Sonntag, 20. August 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
26. Februar 2016

Onkologie-Präparate von Bayer bewähren sich im klinischen Behandlungsalltag

Die Bayer-Präparate Sorafenib (Nexavar®), Regorafenib (Stivarga®) und Radium-223-dichlorid (Xofigo®) sind für onkologische Therapiegebiete im metastasierten Stadium zugelassen. Zu allen liegen mittlerweile mehrjährige Praxiserfahrungen sowie aktuelle Studienergebnisse vor, die eine Einordnung ihres Stellenwerts erlauben. So wird Sorafenib als einzige systemische Therapie im fortgeschrittenen Stadium C des hepatozellulären Karzinoms (HCC) empfohlen, kann jedoch auch im intermediären Stadium eingesetzt werden, falls eine transarterielle Chemoembolisation nicht adäquat ist. Zu Regorafenib, das in den Leitlinien zum metastasierten Kolorektalkarzinom (mCRC) in der dritten Therapielinie empfohlen wird, gibt es mittlerweile umfangreiche Studiendaten mit mehr als 3.500 Patienten, die die Wirksamkeit und Verträglichkeit in dieser Indikation bestätigen. Auch die Ergebnisse der ALSYMPCA-Studie, auf der die Zulassung von Radium-223-dichlorid zur Bekämpfung von  Knochenmetastasen beim metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC) beruht, werden durch Daten der offenen Early Access Programm-Studie (EAP) untermauert.

Anzeige:
 
 

INSIGHT-Studie bestätigt Wirksamkeit und Sicherheit von Sorafenib (Nexavar®) beim intermediären und fortgeschrittenen HCC im Praxisalltag

Prof. Dr. Tom M. Ganten, Bruchsal, zufolge empfehlen die deutschen S3-Leitlinien beim fortgeschrittenen Leberzellkarzinom (BCLC-Stadium C) als einzige systemische Therapieoption den Multikinase-Inhibitor Sorafenib (1). Patienten mit extrahepatischer Tumorausbreitung sollten den Wirkstoff erhalten, wenn ihr ECOG-Status 0-2 und ihre Lebenserwartung mehr als drei Monate beträgt. Darüber hinaus sollten sie sich noch im Child-Pugh-Stadium A befinden, dem günstigsten der drei Stadien der Leberzirrhose (1). Ganten betonte, dass die Wirksamkeit und Sicherheit von Sorafenib auch bei Patienten im intermediären Stadium (BCLC-B) belegt sei, die sich für die transarterielle Chemoembolisation (TACE) nicht eignen oder nicht darauf ansprechen. Andere interventionelle Verfahren, die bei dieser Patientengruppe zunehmend eingesetzt werden, müssten als experimentell betrachtet werden, da für sie keine ausreichende klinische Evidenz bestehe.

Die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Sorafenib in den verschiedenen Tumorstadien und bei unterschiedlichen Patientengruppen wurde nun erneut in der prospektiven Studie INSIGHT bestätigt (2). Die Studie an 170 Zentren in Deutschland und Österreich, die einen Zeitraum von fünf Jahren umfasste, schloss 782 Patienten ein. "Hierbei zeigte sich im primären Endpunkt zur Verträglichkeit ein den klinischen Phase-III-Studien entsprechendes Sicherheitsprofil", so Ganten. In den klinisch relevanten BCLC-Stadien B und C wurde ein medianes OS von 19,5 bzw. 13,6 Monaten erreicht, wobei Patienten mit CP-A jeweils ein besseres medianes OS aufwiesen als solche im Stadium CP-B (24,5 bzw. 16,8 Monate vs. 10,6 bzw. 7,5 Monate). Von besonderem Interesse war hier eine Stratifizierung der CP-B-Gruppe, die zeigte, dass Patienten mit einem günstigeren Zirrhosestatus von CP-B7 oder CP-B8 mit einem medianen OS von 8,1 bzw. 9,4 Monaten noch von Sorafenib profitierten, im Gegensatz zu Patienten mit CP-B9 (2,4 Monate). Ganten zufolge zeigen die Ergebnisse darüber hinaus, dass auch ältere Patienten über 65 Jahre bzw. solche mit Risikofaktoren wie Diabetes und nicht-alkoholischer Fettleber ähnlich lange überlebten wie die Patienten der Zulassungsstudie SHARP, in der das mediane OS 10,7 Monate betrug (Placebo: 7,9 Monate; p=0,00058) (3). Am meisten von Sorafenib profitierten Patienten mit HCV-induzierten Tumoren, die ein medianes Überleben von 23,3 Monaten erreichten. Die Ergebnisse von INSIGHT werden auch durch die Resultate anderer nicht-interventioneller Studien unterstützt (4,5).

Regorafenib (Stivarga®) als Therapiestandard beim mCRC etabliert

Prof. Dr. Arndt Vogel, Hannover, erläuterte, dass bei der Behandlung des inoperablen metastasierten mCRC die Therapieoptionen umfassend ausgeschöpft werden sollen, um ein möglichst langes Überleben zu erreichen (6). "Die hierzu verwendeten Kombinationen aus Zytostatika und zielgerichteten Wirkstoffen wie Angiogenesehemmern und EGFR-Inhibitoren sind aber nach der zweiten oder dritten Therapielinie nicht mehr wirksam, so dass die 2013 erfolgte Zulassung von Regorafenib ab der dritten Linie eine wesentliche Behandlungslücke schließt."

Die Zulassung des Multikinasehemmers in dieser Indikation beruht auf den Daten der Phase-III-Studie CORRECT, in der standardmäßig vorbehandelte Patienten ein signifikant längeres medianes OS erreichten als unter Placebo (6,4 vs. 5,0 Monate; HR 0,77; 1-seitiger P-Wert = 0,0052) (7). Noch bessere Ergebnisse zeigte die asiatische CONCUR -Studie mit einem medianen OS von 8,8 Monaten unter Verum, gegenüber 6,3 Monaten im Placebo-Arm (HR 0,55; 1-seitiger P-Wert = 0,0002) (8). In dieser Patientenpopulation wurde Regorafenib häufiger früher eingesetzt als in der CORRECT Studie. Wie Vogel ausführte, wurden die Resultate dieser beiden randomisierten Untersuchungen nun von den Ergebnissen der prospektiven, einarmigen Phase-IIIb-Studie CONSIGN untermauert. Sie umfasste mehr als 2.800 Patienten, die unter Standardtherapien progredient waren und bestätigte die Daten zum progressionsfreien Überleben und zur Sicherheit von Stivarga® bei Patienten mit einem ECOG Performance Status 0 und 1(9). In dieser Studie führte Regorafenib zu einem mittleren progressionsfreien Überleben von 2,7 Monaten. Exploratorische Analysen der CORRECT-Studie deuten darauf hin, dass Patienten mit bestimmten molekularen CRC-Subtypen eher von Regorafenib profitieren als andere(10). Ob dies zukünftig eine gezieltere Patientenauswahl ermöglichen könnte, müssen weitergehende Untersuchungen zeigen.

Vogel zufolge besitzt Regorafenib in der Behandlung ab der dritten Therapielinie einen hohen Stellenwert, was sich in den Empfehlungen der ESMO für diese Therapielinie wiederfindet. Bisherige Analysen haben gezeigt, dass Patienten nach Progress unter Regorafenib von einer weiteren Chemotherapie bzw. Kombinationstherapien profitieren können (11).

Richtungsweisende Daten aus der Behandlungspraxis mit Radium-223-dichlorid (Xofigo®) beim mCRPC

Radium-223-dichlorid ist ein Radiopharmakon, das seit 2013 zur Behandlung von mCRPC Patienten mit symptomatischen Knochenmetastasen ohne bekannte viszerale Metastasen zugelassen ist (12). Wie PD Dr. Frank König, Berlin, erläuterte, treten solche Knochenmetastasen bei rund 90% der Patienten mit mCRPC auf und sind mit starken Schmerzen, erhöhtem Frakturrisiko und einer schlechten Prognose assoziiert (13). Radium-223 ist chemisch mit Calcium verwandt und wird nach Anwendung bei der Bildung von Skelettmetastasen an dessen Stelle in die Knochenstruktur eingebaut. "Hier emittiert es alpha-Partikel, die aufgrund ihrer kurzen Reichweite vornehmlich Doppelstrangbrüche in der DNA der benachbarten Tumorzellen verursachen, das umliegende gesunde Gewebe aber kaum schädigen", so der Experte (14).

Die Zulassung von Xofigo® beruht auf den Daten der Phase-III-Studie ALSYMPCA (n=921), in der die Wirksamkeit und Veträglichkeit von Radium-223-dichlorid plus bester Therapiestandard bei mCRPC-Patienten mit mindestens zwei symptomatischen Knochenmetastasen und ohne bekannte Viszeralmetastasen mit der von Placebo plus bester Therapiestandard verglichen wurde. Hierbei führte die Behandlung mit Radium-223-dichlorid bei günstigem Sicherheitsprofil zu einer signifikanten Verbesserung des medianen OS (14,9 vs. 11,3 Monate, HR=0,70; p<0,001) und verlängerte auch den Zeitraum bis zum ersten skelettbezogenen Ereignis deutlich (15,6 vs. 9,8 Monate; p=0,001) im Vergleich zu Placebo (15,16). Diese Ergebnisse werden durch aktuelle Daten der offenen prospektiven Studie eines internationalen Early Access Programms (EAP) mit 839 mCRPC-Patienten unterstützt (17). Die Teilnehmer, die mindestens zwei Knochenmetastasen, aber keine Metastasen in Lunge, Leber oder Gehirn aufwiesen, erhielten sechs Injektionen Radium-223-dichlorid in vier-wöchigem Abstand. "Das in dieser EAP-Studie erreichte mediane OS von 16 Monaten war mit den 14,9 Monaten in ALSYMPCA vergleichbar und auch das Sicherheitsprofil war ähnlich günstig wie in der Zulassungsstudie", so König. Zudem gab es Hinweise auf ein verlängertes OS, wenn die Patienten zusätzlich zu Radium-223-dichlorid Enzalutamid oder Abirateron erhielten. Dieser Sachverhalt wird gegenwärtig in mehreren Studien der Phase-II und III weiter untersucht.

Bayer
Literatur:

(1) S3-Leitlinie Hepatozelluläres Karzinom Mai 2013 unter http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032-053OLl_S3_Hepatozellul%C3%A4res_Karzinom_Diagnostik_Therapie_2013-05.pdf
(2) Ganten, TM et al. (2014) Ann Oncol 25(Suppl 4):#728P
(3) Llovet J, et al. N Engl J Med. 2008;359:378-390
(4) Ivarone, M et al. (2011) Hepatology 54:2055-2063
(5) Daniele, B et al. (ASCO 2014) Journal of Clinical Oncology 32(15): Abstr 4088
(6) Van Cutsem A et al. Ann Oncol 2014; 25 (suppl 3): iii1-iii9
(7) Grothey A et al. Lancet 2013; 381: 303-312
(8) Li J et al. Presented at WCGI Barcelona. 28 June 2014. Abstract O-0023
(9) Van Cutsem E., ESMO 17th World Congress on Gastrointestinal Cancer, 1-4 July, Barcelona, Spain, Abstract LBA 05
(10) Teufel M et al JCO Vol 33, No 15_suppl (May 20 Supplement), 2015: 3558
(11) Kidd M et al. ASCO GI 2015; Abstract 678
(12) Fachinformation Xofigo, Stand Januar 2015
(13) Tannock IF. N Engl J Med 2004; 351:1502-1512.
(14) Bruland OS, et al. Clin Cancer Res. 2006;12(20):6250s-57s
(15) Parker C et al. N Engl J Med. 2013;369(3):213-223.
(16) Parker C et al.; ASCO GU 2015; Abstract 195
(17) Saad F. et al. ASCO 2015, Abstract 5034

 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!



Anzeige:
 
 
Anzeige:
Zur Fachinformation
 
 
 
Themen
CUP
CML
NET
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
EHA 2017