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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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01. März 2013

Myelodysplastische Syndrome: Eisenchelation verlängert das ereignis- und leukämiefreie Überleben sowie das Gesamtüberleben

Die auf der 54. Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) im Dezember in Atlanta, USA, präsentierten neuen Studienergebnisse belegen den Nutzen einer Eisenchelat-Therapie mit Exjade® (Deferasirox) für MDS-Patienten und auch bei Stammzelltransplantation. Anlässlich der Veröffentlichung dieser Daten fand am 28. Februar 2013 eine Novartis Oncology Roundtable Discussion mit Prof. Dr. Gattermann, Düsseldorf und Dr. Al-Ali, Leipzig, statt. Die Studienanalysen zeigen, dass MDS-Patienten von einer Eisenchelat-Therapie in Bezug auf Gesamtüberleben, ereignisfreies Überleben, Transfusionsbedarf und Serumferritin profitieren (1-4). Auch Dr. Al-Ali stellte auf dem ASH positive Daten zu Deferasirox vor: Patienten, die nach einer allogenen Stammzelltransplantation Deferasirox erhalten, erzielen nach einem Jahr eine hochsignifikante Serumferritin-Reduktion sowie einen deutlichen Anstieg des Hämoglobins (5).

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Deferasirox verbessert die Hämatopoese

Angelucci et al. präsentierten prospektive Studiendaten von transfusionsabhängigen MDS-Patienten mit Eisenüberladung (n=152), die mit Deferasirox behandelt wurden. Nach 12 Monaten sank das mediane Serumferritin signifikant um 25% auf 1.475 ng/ml (p<0,0001). Bei vergleichbaren Hämoglobinausgangswerten verringerte sich der mediane Transfusionsbedarf signifikant von drei EKA-Einheiten auf eine EK-Einheit pro Monat (p=0.001) (4).

Prof. Gattermann überzeugen die von Angelucci et al. vorgestellten Daten: "Diese Studie bestätigt die bisher veröffentlichten Ergebnisse der anderen beiden großen Studien EPIC und US03, die einen positiven Effekt von Deferasirox auf die Hämatopoese in ähnlicher Größenordnung gezeigt haben. Eine Reduktion des Transfusionsbedarfs bedeutet für MDS-Patienten eine spürbare Verbesserung der Lebensqualität."

Eisenchelation auch nach Stammzelltransplantation sinnvoll

Auch nach einer allogenen Stammzelltransplantation kann die transfusionsbedingte EisenüberladungB mit Deferasirox effektiv therapiert werden. Al-Ali et al. zeigten, dass durch eine Deferasirox-Therapie das Serumferritin signifikant von 2.036 ng/ml auf 957 ng/ml (n=76; p<0,0001)5 gesenkt werden konnte. Dabei stieg das mediane Hämoglobin um 12,4% auf 12,7 g/dl. "Durch eine Deferasirox-Therapie nach einer Stammzelltransplantation kommt es zu einer signifikanten Serumferritin-Reduktion von etwa 53%. Die Daten spiegeln wider, wie deutlich eine Eisenüberladung innerhalb eines Jahres durch Deferasirox verringert werden kann", so Dr. Al-Ali.

Eisenchelation beeinflusst das klinische Outcome positiv

Eine Reduktion des Transfusionsbedarfs durch eine Eisenchelat-Therapie beeinflusst die Lebensqualität der Patienten positiv - langfristig profitieren die Patienten von einem besseren klinischen Outcome hinsichtlich Gesamtüberleben und Zeit bis zur AMLC-Transformation (7). Aktuelle Daten einer prospektiven, amerikanischen Registerstudie von Lyons et al. zeigen, dass Niedrigrisiko-MDS-Patienten unter einer Eisenchelat-Therapie länger leben als unbehandelte Patienten (1. Das Gesamtüberleben betrug 102,1 Monate bei Betroffenen, die mindestens sechs Monate mit einem Eisenchelator behandelt wurden vs. 50 Monate bei unchelierten Patienten (p<0,0001)(1). Zudem trat bei diesen chelierten Patienten eine AML-Transformation signifikant später auf (nach 57,1 Monaten vs. 27,4 Monaten; p=0,011) und die Sterberate war signifikant niedriger (46,5% vs. 63,1%; p=0,0002) (1).

Remacha et al. präsentierten eine retrospektive Beobachtungsstudie zum Gesamtüberleben von Niedrigrisiko-MDS-Patienten aus 47 spanischen Krankenhäusern, von denen 82,4% im Laufe ihrer Erkrankung eine transfusionsbedingte Eisenüberladung entwickelten (3). Eine Eisenchelat-Therapie über mindestens drei Monate konnte bei diesen Patienten das kardiale ereignisfreie Überleben (137 Monate vs. 90 Monate; p=0,004) sowie das Gesamtüberleben vs. unbehandelten Patienten signifikant verlängern (133 Monate vs. 105 Monate; p=0,009) (3).

In einer weiteren retrospektiven Analyse einer großen MDS-Patientenkohorte (n=544) ermittelten Zeidan et al. ebenfalls eine positive Korrelation zwischen Überlebensrate und Dauer der Deferasirox-Behandlung. Die Lebenserwartung war umso höher, je länger die Therapie andauerte (2).

Serumferritin ist prädiktiv für Ansprechen auf Azacitidin und Gesamtüberleben

Patienten, die transfusionsbedingt eine Eisenüberladung entwickeln (Serumferritin >1.000 ng/ml), erzielen ein besseres klinisches Outcome, wenn sie eine Eisenchelat-Therapie erhalten. Für das Outcome ist nicht nur die Dauer der Behandlung, sondern auch die Höhe des Serumferritins entscheidend. Wie bereits mehrfach publiziert, korreliert ein niedriges Serumferritin mit einem längeren Gesamtüberleben von MDS-Patienten (7-10). Auf dem ASH 2012 wurde erstmals gezeigt, dass die Höhe des Serumferritins (<500 ng/ml) auch das Ansprechen auf eine Azacitidin-Therapie beeinflusst: Patienten mit einem niedrigen Serumferritin (<1.000 ng/ml) erreichten eine signifikant höhere Azacitidin-Ansprechrate (p<0,0001) sowie ein signifikant längeres Gesamtüberleben (p=0,0012) als Betroffene mit einem Serumferritin >1.000 ng/ml (6).

Auch für Patienten vor einer Stammzelltransplantation ist das Serumferritin entscheidend: Rojas et al. präsentierten, dass Patienten mit einem Serumferritin <700 ng/ml vs. >700 ng/ml einen signifikanten Überlebensvorteil haben (p=0,001) (11).

Der Nutzen der Eisenchelat-Therapie und des reduzierten Serumferritins zeigt sich für MDS-Patienten in verschiedenen Erkrankungsphasen: Bei Niedrigrisiko-MDS-Patienten kann die Eisenchelation die Hämatopoese verbessern, die Zeit bis zur AML-Transformation und das ereignisfreie Überleben verlängern (1). In fortgeschrittenen Stadien, z.B. bei Patienten mit Azacitidin-Therapie, kann durch ein niedriges Serumferritin die Ansprechrate erhöht und bei Kandidaten für die Stammzelltransplantation die Prognose verbessert werden (5,6,9).


A: EK: Erythrozytenkonzentrat
B: Eine Eisenüberladung lag vor bei einem Serumferritin von mindestens 1.000 ng/ml bzw. bei Erhalt von mehr als 20 EK-Einheiten.
C: AML: Akute myeloische Leukämie

Literaturhinweise:
(1) Lyons RM et al.: Relationship Between Chelation and Clinical Outcomes in 600 Lower-Risk MDS Patients: Registry Analysis At 36 Months. 54th ASH 2012. Abstr. #3800.
(2) Zeidan AM et al.: Deferasirox Is Associated with Reduced Mortality Risk in a Medicare Population with Myelodysplastic Syndromes. 54th ASH 2012. Abstr. #426.
(3) Remacha A et al.: The IRON2 Study. A Retrospective Observational Study to Describe the Evolution of Iron Overload in Patients with Low-Risk Myelodysplastic Syndrome. 54th ASH 2012. Abstr. #1723.
(4) Angelucci E et al.: Deferasirox Chelation Therapy in Transfusion Dependent MDS Patients. Final Report From the Gimema MDS0306 Prospective Trial. 54th ASH 2012. Abstr. #425.
(5) Al-Ali H-K et al.: Efficacy and Safety of Deferasirox in Patients with Transfusional Iron Overload After Allogeneic Hematopoietic Cell Transplantation: The CICL670ADE02 Trial. 54th ASH 2012. Abstr. #485.
(6) Delgado RG et al.: Multivariate Analysis of the Impact of Pre-Treatment Serum Ferritin Level On Response and Overall Survival in Patients with Myelodysplastic Syndromes Treated with Azacitidine. 54th ASH 2012. Abstr. #1710.
(7) de Swart L et al.: Transfusion-dependency is the most important prognostic factor for survival in 1000 newly diagnosed MDS patients with low- and intermediate-1 risk MDS in the european leukemiaNet MDS registry. Blood 2011; 118: Abstr.#2775.
(8) Sanz G et al.: Independent Impact of Iron Overload and Transfusion Dependency on Survival and Leukemic Evolution in Patients with Myelodysplastic Syndrome. Blood 2008; 112: Abstr.#640.
(9) Neukirchen J et al.: The impact of iron chelation therapy on clinical outcomes in real-world lowerrisk patients with myelodysplastic syndromes (MDS): results from the Düsseldorf registry. 17th EHA 2012; Abstr. #0359.
(10) Rose C et al.: Does iron chelation therapy improve survival in regularly transfused lower risk MDS patients? A multicenter study by the GFM (Groupe Francophone des Myélodysplasies). Leuk Res. 2010; 34:852-853.
(11) Rojas R et al.: Serum Ferritin Levels >700 ng/ml pre-Transplant are Correlated with Worse Outcome after HSCT. 54th ASH 2012. Abstr. #4149.
(12) Hofmann WK et al.: Myelodysplastische Syndrome (MDS). Stand: März 2011; online unter http://www.dgho-onkopedia.de/de/onkopedia/leitlinien/mds. Zuletzt aufgerufen am: 08.02.2013.
(13) Neukirchen J et al.: The impact of iron chelation therapy on clinical outcomes in real-world lower-risk patients with myelodysplastic syndromes (MDS): results from the Düsseldorf registry. 17th EHA 2012; Abstr. #0359.
(14) Delforge M et al.: Retrospective analysis on the impact of iron chelation therapy on survival and leukemia progression in transfusion dependent MDS patients in Belgium. 17th EHA 2012; Abstr. #0898.
(15) Exjade® (Deferasirox) Fachinformation (Stand: Dezember 2012).

Quelle: Novartis Oncology Roundtable Discussion: "Aktuelles vom ASH: MDS & Eisenchelation - Warum und für welche Patienten?", 28. Februar 2013 in Düsseldorf.
 
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