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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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03. April 2013

Multidisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht bei fortgeschrittenem Dickdarmkrebs erheblich bessere Behandlungsergebnisse

Moderne multidisziplinäre Behandlungsansätze haben die Überlebensrate von Patienten mit fortgeschrittenem Kolorektalkarzinom (Dickdarm- und Enddarmkrebs) erheblich verbessert und rücken bei einigen Patienten in einem vorgerückten Stadium der Erkrankung sogar eine Heilung in den Bereich des Möglichen. In einer Erklärung im Namen der United European Gastroenterology (UEG) erläuterte Professor Philippe Rougier vom Hôpital Européen Georges-Pompidou in Paris, Frankreich, dass die Entwicklung besserer diagnostischer und chirurgischer Techniken in Verbindung mit effektiveren medikamentösen Therapien seiner Einschätzung nach sehr dazu beigetragen hat, die Gefahr eines Rezidivs (Rückkehr des Krebses) deutlich zu reduzieren und die Überlebensrate von Patienten mit Dickdarmkrebs im dritten Stadium zu erhöhen.

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"Die Wirksamkeit medikamentöser Therapien bei fortgeschrittenem Kolorektalkarzinom hat sich seit der Erstsynthese von 5-FU entscheidend verbessert", führte er aus. „Heute tragen medikamentöse Therapien signifikant zu den besseren klinischen Ergebnissen bei. Viele Patienten im dritten Stadium der Erkrankung und sogar einige Patienten mit metastasierendem Kolorektalkarzinom können geheilt werden."

Therapeutisches Management des fortgeschrittenen Kolorektalkarzinoms

Der chemotherapeutische Wirkstoff 5-FU wird bereits seit etwa 40 Jahren zur Behandlung des Kolorektalkarzinoms eingesetzt. In den 1990er Jahren wurden die Chemotherapeutika Irinotecan und Oxaliplatin entwickelt und etwa seit dem Jahr 2000 stehen zielgerichtete Therapien zur Verfügung, beispielsweise antiangiogene Medikamente (also Medikamente, die die Bildung von Blutgefäßen zur Versorgung eines Tumors unterdrücken) oder Medikamente, die gegen krebsfördernde Wachstumsfaktoren wirken. Seit 2004 wird eine Kombinationstherapie mit der Bezeichnung FOLFOX als Standardtherapie nach Kolorektalchirurgie eingesetzt. Dabei bekommen die Patienten eine Kombination aus Folinsäure sowie den Chemotherapeutika 5-FU und Oxaliplatin. Es konnte gezeigt werden, dass diese Kombinationstherapie über 6 Monate (1) die Gefahr eines Rezidivs halbiert und die 5-Jahres-Überlebensrate auf etwa 75% ansteigen lässt.

"Bei Patienten mit Dickdarmkrebs im dritten Stadium ist die Gefahr eines Rezidivs aufgrund von Lymphknotenmetastasen sehr hoch", so Prof. Rougier. "Allerdings kann heutzutage nach der chirurgischen Entfernung des Primärtumors eine größere Zahl von Patienten mithilfe von Chemotherapiekonzepten wie FOLFOX geheilt werden, selbst in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung."

Andererseits gibt Prof. Rougier zu bedenken, dass Patienten bei FOLFOX- und anderen Chemotherapien gegenwärtig noch unzumutbare Einbußen an Lebensqualität hinnehmen müssen und mehr Arbeit erforderlich ist, um die Auswirkungen einer Chemotherapie auf den einzelnen Patienten einzuschätzen und zu reduzieren. In diesem Sinne wird zurzeit eine klinische Studie zum Vergleich einer 3- bzw. 6-monatigen FOLFOX-Therapie durchgeführt. Ziel ist die Senkung der Toxizitätslast der Chemotherapie insgesamt.

"Da die meisten Patienten mit Dickdarmkrebs im dritten Stadium durch eine optimal verlaufende chirurgische Entfernung des Tumors samt begleitender Chemotherapie geheilt werden können, ist die Lebensqualität des Einzelnen ein wichtiges Thema", so Prof. Rougier. "Einige Patienten sind gezwungen, ihre Arbeit für den Zeitraum der Therapie aufzugeben, was sich nachteilig auf ihre weiteren beruflichen Chancen und ihre finanzielle Situation auswirkt. Viele Patienten leiden an starken Ängsten vor einer Wiederkehr der Krankheit und auch das kann ihre Lebensqualität stark beeinträchtigen. Bei der Planung und Durchführung einer Therapie müssen wir die Lebensumstände des Patienten in ihrer Gesamtheit berücksichtigen - Familie, Arbeitsleben und Sozialleben."

Bessere Aussichten für Patienten mit metastasierendem Kolorektalkarzinom

Wenn ein Kolorektalkarzinom bereits Metastasen gebildet hatte, reduzierte sich die Lebenserwartung des Patienten in der Vergangenheit auf nur 6 Monate. Heute liegt die mittlere Lebenserwartung von Patienten mit metastasierendem Kolorektalkarzinom dank moderner Chemotherapeutika und zielgerichteter Therapien, die die Angiogenese unterbinden oder bei den Rezeptoren der Tumorzellmembran ansetzen, bei etwa 2 Jahren und fast 20% überleben sogar 5 Jahre oder länger (2). Die chirurgische Entfernung von Metastasen hat entscheidend zu dieser verbesserten Prognose beigetragen. 25% der Patienten mit isolierten Metastasen haben durch eine Operation heutzutage echte Heilungschancen.

"Der Erfolg der operativen Resektion der Metastasen lässt sich durch wirksame Chemotherapeutika und zielgerichtete Therapien noch weiter verbessern. Auf diese Weise können wir bei Patienten mit metastasierendem Kolorektalkarzinom eine 5-Jahres-Überlebensrate von etwa 50% und eine Heilungsrate von etwa 20% erreichen", so Prof. Rougier. "Diese außerordentlich ermutigenden Ergebnisse rechtfertigen auch die Entwicklung eines spezialisierten multidisziplinären Behandlungskonzepts für Krebserkrankungen des Verdauungstrakts und haben letztlich zur Gründung unserer Organisation, der ESDO, geführt (3)."

Allerdings, so Prof. Rougier, sähe er trotz dieser signifikanten Verbesserungen in der Behandlung und den klinischen Ergebnissen bei fortgeschrittenem Dickdarmkrebs gern weniger Patienten in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung in seiner Praxis, damit die so eingesparten Ressourcen an anderer Stelle eingesetzt werden könnten.

"Die Erfolge bei der Behandlung von fortgeschrittenem Dickdarmkrebs haben einen enorm hohen Preis, sowohl für die Patienten als auch für die Gesellschaft", erläutert er. "Aus diesem Grund müssen wir all unsere Anstrengungen auf das systematische Screening zur Früherkennung des Kolorektalkarzinoms, die Behandlung gutartiger Polypen und oberflächlicher Tumore sowie die Identifikation und Überwachung von Risikofamilien konzentrieren."

Literaturhinweise:
(1) André T, Boni C, Navarro M et al.
Improved overall survival with oxaliplatin, fluorouracil, and leucovorin as adjuvant treatment in stage II or III colon cancer in the MOSAIC trial. J Clin Oncol 2009;27(19):3109-16.
(2) Kopetz S, Chang GJ, Overman MJ et al. Improved survival in metastatic colorectal cancer is associated with adoption of hepatic resection and improved chemotherapy. J Clin Oncol 2009;27(22):3677-83.
(3) Rougier P, Legoux JL, Lepage C et al. Hepato-gastroenterologists and oncologists are complementary in the management of digestive cancers. Dig Liver Dis 2011;43(8):583-4.

Quelle: United European Gastroenterology
 
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