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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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01. April 2016

Multiples Myelom: Trotz neuer Wirkstoffe ist Hochdosis-Chemotherapie "kein Auslaufmodell“

Angesichts neuer Wirkstoffe zur Behandlung des Multiplen Myeloms stellt sich die Frage nach der Rolle von Hochdosis-Chemotherapie und autologer Stammzelltransplantation (ASCT). Experten bescheinigten dem Verfahren für geeignete Patienten auch derzeit großes Potential – es bilde die Basis für weitere Behandlungsansätze, berichteten sie auf einem Satelittensymposium anlässlich des Deutschen Krebskongresses. Schlechte Mobilisierung sei dabei kein Ausschlusskriterium – CXCR4-Rezeptor-Blocker vermögen die Rate gewonnener Stammzellen zu steigern.

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Für die Therapie des Multiplen Myeloms gibt es zahlreiche neue Behandlungsansätze: das Spektrum der Wirkstoffe umfasst Immunmodulatoren, Acetylasehemmer, Proteasom-Inhibitoren sowie monoklonale Antikörper. Prof. Dr. Nicolaus Kröger, Universitätsklinikum Hamburg sprach von aufregenden neuen Entwicklungen: „Im letzten Jahr sind allein in den USA von der FDA fünf verschiedene Substanzen für das Multiple Myelom zugelassen worden, so dass die autologe Stammzelltransplantation immer wieder hinterfragt wird.“

Doch die Transplantationszahlen bestätigten den Stellenwert der ASCT: Trotz neuer Therapieoptionen beim Multiplen Myelom steige die Zahl der autologen Transplantationen in Deutschland und Europa, berichtete Kröger. Die Ursache dafür sei ein Anstieg bei den älteren, zunehmend fitten Patienten: Das Alter bei Transplantation sei in den letzten 20 Jahren kontinuierlich gestiegen – drei Viertel der Patienten, die in Deutschland eine ASCT erhielten, seien über 60 Jahre. Auch habe sich das Überleben nach ASCT vor allem bei Älteren verbessert (1). Dies bestätigten auch Daten aus den USA: Laut einer Auswertung von 11.430 Transplantationsempfängern waren die Therapieerfolge jüngerer und älterer Patienten vergleichbar – es zeigten sich keine Unterschiede hinsichtlich Rezidivwahrscheinlichkeit, progressionsfreiem Überleben oder therapiebedingter Mortalität (2). Die ASCT sei auch für ältere Patienten eine relativ sichere Behandlungsoption, so Kröger.  Das chronologische Alter von 65 Jahren sollte daher nicht als Grenze für eine ASCT fixiert werden - wichtiger seien biologisches Alter und Komorbiditäten. „Die landläufige Meinung ältere Patienten benötigten eine reduzierte Chemotherapiedosis, lässt sich nicht bestätigen – die Mehrheit der Ärzte in Europa und den USA benutze auch für ältere Patienten 200mg/m² Melphalan“, sagte Kröger.

Ebenso sei für jüngere Patienten (<65 Jahre) die Hochdosis (HD)-Chemotherapie mit ASCT klarer Therapiestandard, betonte Prof. Christof Scheid, Universitätsklinikum Köln: „Die HD-Chemotherapie mit ASCT ist keinesfalls ein Auslaufmodell und konnte ihre Wirksamkeit in drei Studien gegen verschiedene Konkurrenzprotokolle bestätigen.“ So zeigte eine offene randomisierte Phase-III-Studie, dass das progressionsfreie Überleben für Patienten unter Erhaltungstherapie mit Tandem Melphalan (Mel200) plus ASCT gegenüber Melphalan/Prednison/Lenalidomid (MPR) signifikant verlängert war (24 vs. 38 Monate) (3). Eine weitere Studie verglich bei neu diagnostizierten Patienten die HD-Melphalantherapie plus ASCT gegen Cyclophosphamid/Lenalidomid/Dexamethason (CRD) sowie die Erhaltung mit Lenalidomid/Prednison (RP) versus Lenalidomid (R) (4). Im Ergebnis war MEL200/ASCT – unabhängig von der Erhaltungstherapie – dem CRD-Regime bezüglich des progressionsfreien Überlebens (43,3 vs. 28,6 Monate) und des Gesamtüberlebens signifikant überlegen.  Die Ergebnisse einer französischen Studie bestätigten den Einsatz der frühen ASCT (5).

Etwa 15% der Patienten seien schlechte Mobilisierer, sie beanspruchten 35% der Apharesen, so Scheid (6). Durch die Gabe des CXCR4-Rezeptor-Blockers Plerixafor könne bei initial schlechter Mobilisierung die Zahl der CD34+ Stammzellen um das nahezu 5-Fache – verglichen mit alleiniger G-CSF-Mobilisierung – gesteigert werden (6). Auch nach fehlgeschlagener Mobilisierung wurde mit der Kombination von Plerixafor und G-CSF eine höhere Rate an erfolgreichen Re-Mobilisierungen beobachtet als mit Chemosensibilisierung oder G-CSF alleine (88% vs. 33% vs. 22%) (7). „Mit Kombinationen neuer Substanzen und der HD-Chemotherapie können wir Patienten lange vor einem Krankheitsprogress schützen und ein mittleres PFS von über 40 Monaten erreichen. Die 4-Jahresüberlebensraten liegen heute bei 80%“, schloss Scheid.

Symposium „Aktuelle und zukünftige Therapiestrategien beim Multiplen Myelom“ am 25. Februar 2016 im Rahmen des Deutschen Krebskongresses in Berlin; veranstaltet von Sanofi / Genzyme
Literatur:

(1) Auner HW et al.: Trends in autologous hematopoietic cell transplantation for multiple myeloma in europe: increased use and improved outcomes in elderly patients in recent years. Bone Marrow Transplant 2015; 50: 209-215
(2) Sharma M et al.: Older patients with myeloma derive similar benefit from autologous transplantation. Biol Blood Marrow Transplant 2014; 20: 1796-1803
(3) Palumbo A et al.: Autologous transplantation and maintenance therapy in multiple myeloma. N Engl J Med 2014; 371: 895-905
(4) Gay F et al.: Autologous transplantation versus cyclophosphamide-lenalidomide-prednisone followed by lenalidomide-prednisone versus lenalidomide maintenance in multiple myeloma: long-term results of a phase III trial. Blood 2015; 126: 392
(5) Attal M et al.: Autologous transplantation for multiple myeloma in the era of new drugs: A phase III study of the Intergroupe Francophone du Myelome (IFM/GFCI 2009 trial). Blood 2015; 126: 391
(6) Wuchter P et al.: Poor mobilization of hematopoietic stem cells - definitions, incidence, risk factors, and impact on outcome of autologous transplantation. Biol Blood Marrow Transplant 2010; 16: 490-499
(7) DiPersio JF et al.: Plerixafor and G-CSF versus placebo and G-CSF to mobilize hematopoietic stem cells for autologous stem cell transplantation in patients with multiple myeloma. Blood 2009; 113: 5720-5726

 
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