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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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27. September 2016

Interview mit Prof. Dr. Friedegund Meier

Neue Therapiemöglichkeiten in der Dermato-Onkologie

Hautkrebs ist mit rund 240.000 Neuerkrankungen im Jahr die häufigste Krebserkrankung in Deutschland mit der größten Steigerungsrate. Doch gibt es vor allem in der Therapie des fortgeschrittenen Melanoms, des Basalzellkarzinoms sowie in der Behandlung aktinischer Keratosen seit einigen Jahren bahnbrechende Neuerungen. Vielversprechende aktuelle Erkenntnisse und Forschungsergebnisse in der Dermato-Onkologie wurden beim 26. Deutschen Hautkrebskongress der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie (ADO) in Dresden von internationalen Experten diskutiert, Fortschritte in Prävention, Diagnostik und verschiedenen Bereichen der Hautkrebstherapien vorgestellt und interdisziplinär weiterentwickelt. Prof. Dr. med. Friedegund Meier, Klinik und Poliklinik für Dermatologie am Universitätsklinikum Dresden, gab im Interview Einblicke über die Highlights des Kongresses.
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Welche besonderen Schwerpunkte wurden beim diesjährigen Hautkrebskongress der ADO gesetzt? Welche neuen Impulse waren zu erwarten?

Prof. Meier: Der diesjährige Deutsche Hautkrebskongress war neben dem Melanom der Haut den bösartigen Erkrankungen gewidmet, für die ein hoher medizinischer Bedarf besteht wie Melanomhirnmetastasen, Schleimhautmelanom, Aderhautmelanom, Merkelzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom, Lymphome, seltene maligne Hauttumoren. Darüber hinaus wurden hochkarätige Wissenschaftler zu Vorträgen eingeladen mit dem Ziel, translationale Krebsforschung mit Patientenversorgung zu verbinden. Das Forum Hautkrebs für Patienten wurde interdisziplinär mit viel Engagement gestaltet. Im Mittelpunkt stand die Frage: Was kann ich über die Tumortherapie hinaus für mich tun… aus der Sicht der Psychoonkologie, der Komplementärmedizin, durch körperliche Aktivität und gesunde Ernährung?
    
Das Melanom ist seit Jahren ein zentrales Thema, auch vor wenigen Monaten beim weltweit größten Krebskongress ASCO in Chicago. Welche aktuellen Studiendaten z.B. zu den innovativen Immuntherapien wurden in Dresden vorgestellt?

Prof. Meier: In den Sitzungen und Satellitensymposien wurden die relevanten Phase-3-Studien mit BRAF-/MEK-Inhibitoren (z.B. COMBI-d) bzw. Immun-Checkpoint-Inhibitoren (z.B. Checkmate 067) vorgestellt und interpretiert. Darüber hinaus wurden innovative Therapiestrategien (z.B. onkolytische Immuntherapie) bzw. Kombinationsstrategien (z.B. BRAF-/MEK-Inhibitoren plus Immun-Checkpoint-Inhibitoren), die in aktuellen Studien untersucht werden, diskutiert. Der Kombinationsstrategie zielgerichtete Therapie plus Immuntherapie war der Plenarvortrag, von Herrn Prof. James Larkin aus London gewidmet.

Nach den großen Erfolgen in der Systemtherapie und mutationsbasierten zielgerichteten Therapien von Melanom und anderen Hauttumoren sind weitere Erkenntnisse zu den neuen Behandlungsmethoden ein wichtiger Tagungsschwerpunkt. Wie weit sind Entwicklung und Zulassung neuer derma-onkologischer Medikamente?

Prof. Meier: Seit dem Sommer 2015 sind sechs neue Therapiestrategien für Patienten mit metastasiertem Melanom zugelassen worden: die PD-1 Antikörper Pembrolizumab und Nivolumab, die BRAF-/MEK-Inhibitor-Kombinationen Dabrafenib plus Trametinib und Vemurafenib plus Cobimetinib, die Immun-Checkpoint-Inhibitor-Kombination Nivolumab plus Ipilimumab und die onkolytische Immuntherapie mit Talimogen laherparepvec (T-VEC). Somit stehen Patienten mit metastasiertem Melanom mehrere wirksame systemische Therapieoptionen zur Verfügung mit signifikanter Verbesserung der Prognose. Die erfolgreiche Durchführung der medikamentösen Tumortherapie erfordert allerdings ein adäquates kompetentes Nebenwirkungsmanagement, auf das in der Sitzung "Nebenwirkungen medikamentöser Tumortherapien" intensiv eingegangen wird. Die Wahl der Therapeutika, ihre Sequenz und Kombination unterliegt zahlreichen Variablen, die in aktuellen Studien evaluiert werden. Dieses relevante Thema wurde wiederholt in den Sitzungen und Satellitensymposien diskutiert.   

Deutsche Hautkrebszentren beteiligen sich aktiv an aktuellen Studien. Wurden besonders vielversprechende Studien beim Kongress vorgestellt?

Prof. Meier: Im Rahmen des ADO-Studientreffens wurden am 22. September 2016 alle aktuellen Studien, die in deutschen Hauttumorzentren durchgeführt werden, vorgestellt und besprochen.

Auf welche neuen Forschungsdaten waren Sie besonders gespannt und welche Vorträge würden Sie besonders hervorheben?

Prof. Meier: Ich war sehr gespannt auf die Vorträge der eingeladenen Keynote Sprecher "Combining targeted therapy with immunotherapy" (Prof. James Larkin / London), "Melanoma brain metastases – insights into the molecular biology and therapeutic perspectives" (Prof. Michael Davies / Houston) und "Aktuelle Entwicklungen und Perspektiven in der Radioonkologie" (Prof. Esther Troost / Dresden) sowie auf die Sitzung "Immuntherapie-Resistenz" mit drei hochkarätigen Rednern (Prof. Martin Bornhäuser / Dresden, Prof. Alexander Enk / Heidelberg und Prof. Stephan Grabbe / Mainz). Diese Experten haben brennende klinische Fragestellungen aus klinischer und wissenschaftlicher Perspektive beleuchtet.

Wir bedanken uns sehr herzlich für das Interview! 
ADO 2016
 
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