. 2015 Feb 26;518(7540):495-501. doi: 10.1038/nature14169
http://www.nature.com/nature/journal/v518/n7540/full/nature14169.html

Quelle: Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
 
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