Mittwoch, 23. August 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
01. März 2016

Osimertinib bei T790M mutationspositivem NSCLC zugelassen

Osimertinib, (Tagrisso®, ehemals AZD9291), der erste TKI* zur Behandlung des fortgeschrittenen oder metastasierten EGFR* T790M mutationspositiven NSCLC* (1), ist ab dem 15. März 2016 in Deutschland verfügbar. Tagrisso® ist das erste Medikament der TKI-Wirkstoffklasse, mit dem die Mutation T790M überwunden werden kann. Diese hat eine Resistenz gegen die Behandlung mit bisher verfügbaren TKIs zur Folge (2,3). Die Auswahl wirksamer Behandlungsoptionen war daher bislang stark limitiert und der Bedarf nach neuen Wirkstoffen groß.

Anzeige:
 
 

Tagrisso® zeigte in den zulassungsrelevanten Studien eine objektive Ansprechrate von 66% sowie ein progressionsfreies Überleben von bis zu 11 Monaten (1). Voraussetzung für die Therapie ist der Nachweis der T790M Mutation anhand von Tumorgewebe- oder alternativ Blutplasmaproben (1). Die Europäische Kommission hat Tagrisso® am 2. Februar 2016 in einem beschleunigten Verfahren zugelassen.

„Die Entwicklung von Resistenzen gegen verfügbare EGFR-TKIs stellt uns in der Behandlung von NSCLC-Patienten vor besondere Herausforderungen, und neue Therapieoptionen sind hier dringend notwendig. Mit der T790M Mutation wurde ein zentraler Resistenzmechanismus identifiziert, von dem etwa 60% der progredienten TKI- Patienten betroffen sind“, erklärt Dr. med. Wilfried Eberhardt, Oberarzt der Inneren Klinik (Tumorforschung) am Universitätsklinikum Essen, auf der Launch-Pressekonferenz zu Tagrisso®  im Rahmen des Deutschen Krebskongresses (DKK) in Berlin.

T790M Mutation als Biomarker für zielgerichtete Therapie

Das NSCLC ist eine komplexe Erkrankung mit zahlreichen histologischen Erscheinungsformen und molekularen Alterationen, die Einfluss auf die Wirksamkeit verfügbarer Therapieoptionen haben können (2,4). Deutlich wird das vor allem bei EGFR T790M mutationspositiven NSCLC-Patienten. Während die EGFR Mutation Angriffspunkt und damit Biomarker für die Wirksamkeit von EGFR-TKI-Therapien ist (5), kann die sekundäre T790M Mutation eine Resistenz gegen diese Wirkstoffgruppe verursachen (2,3). Bei etwa zwei von drei EGFR mutationspositiven NSCLC-Patienten, die mit einem TKI behandelt werden, kommt es dadurch nach 8 bis 16 Monaten zum Fortschreiten der Erkrankung (6). Tagrisso® ist für diese Patienten die bisher einzige wirksame Therapieoption, denn der Wirkstoff umgeht die T790M Mutation und hemmt gleichzeitig die EGFR Mutation (1). „Bisher konnten die betroffenen Patienten mit einer T790M Mutation nur noch mit einer Chemotherapie behandelt werden. Mit Tagrisso®  steht nun eine zielgerichtete Behandlungsoption zur Verfügung, die eine große Chance für die künftige Therapie des EGFR T790M mutationspositiven NSCLC bietet“, ergänzt Eberhardt.

Testung identifiziert geeignete Patienten

Voraussetzung für die Therapie mit Tagrisso® ist der Nachweis der T790M Mutation. Diese kann anhand eines validierten diagnostischen Tests mittels Tumorgewebe- oder Blutplasmaproben (ctDNA) identifiziert werden (1). Mit der Möglichkeit der blutbasierten T790M Testung auf zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA) steht Ärzten und Patienten neben der Gewebebiopsie ein alternatives Testungsverfahren zur Verfügung. „Um allen Patienten mit einem EGFR T790M mutationspositiven NSCLC eine zielgerichtete Therapie mit Tagrisso® zur Verfügung stellen zu können, sollte die Testung auf die T790M Mutation in den Therapiealgorithmus integriert werden“, erläutert Prof. Dr. med. Peter Schirmacher, ärztlicher Direktor des Pathologischen Instituts der Universität Heidelberg. „Nur so können wir sicherstellen, dass alle geeigneten Patienten von einer Behandlung mit Tagrisso®  profitieren können“, so Schirmacher weiter.

Zulassungsstudien zeigen vielversprechende Wirksamkeit

„Die Studien zeigen, dass Tumoren mit einer T790M Mutation in hohem Maße auf Tagrisso®  ansprechen und etwa 90% von der Therapie profitieren. Das sind überzeugende Ergebnisse, die das vielversprechende Potential des Wirkstoffs belegen“, erklärt Prof. Dr. med. Michael Thomas, Chefarzt Onkologie und Innere Medizin, Thoraxklinik Heidelberg.

Im Rahmen der drei Zulassungsstudien (kombinierte AURA-Phase-II-Studien: AURA extension und AURA2 (7,8); AURA-Phase-I-Expansionsstudie (9)) wurde die Wirksamkeit von Osimertinib bei insgesamt 474 NSCLC-Patienten mit EGFR T790M Mutation untersucht. Die Erkrankung der Studienteilnehmer war zuvor während oder nach einer Behandlung mit einem EGFR-TKI fortgeschritten. In den kombinierten Phase-II-Studien (n=411) lag die ORR* (gemessen am Schrumpfen des Tumors) bei 66% (95% Konfidenzintervall: 61% bis 71%) und in der Phase-I-Studie (n=63) bei 62% (95% Konfidenzintervall: 48% bis 74%) (1). Das PFS* lag im Phase-II-Studienprogramm bei 9,7 (95% Konfidenzintervall: 8,3 bis NE*) und in der Phase-I-Studie bei 11 Monaten (95% Konfidenzintervall: 7 bis 15) (1). Osimertinib zeigte in der Phase-I-Studie zudem eine mediane Ansprechdauer von 9,7 Monaten (95% Konfidenzintervall: 8,3 bis NE), in den laufenden Phase-II-Studien war dieser Endpunkt noch nicht erreicht.

Zu den zumeist milden bis moderaten Nebenwirkungen, die in den AURA-Phase-II-Studien auftraten, gehörten Diarrhö (42% alle Grade; 1% Grad 3/4), Hautausschlag (41% alle Grade; 0,5% Grad 3/4), trockene Haut (31% alle Grade; 0% Grad 3/4) und Nageltoxizitäten (25% alle Grade; 0% Grad 3/4). Zudem führte die Therapie zu einer verminderten Anzahl von Thrombozyten (54% alle Grade; 1,2% Grad 3/4), Leukozyten (67% alle Grade; 1,2% Grad 3/4) und Neutrophilen (33% alle Grade; 3,4% Grad 3/4). Warn- und Vorsichtshinweise beziehen sich auf interstitielle Lungenerkrankungen, eine Verlängerung des QT-Intervalls sowie embryonale und fötale Toxizität (1,10).

„Mit der Markteinführung von Tagrisso®  findet ein weiteres, dringend benötigtes Medikament Eingang in die NSCLC-Versorgung“, erklärt Dr. Karl Matussek, Vice President Oncology bei AstraZeneca Deutschland. „In der Behandlung von progredienten EGFR mutationspositiven TKI-Patienten, deren Tumoren eine T790M Mutation aufweisen, können behandelnde Ärzte mit Tagrisso®  nun auf eine neue Wirkstoffgeneration zurückgreifen und die Möglichkeiten zielgerichteter Therapien in dieser Indikation voll ausschöpfen“, fügt Matussek hinzu.


* EGFR    = epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor (epidermal growth factor receptor)
* NSCLC  = nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (non small cell lung cancer)
* TKI        = Tyrosinkinase-Inhibitor
* ORR      = objektive Ansprechrate (objective response rate)
* PFS       = progressionsfreies Überleben (progression-free survival)
* NE         = nicht abschätzbar (not estimable)

 

AstraZeneca
Literatur:

(1) Tagrisso® Fachinformation, Stand Februar 2016.
(2) Yu HA et al. Poor response to erlotinib in patients with tumors containing baseline EGFR T790M mutations found by routine clinical molecular testing. Annals of Oncology. 2014; 25: 423-428.
(3) Yang JC, et al. AZD9291 in pre-treated T790M positive advanced NSCLC: AURA study Phase II extension cohort. Abstract 943. Präsentiert auf der 16. World Conference on Lung Cancer, Denver, Colorado, 6.-9. September 2015.
(4) Savas P, et al. Targeted therapy in lung cancer: IPASS and beyond, keeping abreast of the explosion of tar- geted therapies for lung cancer. J Thorac Dis. 2013;5(S5):S579-S592.
(5) Sharma SV, et al. Epidermal growth factor receptor mutations in lung cancer. Nat Rev Cancer. 2007;7:169-181
(6) Yu HA, et al. Analysis of Tumor Specimens at the Time of Acquired Resistance to EGFR-TKI Therapy in 155 Patients with EGFR-Mutant Lung Cancers. Clin Cancer Res. 2013;19:8:2240-2247.
(7) National Institutes of Health. AZD9291 First Time In Patients Ascending Dose Study (AURA). Verfügbar unter: http://www.clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT01802632?term=AURA+AZD9291&rank=1.%20%20%20%20%20A
(8) National Institutes of Health. Phase II AZD9291 Open Label Study in NSCLC After Previous EGFR TKI Therapy in EGFR and T790M Mutation Positive Tumours (AURA2). Verfügbar unter: https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT02094261?term=AURA2&rank=1. Stand November 2015.
(9) Ramalingam SS, et al. AZD9291 in treatment-naïve EGFRm advanced NSCLC: AURA first-line cohort. Abstract 1232. Präsentiert auf der 16. World Conference on Lung Cancer, Denver, Colorado, 6.-9. September 2015.
(10) Goss GD, et al. AZD9291 in pre-treated patients with T790M positive advanced non-small cell lung cancer (NSCLC): pooled analysis from two Phase II studies. Abstract 3113. Präsentiert auf dem European Cancer Congress, Wien, 25.-29. September 2015.

 

 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!



Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CML
CUP
NET
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
EHA 2017