Mittwoch, 16. August 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
22. Dezember 2015

NSCLC: Mutationsanalyse und zielgerichtete Therapie wichtig

Auf dem AIO-Herbstkongress 2015 in Berlin stand wieder die praktische Anwendung der modernen Krebstherapien im Fokus. Beim fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) müssen vorhandene EGFR-Mutationen frühzeitig identifiziert werden, damit Patienten schon in der Erstlinientherapie die Möglichkeit erhalten, mit einer für sie erfolgversprechenden zielgerichteten Therapie behandelt zu werden: Der in zwei großen Phase-III-Studien vs. Chemotherapie (CT) getestete EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitor (EGFR-TKI) Afatinib (Giotrif®) hat für Patienten mit der am häufigsten auftretenden EGFR-Mutation Del19 das Potenzial einer Gesamtüberlebensverlängerung von über einem Jahr im Vergleich zur CT. In der Zweitlinientherapie des NSCLC mit Adenokarzinom-Histologie zeigte sich der dreifach-zielgerichtete Angiokinase-Hemmer Nintedanib (Vargatef®) in Kombination mit Docetaxel als besonders wirksam bei der Gesamtüberlebensverlängerung, wenn er möglichst früh bei Krankheitsprogress nach Erstlinientherapie eingesetzt wurde.

Afatinib punktet mit erheblichem OS-Vorteil in der NSCLC-Erstlinie bei Del19-Mutation vs. CT

Der irreversible ErbB-Family-Blocker Afatinib ist ein etablierter Standard in der Erstlinientherapie des fortgeschrittenen NSCLC mit EGFR-Mutation. Sein Einsatz beruht auf überzeugenden Daten der beiden großen Phase-III-Studien LUX-Lung 3 und 6, in denen eine signifikante Überlegenheit von Afatinib beim progressionsfreien Überleben (PFS, primärer Endpunkt), der Symptomkontrolle und der Lebensqualität gegenüber Chemotherapie nachgewiesen wurde (1, 2, 3). In einer präspezifizierten Subgruppenanalyse von LUX-Lung 3 bei Patienten mit Del19 konnte zudem erstmals für einen EGFR-TKI in dieser Patientenpopulation auch eine signifikante Verlängerung des Gesamtüberlebens (OS, sekundärer Endpunkt) vs. CT gezeigt werden. Das Gesamtüberleben verlängerte sich mit Afatinib um mehr als ein Jahr gegenüber Cisplatin/Pemetrexed(OS 33,3 vs. 21,1 Monate; p=0,0015) (4).
 
„Patienten mit einer Del19-Mutation, die mit Afatinib behandelt wurden, lebten ein Jahr länger als die mit Chemotherapie behandelten Patienten. Deshalb sind die Therapieleitlinien und die Empfehlungen der DGHO auch dahingehend geändert worden, dass die Patienten mit einem Nachweis einer Deletion 19 in der NSCLC-Erstlinientherapie bevorzugt mit Afatinib behandelt werden sollen“, sagte Dr. Martin Sebastian, Frankfurt, in einem Interview am Rande der AIO-Herbsttagung 2015 in Berlin.
 
EGFR-Mutationsanalyse muss konsequenter umgesetzt werden und in die Therapieentscheidung einfließen
 
Eine Metaanalyse von sechs Studien mit den ebenfalls in der Erstlinie zugelassenen reversiblen EGFR-TKI Gefitinib und Erlotinib hatte hingegen keinen signifikanten OS-Vorteil vs. CT bei Patienten mit häufigen EGFR-Mutationen (Del19/L858R) nachgewiesen (OS 25,8 vs. 26,0 Monate; HR=1,01; p=0,84; n=1.231). Ebenso erbrachte die Subgruppenanalyse bei Patienten mit Del19-Mutation keinen signifikanten Überlebensvorteil gegenüber CT (HR=0,96 (0,79-1,16); p=0,64; n=682) (5). Vor dem Hintergrund vorliegender Daten, wonach Patienten mit bestimmten EGFR-Mutationen unterschiedlich von den einzelnen EGFR-TKI profitieren, betonen Experten, dass es das oberste Ziel sein muss, allen infrage kommenden NSCLC-Patienten die am besten geeignete zielgerichtete Therapie zu ermöglichen. Internationale Leitlinien empfehlen daher die EGFR-Mutationsanalyse vor Beginn der NSCLC-Erstlinientherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem Lungenkarzinom (6).
 
In Deutschland werden einer internationalen Online-Befragung zum Management von NSCLC-Patienten zufolge nur etwa 72% der infrage kommenden Patienten auf EGFR-Mutationen getestet. Bei nur 52% der befragten Mediziner lagen die Ergebnisse vor der Therapieentscheidung für die Erstlinienbehandlung vor (7). „Wir müssen wirklich dringend allen Patienten, bei denen eine EGFR-Testung indiziert ist, eine solche Testung vor Therapiebeginn ermöglichen. Die Ergebnisse sind für die Therapiewahl und den Erfolg der Behandlung entscheidend“, betonte Prof. Dr. Frank Griesinger, Oldenburg. Es sei daher maßgeblich, die Testergebnisse abzuwarten, bevor eine Therapieentscheidung getroffen werde.
 
NSCLC-Zweitlinie: Patienten mit aggressiven Tumoren profitieren von besonderem OS-Vorteil durch Nintedanib in Kombination mit Docetaxel
 
Seit 15. Januar 2015 ist Nintedanib (Vargatef®) in Kombination mit Docetaxel für die Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen NSCLC mit Adenokarzinom-Histologie verfügbar. In der Zulassungsstudie LUME-Lung 1 brachte die Nintedanib+Docetaxel-Kombination für Adenokarzinom-Patienten eine signifikante Verlängerung des Gesamtüberlebens (sekundärer Hauptendpunkt) auf im Median 12,6 Monate gegenüber 10,3 Monaten unter Placebo+Docetaxel (p=0,0359). Auch der primäre Endpunkt der Studie, eine Verlängerung des progressionsfreien Überlebens, wurde erreicht, und nach 2 Jahren war noch jeder vierte mit Nintedanib+Docetaxel behandelte Patient am Leben (8). Ein entscheidender Vorteil der Therapie mit Nintedanib+Docetaxel war, dass die Lebensqualität der Patienten gegenüber der Therapie mit Placebo+Docetaxel nicht zusätzlich beeinträchtigt wurde (9). Die gezeigten Qualitäten der Nintedanib+Docetaxel-Kombination führten auch zur Aufnahme in die aktuelle Leitlinie der DGHO (10).
 
Auf dem AIO betonte der Kliniker Dr. Nicolas Dickgreber, Rheine, einen bemerkenswerten Aspekt der Behandlung mit Nintedanib. In der LUME-Lung 1-Studie war der Therapieeffekt umso stärker, je aggressiver die Erkrankung verlief: So verbesserte sich der Überlebensvorteil auf plus 3,0 Monate bei einer Risikoreduktion von 25% (OS 10,9 vs. 7,9 Monate; HR=0,75 (0,60-0,92); p=0,0073) bei Patienten mit Krankheitsprogress innerhalb von 9 Monaten nach Erstlinientherapie. Noch deutlicher fiel der Unterschied bei in der Erstlinie refraktären Patienten aus (bei diesen Patienten war ein Progress das beste dokumentierte Ansprechen unter der Erstlinienchemotherapie). Das Gesamtüberleben verlängerte sich um 3,5 Monate bei einer Risikoreduktion von 38% (OS 9,8 vs. 6,3 Monate; HR=0,62 (0,41-0,94); p=0,0246) (8).
 
Diese Daten könnten für Patienten mit aggressivem Krankheitsverlauf auch nach Zulassung der Immuntherapien bei Adenokarzinom-Histologie eine wichtige Rolle spielen. Dazu Dr. Dickgreber: „Bei Patienten mit negativem PD-L1-Status und/oder Progress innerhalb von 9 Monaten nach Beginn der Erstlinientherapie sollte die Kombinationstherapie Nintedanib/Docetaxel ernsthaft in Erwägung gezogen werden.“

Boehringer Ingelheim
Literatur:

(1) Sequist LV et al. J Clin Oncol 2013;31(27):3327-3334.
(2) Wu Y et al. Lancet Oncol 2014;15:213-222.
(3) Yang JC et al. J Clin Oncol 2013;31(27):3342-3350.
(4) Yang J et al. Lancet Oncol 2015;16(2):141-151.
(5) Lee C et al. J Clin Oncol 2015;33(Suppl; abstr. 8072).
(6) Lindeman NI et al. J thorac Oncol 2013;8:823-59.
(7) Spicer J et al. ELCC 2015; abstract LBA2_PR.
(8) Reck M et al. Lancet Oncol 2014;15(2):143-55.
(9) Novello S et al. Eur J Cancer 2015;51(3):317-326.
(10) Onkopedia-Leitlinie Lungenkarzinom, nicht-kleinzellig (NSCLC), der DHGHO, Stand April 2015.

 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!



Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CUP
NET
CML
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
ASCO 2017