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21. Dezember 2015

NSCLC: EGFR-Mutationsanalyse noch nicht flächendeckend

Patienten mit fortgeschrittenem Adenokarzinom der Lunge, einer Form des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC), und EGFR-Mutation können von einer zielgerichteten Therapie mit einem EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitor (EGFR-TKI) profitieren. Eine konsequente EGFR-Mutationstestung ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass diese Patienten die jeweils wirksamste Therapie erhalten. Experten und Vertreter von Patientengruppen aus Westeuropa und Nordamerika haben sich mit im Frühjahr 2015 veröffentlichten Ergebnissen einer internationalen, von Boehringer Ingelheim initiierten Befragung von Ärzten zu den Herausforderungen bei der EGFR-Testung und Behandlung von NSCLC-Patienten mit EGFRA-Mutationen im klinischen Alltag befasst und liefern Lösungsansätze für die einzelnen Länder. Auch für Deutschland werden Möglichkeiten aufgezeigt, die Patientenversorgung noch besser zu gestalten.

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Die im Frühjahr erstmals vorgestellten Daten einer internationalen Onlinebefragung von Ärzten haben gezeigt, dass länderübergreifend die Mehrheit der Ärzte die Verlängerung des Gesamtüberlebens von NSCLC-Patienten als wichtigstes Therapieziel in der Erstlinie nannte (ca. 63%). Durch die neuen personalisierten Krebstherapien gibt es insbesondere bei speziellen Mutationstypen die Möglichkeit, mit Tyrosinkinase-Inhibitoren zielgerichtet zu behandeln. Bei Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC und aktivierender EGFRA-Mutation verbessert eine zielgerichtete Erstlinientherapie mit einem EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitor nicht nur das progressionsfreie Überleben und die Lebensqualität gegenüber Chemotherapie signifikant. Für den irreversiblen ErbB-Family-Blocker Afatinib* wurde darüber hinaus nachgewiesen, dass er das Gesamtüberleben von Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC und Del19-Mutation im Vergleich zur Chemotherapie um mehr als ein Jahr verlängern kann (LUX-Lung 3: 33,3 vs. 21,1 Monate, p=0,0015; LUX-Lung 6: 31,4 vs. 18,4 Monate; p=0,0229).
 
Damit geeignete Patienten von zielgerichteten Therapien wie Afatinib profitieren können, muss vor der Therapieauswahl ein EGFR-Mutationstest durchgeführt werden. Die Experten sind sich einig, dass es das oberste Ziel sein muss, allen infrage kommenden NSCLC-Patienten eine molekulargenetische, diagnostische Testung und damit den Zugang zu einer personalisierten Therapie zu ermöglichen.
Bei der Umsetzung einer durchgängigen EGFR-Mutationsanalyse zeigten die Ergebnisse der internationalen Umfrage länderübergreifend Verbesserungsmöglichkeiten: Der globale Durchschnitt lag bei 81%. Darüber hinaus ergab sich, dass eine signifikante Anzahl von Patienten trotz erfolgter Testung keine ihrem Mutationstyp entsprechende personalisierte Therapie erhält.
 
Für Deutschland bestätigen die Testraten, dass die Notwendigkeit des EGFR-Tests in der klinischen Praxis angekommen ist, aber noch nicht konsequent genug umgesetzt wird: So werden hierzulande nur 72% der infrage kommenden Patienten auf EGFR-Mutationen getestet. Die Gründe dafür sehen internationale Experten und Vertreter von Patientengruppen in zu knappen Mitteln, einer unzureichenden Erstattung des Tests im stationären Bereich und nicht zuletzt eines Therapiebeginns ohne Kenntnis der Testergebnisse. Der überwiegende Teil der Lungenkarzinom-Patienten wird  jedoch stationär diagnostiziert.
 
„Die unzureichende Erstattung im stationären Bereich ist eine große Barriere in Deutschland, die vielen Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC den Zugang zur EGFR-Testung verwehrt. Die EGFR-Mutationsanalyse ist im DRG-System – dem Erstattungskatalog für Krankenhausleistungen in Deutschland – nicht ausreichend abgebildet“, sagte Dr. Markus Tiemann, geschäftsführender Direktor des Instituts für Hämatopathologie, Hamburg. Unter Verweis auf die Chancen, die mit einer personalisierten Therapie verbunden sind, sehen die Experten Änderungsbedarf. „Die Bedeutung der personalisierten Medizin für das deutsche Gesundheitssystem muss mehr Anerkennung finden, dafür ist auch die angemessene Erstattung sicherzustellen, damit allen infrage kommenden Patienten eine Testung zum Mutationsstatus ermöglicht werden kann. Eine Heilung bleibt das höchste Ziel bei fortgeschrittenem NSCLC. Bis dieses Ziel Realität wird, sollten Patienten eine Therapie erhalten, die hinsichtlich Lebensqualität und Gesamtüberleben die bestmöglichen Chancen bietet“, betonte Prof. Dr. med. Frank Griesinger, Direktor der Klinik für Hämatologie und Onkologie, Pius-Hospital, Cancer Center, Oldenburg.
 
Die Onlinebefragung ergab außerdem, dass 35% aller Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC in Deutschland bereits eine zytotoxische Erstlinientherapie erhielten, bevor die Ergebnisse der Mutationstestung vorlagen. Eine mögliche Ursache: Die rechtzeitige Verfügbarkeit der Testergebnisse ist in Deutschland nicht immer sichergestellt – logistische Probleme spielen in diesem Zusammenhang eine Rolle. Häufig genannt wurden Dauer des Testungsprozesses, zusätzlicher Aufwand oder Probleme bei der Entnahme der Gewebeprobe. „Selbst wenn eine Mutationstestung erfolgt ist, kann es bis zu zwei Monate dauern, bis die Ergebnisse vorliegen. Auch diese Prozesse müssen optimiert werden“, so Dr. Markus Tiemann.
 
Insgesamt können die durch die aktuelle Expertenbefragung gewonnenen Erkenntnisse dazu beitragen, die EGFR-Mutationstestung noch konsequenter umzusetzen und damit den hohen Versorgungsstandard der Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC in Deutschland weiter zu verbessern.

Der gesamte Report, der Einsicht in die Problematik in Kanada, Deutschland, Italien, Spanien, Großbritannien und den USA gibt, kann unter dem folgenden Link heruntergeladen werden:
http://www.lifewithlungcancer.info/sites/default/files/ebooks/Global_Insights_Report.pdf
 
AEpidermal Growth Factor Receptor (epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor)
 
*Afatinib ist in mehreren Ländern, darunter die EU, Kanada und verschiedene asiatische Länder, unter dem Namen GIOTRIF® und in den USA unter dem Markennamen GILOTRIF™ für bestimmte Patientenpopulationen (mit aktivierender EGFR-Mutation) mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) zugelassen. Afatinib hat keine Zulassung für andere Indikationen.

Boehringer Ingelheim
 
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