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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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18. Juli 2012

Mono-Chemotherapie beim metastasierten Mammakarzinom: Aktuelle Leitlinien und Praxiserfahrungen sprechen für Eribulin

Die Aufnahme von Eribulin in die Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft gynäkologische Onkologie (AGO) und der aktuellen S3-Leitlinie der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) stehen im Einklang mit den guten Praxiserfahrungen, die Prof. Hans-Joachim Lück, Hannover, im Rahmen der 32. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie in Stuttgart präsentierte (1-3). „Die bei uns beobachteten progressionsfreien Zeiten entsprechen den guten Ergebnissen der EMBRACE-Zulassungsstudie“, bestätigte Prof. Lück.

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Darin führte Eribulin bei Taxan- und Anthrazyklin-vorbehandelten Frauen mit metastasiertem Mammakarzinom zu einer signifikanten (p=0,014; HR 0,74) und klinisch relevanten Verlängerung des Gesamtüberlebens von im Mittel 10,5 auf 13,2 Monate gegenüber der Vergleichsgruppe (TPC, Treatment of Physician´s Choice) (4,5). Erste Ergebnisse weiterer Studien deuten auf ein großes Potenzial des Halichondrin-Analogons Eribulin hin (6,7).

Für Frauen mit metastasiertem Mammakarzinom fehlt bislang eine Standardtherapie nach Anthrazylin- und Taxan-basierten Behandlungen. Dabei sind die vorrangigen Therapieziele neben der Lebensverlängerung auch die Symptomkontrolle und der Erhalt einer guten Lebensqualität.

Sichere Symptom-Reduktion im Praxisalltag

„Mit Eribulin ist seit einem Jahr eine Therapieoption verfügbar, mit der wir sowohl beim Her2-positiven, Her2-negativen als auch beim triple-negativen Mammakarzinom und nach Versagen anderer Chemotherapeutika noch partielle Remissionen erzielen konnten“, berichtete Prof. Lück und zeigte das effektive und verträgliche Wirkprofil von Eribulin anhand eigener Praxisfallbeispiele auf. Bei einer älteren Patientin, die im Vorfeld bereits mit Taxan-, Anthrazylin- und Vincaalkaloid -basierten Chemotherapien behandelt worden war, konnte erst unter der Eribulintherapie ein deutlicher Rückgang der Hautmetastasen verzeichnet werden. Dabei hatte die Patientin weder subjektiv belastende Symptome noch Blutbildveränderungen unter der Behandlung entwickelt. Auch eine jüngere Patientin mit sehr aggressivem Krankheitsverlauf profitierte nach ausgeprägter Vorbehandlung noch von einer Monotherapie mit Eribulin. „Auftretende Übelkeit und eine Neutropenie waren gut zu therapieren, so dass die progressionsfreie Zeit einen echten Lebenszeitgewinn für die Patientinnen darstellte“, versicherte der Gynäkologe.
Der Mediziner betonte, dass die Akzeptanz von Eribulin aufgrund der kurzen Infusionszeit von zwei bis fünf Minuten und des handhabbaren Nebenwirkungsprofils auch bei stark vorbehandelten Patientinnen sehr hoch ist (3).

Gute Ansprechrate auch in weiteren Studien

Zwischenergebnisse von nur 27 Patientinnen einer Phase-ll-Studie zur Kombinationstherapie aus Eribulin und Trastuzumab als First-Line-Therapie bei lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem HER2-positiven Brustkrebs ergaben bereits eine Ansprechrate von 59% und lassen auf ein positives Gesamtergebnis der Studie hoffen (6).

Vorläufige Ergebnisse der 301- Studie (Abb.1) mit über 1.100 teilnehmenden Frauen mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs in frühen Behandlungslinien zeigen einen Trend, dass das Gesamtüberleben (OS) unter der Therapie mit Eribulin im Vergleich zu Capecitabine gesteigert ist. Die endgültigen Ergebnisse werden für Ende 2012 erwartet.

Abb.1: Design der Phase-lll-Studie (301), completed enrollment September 2009, results expected end of 2012 (SABCS)


Halichondrin in S3-Leitlinie aufgenommen

Im Juli 2012 wurde das seit einem Jahr zugelassene Halichondrin-Analogon Eribulin als Monochemotherapie in die S3-Leitlinie Brustkrebs der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) aufgenommen. Auch die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) empfiehlt Eribulin in ihren aktuellen Leitlinien als eine Therapie der ersten Wahl bei Frauen mit metastasiertem Brustkrebs nach Taxan- und Anthrazyklin-Vorbehandlung. Der innovative Wirkstoff ist ein Mikrotubulihemmer, der weder Taxan- noch Vincaalkaloid-basiert ist und somit über einen spezifischen Wirkmechanismus zur Apoptoseinduktion führt (7).
 
Literaturhinweise:
(1) Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e.V. (AGO), Diagnosis and Treatment of Patients with Primary and Metastatic Breast Cancer 2012, vs1. Kommission Mamma der AGO, vorgestellt am 17.03.2012 in Frankfurt/Main © 2012 by W. Zuckerschwerdt Verlag GmbH München: http://www.zuckerschwerdtverlag.de
(2) http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/032-045OL.html
(3) Integrated Lecture „Ein Jahr Eribulin: von der Praxis für die Praxis“, Session „Die metastasierte Situation“, 32. Jahrestagung der Dt. Gesellschaft für Senologie 2012, 06.07.2012, Stuttgart
(4) Cortes J, O'Shaughnessy J, Loesch D, et al. Eribulin monotherapy vs. treatment of physician's choice in patients with metastatic breast cancer. The Lancet. 377, 914 (2011)
(5) C. Twelves et al., SABCS 2010, Abstr P6, 14-08
(6) Vahdat et al., Eribulin Mesylate with Trastutumab as First-line Therapy for locally recurrent or metastatic human epidermal growth factor receptor two (HER2)-positive Breast Cancer: Preliminary Results from a Phase 2, Multicenter, single-arm study, 36th Annual Symposium American Society of Breast Disease, April 12-14, 2012, Dallas,Taxas.
(7) Fachinformation Halaven®, Stand Mai 2012

Quelle: Eisai
 
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