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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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20. Dezember 2012

Nebennierentumor: Neue molekulare Untersuchungen sollen Entstehung klären

Die Nebennieren sind lebenswichtige Hormondrüsen, die anatomisch eng benachbart zur Niere liegen. Im Laufe des Lebens entwickeln fast 5% der Bevölkerung einen Nebennierentumor, der in der Regel gutartig ist, aber durch ungesteuerte Hormonproduktion erhebliche Störungen wie erhöhten Blutdruck oder Osteoporose hervorrufen kann. Bösartige Nebennierentumoren sind selten, haben dann aber eine sehr ungünstige Prognose. Prof. Bruno Allolio und Dr. Cristina Ronchi wollen klären, welche Veränderungen im Erbgut der Nebennierenzellen die Entwicklung solcher Tumoren ermöglichen.

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Von besonderem Interesse dabei ist auch die Frage, wie es manchen Tumorzellen gelingt, ihre Hormonproduktion von der Steuerung durch die Hirnanhangdrüse unabhängig zu machen und eine autonome Hormonüberproduktion auszulösen. Um dies zu beantworten, analysieren die Würzburger Endokrinologen gutartige und bösartige Nebennierentumoren nun systematisch mithilfe moderner molekularbiologischer Methoden (Single Nucleotide Polymorphism Arrays, Exome Sequencing). Den Forschern kommt zugute, dass sie in Würzburg Zugang zu umfangreichem Tumormaterial haben.
 

Abb.: Verteilung häufiger DNA-Veränderungen bei gutartigen Cortisol-sezernierenden Nebennierentumoren: Regionen mit einer erhöhten Anzahl an DNA-Kopien in rot, Regionen mit Kopieverlusten in blau. Schematische Darstellung von Chromosomenabschnitten. Methode: SNP Array Analyse. (Quelle: C. Ronchi,modifiziert aus Ronchi et al Neoplasia 2012)


Voruntersuchungen im endokrinologischen Labor haben bereits gezeigt, dass bestimmte Gene entweder eine Verdopplung aufweisen mit gesteigerter Genaktivität oder in den Tumoren ausgeschaltet sind (vgl. Abbildung). Die in diesen Voruntersuchungen identifizierten Gene charakterisieren die Forscher jetzt systematisch mit Blick auf deren Bedeutung für die Tumorentstehung. Das Erbmaterial einer bestimmten Krebsart - der Cortisol-produzierenden Tumoren - wollen die Würzburger sogar vollständig sequenzieren, um auch kleinste Genänderungen zu erfassen, die an der Tumorentstehung und der autonomen Hormonproduktion beteiligt sind. „Wir erwarten aus dem Verständnis der Tumorentstehung neue diagnostische Verfahren und Ansätze zu einer verbesserten Therapie“, erläutert Bruno Allolio. Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit rund 230.00 Euro.

Quelle: Wilhelm Sander-Stiftung
 
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