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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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11. September 2015

Individuelle Dosisanpassung bei chronischen Schmerzen: Neue Tageshöchstdosis für Naloxon zugelassen

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat für die Fixkombination aus retardiertem Oxycodon und retardiertem Naloxon (Targin®) eine Erhöhung der Tagesdosis genehmigt. Seit dem 20. Juli 2015 kann das Analgetikum in der neuen Dosierung von 160 mg Oxycodon und 80 mg Naloxon angewendet werden, etwa durch Einnahme von zwei Tabletten in der Wirkstärke von 40 mg/20 mg zweimal täglich (1).

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Ärzte können die Schmerztherapie dadurch noch flexibler titrieren und individueller an die Bedürfnisse von Patienten anpassen, ohne Kompromisse in der Verträglichkeit eingehen zu müssen. Von der höheren Tagesdosis profitieren vor allem Patienten, die bereits eine Dauertherapie mit Oxycodon/Naloxon erhalten und eine höhere Dosis für eine wirksame Schmerzkontrolle benötigen. Die Anpassung der Dosis ist üblicherweise erforderlich, wenn eine Bedarfsmedikation häufiger als zweimal pro Tag eingenommen wird (1). Deren Einsatz sollte aber nach Möglichkeit vermieden werden (1). Eine Dosisanpassung von Targin® sollte bei Patienten mit bestehenden Schmerzsymptomen täglich oder zweitäglich in Schritten von zweimal täglich 5 mg/2,5 mg oder 10 mg/5 mg erfolgen, bis eine individuelle adäquate Analgesie erreicht wird. Im Gegensatz zu anderen Analgetika ist für Opioide kein Ceiling-Effekt bekannt.

Schmerz messen: Mitwirkung des Patienten für optimale Dosierung

Ein wichtiger Faktor für die erfolgreiche Einstellung der Patienten ist eine konsequente Schmerzmessung. Durch den Einsatz einer Schmerzskala kann die individuelle Schmerzintensität regelmäßig bei den Patienten erfragt werden, um die Therapie bestmöglich darauf auszurichten. Dies ist wichtig, um zum einen eine adäquate Schmerzlinderung zu gewährleisten und zum anderen der Ausbildung eines Schmerzgedächtnisses und damit der Chronifizierung von Schmerzen entgegenzuwirken. Durch die Erhöhung der Tagesdosis von Targin® ist entsprechender Spielraum für die Auftitration gemäß der Schmerzstärke geschaffen worden.

Oxycodon/Naloxon: Breite Einsatzgebiete in der Schmerztherapie

Die retardierte Fixkombination aus Oxycodon/Naloxon wird sowohl bei neuropathischen und nozizeptiven Schmerzen sowie bei Mixed Pain erfolgreich eingesetzt. Zu den häufigen  Indikationen gehören starke Schmerzen wie sie beispielsweise nach Bandscheibenvorfall, bei Arthrose, Radikulopathien oder Spinalkanalstenosen auftreten. Die Vorteile der Fixkombination belegten zuletzt die Daten der nicht-interventionellen Studie im PROBE-Design der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e. V. (DGS) mit insgesamt 901 Patienten (2). Unter Oxycodon/Naloxon erreichten 51,1% der Patienten mit Rückenschmerzen nozizeptiver Genese und 49,6% der Patienten mit Rückenschmerzen neuropathischer Genese eine mindestens 70%-ige Linderung ihrer Schmerzen. Im Vergleich dazu erreichten signifikant weniger Patienten dieses Therapieziel bei Behandlung mit Oxycodon (33,3% (p < 0,001) und 36,2% (p = 0,007)) oder Morphin (28,8% (p < 0,001) und 33,1% (p = 0,001)). Die Therapie mit Oxycodon/Naloxon war den Einzelsubstanzen auch hinsichtlich der Endpunkte „Alltagsfunktionalität“ und „Lebensqualität“ überlegen (2).

Der therapeutische Vorteil der Fixkombination zeigte sich zudem hinsichtlich der Verträglichkeit. Die mit dem Bowel Function Index (BFI) gemessene Darmfunktion lag zu Studienende bei der Behandlung mit Oxycodon/Naloxon bei 30,1 und somit im Normbereich. Unter Morphin und Oxycodon waren die Werte mit 53,6 und 48,3 deutlich höher, die Darmfunktion war somit im Vergleich zu Oxycodon/Naloxon stark eingeschränkt. Andere Studien bestätigen diese überlegene Verträglichkeit verglichen mit Tramadol, Tilidin/Naloxon, Fentanyl, Morphin und Oxycodon allein (3-8).

Außerhalb der Schmerztherapie hat mit Targin® im vergangenen Jahr erstmals ein opioidhaltiges Präparat die Zulassung zur symptomatischen Second-Line-Therapie beim primären Restless Legs Syndrom (RLS) erhalten (1). Aktuelle Studien zeigen, dass der Einsatz der Fixkombination zudem bei Indikationen wie Morbus Parkinson eine signifikante Schmerzlinderung und Verbesserung der Lebensqualität erreichen kann (9-11).

Mundipharma
Literatur:

(1) Fachinformation Targin®, Stand Juli 2015
(2) Überall M. & Müller-Schwefe G. (2014): 15th World Congress on Pain, 6. bis 11. Oktober, Buenos Aires. Poster
(3) Schutter U. et al. (2010): Curr Med Res Opin 26 (6): 1377-1387
(4) Schutter U. & Meyer C. (2009): Eur J Pain 13 (1): S208
(5) Tarau L. (2011): Eur J Pain (Suppl 5): 179
(6) Hesselbarth S. (2011): Eur J Pain (Suppl 5): 179
(7) Löwenstein O. (2011): Deutscher Schmerzkongress: P 10.11
(8) Mundipharma: Data on file OXN9002
(9) https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT01439100, aufgerufen am 10.09.2015
(10) Trenkwalder C. et al. 2015: International Congress of Parkinson´s Disease and Movement Disorders 2015. #335
(11) Madeo G et al. 2015: J Neurol. 2015 Jul 2 (online ahead of print)

 
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