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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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24. Januar 2014

Multiples Myelom: Pomalidomid zeigt Wirksamkeit bei älteren Patienten und bei Hochrisiko-Zytogenetik

Vorbehandelte Patienten mit einem Multiplen Myelom (MM) und einer ungünstigen Zytogenetik profitieren in vergleichbarer Weise von einer Therapie mit Pomalidomid (Imnovid®) wie Patienten mit einer Standardrisiko-Zytogenetik. Zudem verbessert Pomalidomid plus Dexamethason das Ansprechen und Überleben unabhängig von der Anzahl und Art der Vortherapien sowie vom Alter der Patienten. Dies zeigen mehrere Auswertungen der Phase-III-Studie MM-003, die bei der Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) im Dezember 2013 in New Orleans, USA, präsentiert wurden. Dabei bewerteten die Patienten ihre Lebensqualität unter einer Therapie mit Pomalidomid plus Dexamethason deutlich besser als unter hochdosiertem Dexamethason.

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In der offenen, randomisierten Phase-III-Studie MM-003 wurde Pomalidomid in Kombination mit niedrig dosiertem Dexamethason (POM/LoDEX) mit einer hochdosierten Dexamethason-Monotherapie (HiDEX) verglichen (1). 455 stark vorbehandelte Patienten, denen mindestens zwei Vortherapien, darunter Lenalidomid und Bortezomib (≥2 Zyklen, alleine oder in Kombination), verabreicht worden waren und bei denen es unter der letzten Therapie oder innerhalb von 60 Tagen nach Therapieende zu einem Progress kam, erhielten 2:1 randomisiert Pomalidomid plus LoDEX oder HiDEX. Die Patienten hatten im Median fünf Vortherapien erhalten. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von zehn Monaten war das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) mit vier Monaten in der Pomalidomid-Gruppe signifikant länger als in der HiDEX-Gruppe (1,9 Monate; HR=0,48; p<0,001). Die Gesamtansprechrate (ORR) unter POM/LoDEX betrug 31% im Vergleich zu 10% im HiDEX-Arm (p<0,001). Das mediane Gesamtüberleben (OS) in der POM/LoDEX-Gruppe war mit 12,7 Monaten signifikant länger als im Vergleichsarm (8,1 Monate), obwohl mehr als die Hälfte der Patienten im HiDEX-Arm anschließend Pomalidomid erhielt (2).

Eine post-hoc Analyse zeigte jetzt, dass auch bei Vorliegen einer Hochrisiko-Zytogenetik, d.h. bei Vorliegen einer Deletion 17p und/oder Translokation (4;14), Patienten im POM/LoDEX-Arm im Vergleich zur HiDEX-Gruppe eine höhere ORR (23% vs. 6%; p=0,032) und ein längeres PFS (3,8 vs. 1,1 Monate; HR=0,46; p<0,001) aufwiesen (2). Bei Patienten mit Standard-Risiko-Zytogenetik lag die ORR bei 34% vs. 7%, (p<0,001) und das PFS bei 4,2 vs. 2,3 Monate (HR=0,50; p<0,001). Auch das mediane Gesamtüberleben war, unabhängig von der Zytogenetik, in der POM/LoDEX-Gruppe im Vergleich zur HiDEX-Gruppe verlängert. Bei Patienten mit ungünstiger Zytogenetik betrug es 9,9 vs. 4,9 Monate (HR=0,69, p=0,16), bei Patienten mit Standard-Risiko 14,1 vs. 10,0 Monate (HR=0,85; p=0,42) (2). Die häufigsten unerwünschten Ereignisse vom Grad 3/4 unter POM/LoDEX im Vergleich zu HiDEX waren Neutropenie (48% vs. 16%), Anämie (33% vs. 37%) und Infektionen (30% vs. 24%). Tiefe Venenthrombosen und periphere Neuropathien vom Grad 3/4 waren selten (2).

Wirksamkeit von Pomalidomid ist unabhängig von Vortherapien und Alter der Patienten

Eine andere retrospektive Analyse der MM-003-Studie zeigte, dass Pomalidomid plus LoDEX unabhängig von der Art und Anzahl der Vortherapien vergleichbare Wirksamkeit besitzt (3). Im Median hatten die Patienten fünf Vortherapien erhalten (Range 2-17) und 75% der Patienten waren sowohl auf Bortezomib und Lenalidomid refraktär. Die Ansprechrate bei Patienten, die auf Lenalidomid und Bortezomib refraktär waren, betrug 28%. Patienten, die Lenalidomid als letzte Therapie erhalten und nicht mehr darauf angesprochen hatten, profitierten in vergleichbarer Weise von Pomalidomid bezüglich Ansprechen, PFS und Gesamtüberleben wie die Gesamtpopulation (Intention-To-Treat (ITT)-Auswertung). Ein signifikanter Überlebensvorteil zeigte sich für Patienten, die bis zu drei Vortherapien erhalten hatten, sowie für Patienten, die refraktär auf Lenalidomid als letzte Therapie vor Pomalidomid waren (3).

Ältere Patienten über 65 Jahre sprachen in vergleichbarer Weise wie jüngere auf die Behandlung mit Pomalidomid an: Auch bei diesen Patienten verringerte sich im Vergleich zu den Patienten im HiDEX-Arm das Progressionsrisiko um nahezu 50% (HR=0,52; p<0,001). Bezogen auf die gesamte Patientenpopulation war das mediane Gesamtüberleben unter POM/LoDEX signifikant verbessert (p=0,028) und in beiden Patientengruppen vergleichbar (≤ 65 Jahre: 12,7 vs. 8,7 Monate, p=0,18 und > 65 Jahre: 13,1 vs. 7.7 Monate, p=0,09) (4). Auch das Nebenwirkungsprofil und die mediane Behandlungsdauer waren für ältere und jüngere Patienten vergleichbar, allerdings erwies sich die Abbruchrate aufgrund unerwünschter Ereignisse in der POM/LoDEX-Gruppe > 65 Jahre als doppelt so hoch wie bei jüngeren Patienten (≤ 65 Jahre POM/LoDeX: 6%, HiDEX: 10% und > 65 Jahre POM/LoDEX: 12%, HiDEX: 11%). Sowohl bei jüngeren als auch bei älteren Patienten betrug die mediane relative Pomalidomid-Dosisintensität 90% bei einer Startdosis von 4 mg Pomalidomid. 45% der Patienten in der POM/LoDEX-Gruppe und 47% der mit HiDEX-behandelten Patienten waren älter als 65 Jahre (4).

Im Rahmen weiterer Auswertungen der MM-003-Studie wurde die gesundheitsbezogene Lebensqualität anhand des EORTC QLQ-C30 Fragebogens bei 448 Patienten bestimmt (5). Die Bewertungen der Patienten in der Pomalidomid-Gruppe waren für alle fünf vorspezifizierten Domänen des Fragebogens (Globaler Gesundheitszustand, Physische Funktion, Emotionale Funktion, Fatigue, Schmerz) und in allen Zyklen jeweils besser als in der HiDEX-Gruppe. Zudem konnten Patienten im POM/LoDEX-Arm länger behandelt werden als Patienten im HiDEX-Arm, bis es zu einer klinisch relevanten Verschlechterung der Lebensqualität kam. Während die Lebensqualität im Pomalidomid-Arm länger erhalten werden konnte, verschlechterte sie sich früher in der HiDEX-Gruppe (5).

Die auf dem ASH-Kongress 2013 vorgestellten Daten zeigen, dass Pomalidomid (Imnovid®), das im August 2013 EU-weit zugelassen wurde, unabhängig von der Vortherapie auch für ältere Patienten oder Patienten mit Hochrisikozytogenetik wirksam ist. Patienten, die nicht mehr auf Lenalidomid und Bortezomib ansprechen, haben eine sehr ungünstige Prognose, da bisher nur begrenzte Therapieoptionen bestanden (6). Mit Pomalidomid ist nun für Patienten, die Bortezomib und Lenalidomid ausgeschöpft haben, eine therapeutische Lücke geschlossen worden (7).

Literaturhinweise:
(1) San Miguel JF et al. Lancet Oncology 2013;
(2) Dimopoulos MA et al. Blood 2013;122:Abstract #408
(3) San Miguel JF et al. Blood 2013;122:Abstract #686
(4) Weisel K et al. Blood 2013;122:Abstract #3198
(5) Song KW et al. Blood 2013;122:Abstract #2939
(6) Dimopoulos M.A. et al. Clin Lymphoma Myeloma 2013; (13) (Suppl. 1): Abstr. P-189
(7) Fachinformation Imnovid (Pomalidomid)

Quelle: Celgene
 
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