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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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17. August 2015

NSCLC: Auch im Stadium IIIb/IV effektiv intervenieren

Obwohl das Lungenkarzinom von seiner Prävalenz  an vierter Stelle der Krebsentitäten steht, weist es dennoch die höchster Mortalitätsrate aller Krebserkrankungen auf. Ein wesentlicher Grund dafür ist die meist recht späte Diagnostik, wie PD Dr. Martin Reck bei einer Presseveranstaltung in der LungenClinic Grosshansdorf darlegte. Insbesondere wurden die Therapieoptionen bei einer fortgeschrittenen Erkrankung im Stadium IIIb/IV diskutiert. Auch hier können moderne Therapien durchaus noch einen erheblichen Benefit für den Patienten erzielen.

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Um den Patienten einer zielgerichtete Therapie, etwa mit einem TKI, zuzuführen, bedarf es zuvor einer molekularen Testung auf die entsprechenden Treibermutationen. Denn nur rund 15% der Patienten mit Adenokarzinomen haben eine nachgewiesene therapierbare Mutation etwa des EGFR oder eine ALK-Translokation (1, 2).

Bei Patienten mit NSCLC im Stadium IIIb/IV dauert diese Testung – einen reibungslosen Ablauf vorausgesetzt – aber mindestens 5 bis 6 Tage, berichtet PD Dr. med. Niels Reinmuth. „Dies kann bei Patienten mit einem Lebenserwartungshorizont von etwa drei Monaten, deren Status sich zuweilen rapide verschlechtert, eine lange Zeit sein.“ So liegen bei rund einem Viertel der Patienten, bei denen einen EGFR-Testung durchgeführt wird, die Ergebnisse beim anvisiertem Therapiebeginn nicht vor.

Mehr als zwölf Monate OS-Verlängerung

Liegt eine gesicherte EGFR-Mutation vor, kann mit einer zielgerichteten Therapie wie mit Afatinib (Giotrif®) ein signifikanter Überlebensvorteil (OS) erzielt werden, wie Reinmuth anhand der Zulassungsstudien für Afatinib LUX-Lung 3 (Europa) und 6 (Asien) darlegte, bei denen der EGFR-TKI gegen die Standardchemotherapie mit Cisplatin/Pemetrexed oder Cisplatin/Gemcitabin untersucht wurde.

Sowohl in der LUX-Lung 3 als auch in der LUX-Lung 6 konnte für Patienten mit einer Del19 Mutation ein Überlebensvorteil von über zwölf Monaten für Afatinib-Patienten versus dem Chemotherapie-Standard erzielt werden. Und zwar in der LUX-Lung 3: 33,3 vs. 21,1 Monate (p=0,0015), und in der LUX-Lung 6: 31,4 vs. 18,4 Monate (p=0,0229) (3, 4).

In einer Post-hoc-Analyse von LUX-Lung 3 wurde gezeigt, dass die therapieassoziierten Nebenwirkungen unter Afatinib nach einer verträglichkeitsbedingten Dosisreduktion deutlich reduziert werden konnten und gleichzeitig die Wirksamkeit von Afatinib erhalten blieb (5).

Lux-Lung 3&6: Signifikante OS-Verlängerung für EGFR del19 für Giotrif (1) *



Option bei Patienten ohne Genmutation

Aber auch bei Patienten ohne Treibermutationen im fortgeschrittenem Stadium konnte durch den Einsatz des 3-fach zielgerichteten Angiokinase-Hemmers Nintedanib (Vargatef®) ein relevanter Fortschritt in der Zweitlinientherapie des NSCLC verbucht werden, wie Dr. med. David Heigener feststellte. In der globalen Phase-III-Studie LUME-Lung 1 verlängerte sich das Gesamtüberleben (sekundärer Haupt-Endpunkt) unter Nintedanib plus Docetaxel gegenüber Docetaxel allein signifikant von 10,3 auf 12,6 Monate (p=0,04). Die Kombinationstherapie ermöglichte einem von vier Patienten mit fortgeschrittenem Adenokarzinom ein Überleben von zwei Jahren oder länger nach Erstlinien-Chemotherapie (2-Jahres-Überleben: 25,7 vs. 19,1% unter Docetaxel allein). Dabei führte die Hinzunahme von Nintedanib nicht zu einer zusätzlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität (6).
 

Reimund Freye
Meet the Clinic: Behandlung von NSCLC-Patienten (Stadium IIIc/IV) mit und ohne therapierbare/n Mutationen, Großhansdorf, 11. Aug. 2015; Veranstalter: Boehringer Ingelheim
Literatur:

(1) Barlesi F et al J Clin Oncol 2013;31(24): 3004-11
(2) Shepherd FA et al, N Engl J Med 2005;353(2):123-32
(3) Sequist L et al., J Clin Oncol 2013;31(27):3327-34
(4) Wu YL et al., The Lancet Oncology 2014,15(2): 213-22
(5) Yang JC et al., J Clin Oncol 33, 2015 (suppl; abstr 8073)
(6) Reck M et al. Lancet Oncol 2014;15:143-55

 
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