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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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06. Dezember 2016

Myelofibrose: Der rechtzeitige Beginn einer Ruxolitinib-Therapie ist wesentlich für den Erfolg

Eine große Beobachtungsstudie mit 408 Myelofibrose-Patienten an 18 italienischen Zentren hat drei Hauptfaktoren ergeben, die negativ mit einem Ansprechen auf Ruxolitinib assoziiert sind: ein Therapiebeginn mehr als 2 Jahre nach Diagnose, eine ausgeprägte Splenomegalie mit einer Milz von mindestens 10 cm Länge und eine transfusionsabhängige Erkrankung.
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Die Ergebnisse der multizentrischen, Untersucher-initiierten Studie wurden bei der 58. Jahrestagung der American Society of Hematology in San Diego vorgestellt (1). Sie seien praxisrelevant und machten deutlich: Eine Therapie mit Ruxolitinib sollte rechtzeitig beginnen und möglichst auf eine Dosis von ≥ 10 mg 2x täglich titriert werden, um die Chance auf ein gutes therapeutische Ergebnis zu verbessern, so Francesca Palandri, Juniorprofessorin an der Universitätsklinik Bologna.

Patienten mit klonaler Myelofibrose (MF) haben noch immer eine im Vergleich zur Normalbevölkerung deutlich eingeschränkte Lebenserwartung. Zu den häufigsten Todesursachen gehören Infektionen, ein Übergang der MF in eine akute myeloische Leukämie und Kachexie. Ruxolitinib ist der bislang einzige für die Therapie der MF zugelassene Kinaseinhibitor und hat mit der Hemmung des JAK/STAT-Signalwegs ein molekulares, pathophysiologisch begründetes Korrelat.

Hintergrund der Studie: Bislang gibt es kaum Prädiktoren, mit deren Hilfe sich ein Ansprechen von MF-Patienten auf Ruxolitinib vor Therapiebeginn vorhersagen ließe, und auch nicht darauf, welche Mindestdosierung der Substanz positiv mit einem Ansprechen korreliert. Die retrospektive Kohortenanalyse basiert auf Daten von 'real-life'-Patienten.

Für 408 Patienten mit primärer MF (54,4%) oder einer sekundären Form (45,6%) lagen die für die Analyse notwendigen kompletten Datensätze vor. Die Patienten waren zu Beginn der Ruxolitinib-Therapie median 68,5 Jahre alt, hatten einen medianen Hämoglobinwert von 10,7 g/dL  und knapp 28% waren transfusionsabhängig. Fast alle (96,6%) hatten eine vergrößerte Milz, bei zwei Drittel der Patienten hatte die Milz eine Länge von mindestens 10 cm. 37% wurden vor Beginn der Therapie auf Basis des IPSS als Hochrisikopatienten eingestuft, die übrigen Teilnehmer hatten ein intermediäres Risiko. Molekulargenetische Untersuchungen gab es von 81,4% der Kohorte und 81,0% dieser Patienten hatten eine Erkrankung mit JAK2V617F-Mutation. Die mediane Dauer der Therapie mit dem JAK1/2-Inhibitor (Jakav) betrug 20 Monate, die mediane Beobachtungszeit 3,8 Jahre (0,3 bis 29,6 Jahre).

In der multivariaten Regressionsanalyse erwies sich eine ausgeprägte Splenomegalie als stärkster negativer Prädiktor für ein Ansprechen (HR: 2,05; p=0,02), gefolgt von einer Transfusionspflichtigkeit (HR: 1,95; p=0,04) und einem vergleichsweise langen Zeitintervall bis zum Beginn der Therapie (mindestens 2 Jahre; HR: 1,78; p=0,04). Ein Rückgang der Splenomegalie korrelierte signifikant mit der durchschnittlichen Ruxolitinib-Dosierung 12 Wochen nach Behandlungsbeginn: Die Ansprechraten betrugen 47,3% bei ≥ 10 mg 2x täglich und 26,6% bei einer geringeren Dosierung (HR: 2,36; p=0,005). Es sei darum wichtig, so das Fazit, mit der Behandlung nicht zu lange zu warten und eine maximal tolerierte Dosierung beizubehalten.
nsi
Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) vom 03.-06.12.2016 in San Diego; Montag 05.12.2016, Session 634 (MPN), oral 17.45, Abstract 1128
Literatur:
(1) Palandri F, Palumbo GA, et al.: Predictors for response to ruxolitinib in real-life: an observational independent study on 408 patients with myelofibrosis. 58. Jahrestagung der American Society of Hematology in San Diego; Montag, 05.12.2016, Abstract 1128
 
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