Donnerstag, 24. August 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
22. Dezember 2016

Myelofibrose und Polycythaemia vera: Evidenz zur Wirksamkeit von Ruxolitinib

Der Januskinase (JAK)1/2-Inhibitor Ruxolitinib (Jakavi®) ist zur Behandlung von krankheitsbedingter Splenomegalie oder Symptomen bei Erwachsenen mit primärer Myelofibrose (MF), Post-Polycythaemia-vera-MF oder Post-Essentieller-Thrombozythämie (ET)-MF sowie zur Behandlung von Erwachsenen mit Polycythaemia vera (PV), die resistent oder intolerant gegenüber Hydroxycarbamid sind, zugelassen (1). Aktuelle Studiendaten, die anlässlich des 58. Jahrestreffens der American Society of Hematology (ASH) präsentiert wurden, liefern neue Erkenntnisse zu Krankheitslast, Risikofaktoren und zur Bedeutung einer effektiven Therapie dieser Erkrankungen; weiterhin stützen sie die Evidenz zur Wirksamkeit von Ruxolitinib (2-4).
Anzeige:
 
 
Studie verdeutlicht Bedarf eines rechtzeitigen Therapiebeginns bei Myelofibrose

Jakavi® ist der einzige verfügbare JAK1/2-Inhibitor zur Behandlung der Myelofibrose. Sein Einsatz empfiehlt sich laut Leitlinie für Myelofibrose-Patienten mit Niedrig- bzw. Intermediär-Risiko 1, wenn Splenomegalie oder krankheitsbedingte Symptome auftreten (5). Neue Daten einer unabhängigen, multizentrischen Beobachtungsstudie aus Italien weisen nun auf die Bedeutung einer rechtzeitigen Behandlung mit Ruxolitinib hin, um ein besseres Therapie-Ansprechen zu erreichen. Die Studie identifizierte klinische oder labortechnische Prädiktoren für das therapeutische Ansprechen auf Ruxolitinib. Die Auswertung basierte auf Daten von insgesamt 408 Patienten mit primärer MF (54,4%), Post-PV-MF (17,9%) und Post-ET-MF (27,7%). Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 3,8 Jahre (0,3-29,6) ab Diagnosestellung, die mediane Expositionsdauer mit Ruxolitinib lag bei 20 Monaten (3-56,2). In Bezug auf Milzvolumenreduktion und Symptomkontrolle erreichten die Patienten Ansprechraten von 42% bzw. 88,6%. Dabei war insbesondere ein Behandlungsstart mit Ruxolitinib ≥ 2 Jahre ab Diagnosestellung mit geringeren Ansprechraten – definiert als Reduktion des Milzvolumens – assoziiert. Weiterhin korrelierte eine mediane titrierte Ruxolitinib-Dosis von < 10 mg zweimal täglich signifikant mit niedrigeren Milz- und Symptom-Ansprechraten (2).
 

Hohe Krankheitslast und eingeschränkte Lebensqualität bei MF und PV

Beim ASH-Kongress vorgestellte Zwischenergebnisse einer internationalen Umfrage deuten darauf hin, dass Patienten mit Myeloproliferativen Neoplasien (MPN) unter einer hohen Krankheitslast leiden. Ursachen sind die hohe Prävalenz von Symptomen, eine zahlenmäßige Zunahme der Beschwerden im Verlauf ab Diagnosestellung sowie eine Verminderung des emotionalen Wohlbefindens, der Lebensqualität und der Arbeitsfähigkeit. An der MPN-LANDMARK-Studie nahmen Patienten aus sechs Ländern (darunter Deutschland) auf vier Kontinenten teil. Sie beantworteten online Fragen zur Erfassung von MPN-bezogenen Symptomen im vorausgegangenen Jahr sowie zum Einfluss ihres Krankheitszustands auf die Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit. 699 Patienten mit PV (n = 223), MF (n = 174) oder ET (n = 302) beantworteten den Fragebogen vollständig. Demzufolge hatten die meisten Patienten (90%) in den vergangenen 12 Monaten an Symptomen gelitten, darunter am häufigsten unter Fatigue. Die Inzidenz weiterer Symptome variierte in Abhängigkeit von der Grunderkrankung. 40% der Befragten berichteten, dass die Krankheit ihre Fähigkeit zur Ausübung von Aktivitäten des täglichen Lebens beeinträchtigt.  Ein Großteil der Patienten mit Symptomen litt aufgrund der Beschwerden an einer bedeutsamen Einschränkung der Lebensqualität (PV 72%, MF 83%, ET 74%). Ferner berichtete etwa ein Drittel der Befragten über eine verminderte Arbeitsfähigkeit (jeweils durchschnittlich 33,4% bei PV, 37,8% bei MF, 35,5% bei ET), noch mehr Patienten klagten über eine allgemeine Beeinträchtigung ihrer Aktivitäten (PV 39,9%, MF 44,9%, ET 38,1%). Die Studienautoren fordern abschließend, bei der Behandlung von MPN-Patienten auf deren Krankheitslast zu achten, um die Auswirkungen auf das Alltagsleben zu minimieren (3).

PV: Neue Erkenntnisse zu Risikofaktoren für thromboembolische Ereignisse

Zu den wichtigsten Zielen in der Behandlung der PV zählt laut Leitlinie die Reduktion des Risikos für thromboembolische Komplikationen (5). Dennoch scheinen diese bei einem beträchtlichen Anteil der Patienten mit diagnostizierter PV vorzukommen, wobei arterielle häufiger als venöse Ereignisse sind (3). Dies spricht für einen weiteren Optimierungsbedarf in der Therapie.

Eine US-amerikanische Studie untersuchte die Bedeutung von Risikofaktoren für diese Komplikationen und differenzierte dabei erstmals zwischen arteriellen und venösen Ereignissen. Von insgesamt 587 ausgewerteten PV-Patienten verstarben 224 (38%) im Studienverlauf. Die mediane Nachbeobachtungsdauer der überlebenden Patienten betrug 109 Monate; das mediane Überleben lag bei 16 Jahren. Wie die Ergebnisse zeigen, sind frühere Thrombosen der bedeutsamste Risikofaktor für künftige arterielle wie auch venöse thromboembolische Ereignisse. Weitere Risikofaktoren umfassen Hyperlipidämie für arterielle Thrombosen sowie Leukozytose und starke Blutungen für venöse Thrombosen.
Bei 235 (40%) Patienten trat mindestens ein thrombotisches Ereignis vor oder nach Diagnosestellung auf (arteriell n = 153 (26%), venös n = 104 (18%)). Die Inzidenz aller thrombotischen Ereignisse vor und nach Diagnosestellung korrelierte mit aktivem Tabakkonsum (p=0,04), Diabetes-Anamnese (p=0,03), Hyperlipidämie (p=0,04) und schweren Blutungen (p=0,03). Zudem zeigte sich ein Zusammenhang zwischen arteriellen Thrombosen mit höherem Lebensalter (p=0,006) und Hypertonie (p=0,004), Diabetes (p=0,005) oder Hyperlipidämie (p<0,0001). Venöse Thrombosen waren dagegen mit jüngerem Lebensalter (p<0,0001), weiblichem Geschlecht (p=0,008), niedrigen Thrombozytenzahlen (p=0,0014) und tastbarer Splenomegalie (p=0,006) assoziiert (4).

Ruxolitinib: Therapieoption bei unzureichend kontrollierter PV

Die Ergebnisse der Phase-III-Studien RESPONSE und RESPONSE-2 zu Ruxolitinib bei PV-Patienten mit Resistenz oder Intoleranz gegenüber Hydroxyurea zeigen, dass sich das Risiko für krankheitsbedingte Komplikationen bei unzureichend kontrollierter PV durch Behandlung mit dem Januskinase-Inhibitor senken lässt. Im Vergleich zur besten verfügbaren Therapie bewirkte Ruxolitinib eine rasche und anhaltende Normalisierung der Leukozyten- und Thrombozytenzahlen sowie eine effektive Hämatokritkontrolle. Zudem wiesen Patienten unter Ruxolitinib eine geringere Anzahl an thromboembolischen Ereignissen und eine Reduktion der Symptomlast auf (7,8).
Novartis
Literatur:
(1) Fachinformation Jakavi®. Stand Juli 2016.
(2) Palandri F, Palumbo GA, Bonifacio M et al.: Predictors for Response to Ruxolitinib in Real-Life: An Observational Independent Study on 408 Patients with Myelofibrosis.
ASH Annual Meeting 2016, San Diego, California (USA), 3. - 6. Dezember 2016; Abstract 1128.
(3) Harrison CN, Koschmieder S, Foltz L et al.: The Impact of Myeloproliferative Neoplasms (MPNs) on Patients’ Quality of Life and Productivity: Results from the International MPN Landmark Survey.
ASH Annual Meeting 2016, San Diego, California (USA), 3. - 6. Dezember 2016; Abstract u. Poster 4267.
(4) Cerquozzi S, Barraco D, Lasho TL et al.: Risk Factors for Arterial Versus Venous Thrombosis in Polycythemia Vera: Single Center Experience in 587 Patients.
ASH Annual Meeting 2016, San Diego, California (USA), 3. - 6. Dezember 2016; Abstract 948.
(5) Griesshammer M, Baerlocher G, Gisslinger H et al.: Onkopedia Leitlinie Primäre Myelofibrose. Stand Juni 2014. Online verfügbar unter: https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/primaere-myelofibrose-pmf/@@view/html/index.html. Letzter Zugriff: 21. Dezember 2016.
(6) Lengfelder E, Baerlocher GM, Gisslinger H et al.: DGHO-Leitlinie „Polycythaemia Vera (PV)“. Stand März 2016. Online verfügbar unter: https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/polycythaemia-verapv/@@view/pdf/index.pdf?filename=polycythaemia-vera-pv.pdf. Letzter Zugriff: 21. Dezember 2016.
(7) Vannucchi AM, Kiladjian JJ, Griesshammer M et al.: Ruxolitinib versus standard therapy for the treatment of polycythemia vera. N Engl J Med 2015; 372:426-435.
(8) Passamonti F, Griesshammer M, Palandri F et al.: Ruxolitinib Proves Superior to Best Available Therapy in Patients with Polycythemia Vera (PV) and a Nonpalpable Spleen: Results from the Phase IIIb RESPONSE-2 Study.
21st Congress of the European Hematology Association (EHA), 9. - 12. Juni 2016, Kopenhagen, Dänemark; Abstract S112.
 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!



Anzeige:
Zur Fachinformation
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CUP
NET
CML
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
EHA 2017