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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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23. April 2013

Mutationstestung bei GIST sollte Standard sein

Erstmalig wird in den aktuellen ESMO-Guidelines 2013 die Mutationstestung bei gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) als Standard genannt. Diese Entscheidung begrüßten die Experten auf der Sarkomkonferenz in Berlin und legten Herausforderungen und Defizite im klinischen Management von GIST dar.

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Wie der Pathologe Prof. Dr. Stephan Dirnhofer, Basel, in seinem Referat erklärte, stellen die GIST eine klinisch, morphologisch und genetisch sehr heterogene Gruppe dar.  Liegt eine Mutation vor, ist deren Art ausschlaggebend für die Wahl der Therapie. So verlängert bei einer Exon-11-Mutation des c-KIT-Gens eine Therapie mit 400 mg Imatinib signifikant das Überleben, während Patienten mit einer c-KIT-Exon-9-Mutation von einer Verdopplung der Imatinib-Dosis auf 800 mg profitieren. Bei der PDGFRA-D842V-Mutante liegt dagegen eine Resistenz gegenüber Imatinib vor und eine Therapie mit dem Tyrosinkinaseinhibitor (TKI) wird daher nicht empfohlen. Dirnhofer betonte die Wichtigkeit der  Genotypisierung, da diese für GIST diagnostisch, für eine Tumorrezidivierung prognostisch und für das Ansprechen auf einen TKI prädiktiv sei. "Das macht die Testung zu 100% kosteneffektiv", so Dirnhofer. Allerdings ist dies in der klinischen Routine noch nicht angekommen. Eine Auswertung des GIST-Registers in den USA ergab, dass nur in 6% der Fälle eine Mutationstestung durchgeführt wurde, wobei aber über 60% der Patienten eine systemische TKI-Behandlung über 3 Jahre erhielten. Dirnhofer meinte, dass die Rate an Genotypisierungen in Deutschland zwar höher sei, dass sie aber auch hierzulande immer noch zu selten durchgeführt würde. Die Gründe dafür seien ihm unbekannt. "Immer, wenn eine systemische Therapie ansteht, muss vorher eine Mutationstestung durchgeführt werden", forderte Dirnhofer. Nur dadurch könne vermieden werden, dass Patienten falsch behandelt werden.

Auf Grund der Ergebnisse der multizentrischen Phase-III-Studie SSGXVIII/AIO ist eine 3-jährige Imatinib-Therapie einer 1-jährigen bei Hochrisiko-Patienten nach kompletter Resektion c-KIT-positiver GIST überlegen. Das Rezidiv- und das Sterberisiko wurden unter einer 3-jährigen Therapie mehr als halbiert. Dabei war Imatinib auch unter dem längeren Behandlungszeitraum gut verträglich, unerwartete neue Nebenwirkungen traten nicht auf (1). Daher wurde die adjuvante Behandlung mit Imatinib über 3 Jahre für Patienten mit hohem Rückfallrisiko in die ESMO-Leitlinien aufgenommen und wird als neuer Standard empfohlen (2). Wie PD Dr. Peter Reichardt, Berlin/Bad Saarow, erklärte, könne bei niedrigem Rückfallrisiko auf eine adjuvante Therapie verzichtet werden. Bei mittlerem Risiko hilft eine Mutationsanalyse bei der Entscheidung, ob man adjuvant behandeln sollte oder nicht. Bei Patienten mit Wildtyp-GIST sollte individuell entschieden werden, ob sie adjuvant behandelt werden sollten. Zudem empfiehlt die ESMO standardmäßig eine Mutationsanalyse durchzuführen, um die Patienten identifizieren zu können, die von der adjuvanten Imatinib-Therapie profitieren (2).
sk

Literaturhinweise:
(1) Joensuu H, et al. JAMA 2012; 307:1265-1272.
(2) The ESMO/European Sarcoma Network Working Group. Ann Oncol 2012; 23(Suppl. 7): 49-55.

Quelle: "Tri-Nationaler GIST-Gipfel: Herausforderungen und Defizite im Klinischen Management der GIST", 14.03.2013, Berlin; Veranstalter: Novartis
 
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