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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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04. Juli 2014

Neue Erkenntnisse zu zellulären Mechanismen bei der Entstehung der Graft-versus-Host-Erkrankung

Von der José Carreras Leukämie-Stiftung co-finanziertes Forschungsprojekt publiziert neue Erkenntnisse zu den zellulären Mechanismen bei der Entstehung der Graft-versus-Host-Erkrankung nach allogener Blutstammzelltransplantation in "Nature Medicine".

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Der wissenschaftlichen Arbeitsgruppe um Prof. Robert Zeiser (Universitätsklinikum Freiburg) ist es in Zusammenarbeit mit Arbeitsgruppen von Prof. Häcker (Universitätsklinikum Freiburg) und Prof. Hildebrandt (University of Utah, Salt Lake City, USA) gelungen, neue Erkenntnisse zu zellulären Mechanismen zu entschlüsseln, die zum Ausbruch der lebensbedrohlichen sogenannten Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion oder auch Graft-versus-Host-Erkrankung nach allogener Blutstammzelltransplantation führen. Die Ergebnisse des von der José Carreras Leukämie-Stiftung co-finanzierten Forschungsprojektes veröffentlichen die Forscher nun in der renommierten Fachzeitschrift "Nature Medicine".
Die José Carreras Leukämie-Stiftung fördert das auf 3 Jahre angelegte Forschungsprojekt mit über 300.000 Euro.

"Eine wesentliche Aufgabe der José Carreras Leukämie-Stiftung besteht darin, Grundlagen für künftigen medizinischen Fortschritt zu schaffen. Es ist positiv, dass ein von uns gefördertes Projekt neue Erkenntnisse über die biologischen Grundlagen der Graft-versus-Host-Erkrankung liefert und somit künftig für eine Vielzahl von Erkrankungen neue Therapieansätze entwickelt werden können, welche die Überlebens- und Heilungschancen weiter erhöhen", so Dr. Gabriele Kröner, Geschäftsführender Vorstand der José Carreras Leukämie-Stiftung.

Für Patienten mit Leukämie- oder Lymphomerkrankungen, die auf eine herkömmliche Chemotherapie nicht mehr ansprechen, ist die allogene Blutstammzelltransplantation oft die einzige Chance auf Heilung. Leider kann es bei dieser Therapie zu einer unerwünschten Immunreaktion kommen, der sogenannten Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion oder Graft-versus-Host-Erkrankung. Hierbei wendet sich das Transplantat (des Spenders) gegen den Wirt (des Empfängers). Nach der Stammzelltransplantation bilden sich T-Zellen (Untergruppe von weißen Blutkörperchen), die verschiedene Gewebe des Empfängers, insbesondere Haut-, Leber- und Darmgewebe, und manchmal auch die Lunge angreifen. Aufgrund dieser Komplikation muss sehr vorsichtig abgewogen werden, welchen Patienten eine allogene Stammzelltransplantation zugemutet werden kann. Dies schränkt die Behandlungsmöglichkeiten gerade bei geschwächten oder älteren Patienten mit akuten Leukämien ein.

Die wissenschaftliche Arbeitsgruppe von Prof. Robert Zeiser am Universitätsklinikum Freiburg konnte zeigen, dass neutrophile Granulozyten - die aufgrund von entzündlichen Reizen durch Bakterien durch eine undichte Darmbarriere einwandern - durch die Freisetzung von reaktiven Sauerstoffverbindungen zu einer lokalen Gewebeschädigung führen, die dann sekundär die Immunantwort durch T-Zellen des Spenders verstärkt. Die auf diese Weise aktivierten T-Zellen führen folgend zu dem klinischen Bild der Graft-versus-Host-Erkrankung.

Literaturhinweis:
Neutrophil granulocytes recruited upon translocation of intestinal bacteria enhance graft-versus-host disease via tissue damage
http://www.nature.com/nm/journal/vaop/ncurrent/abs/nm.3517.html

Quelle: Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e. V.
 
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