Freitag, 18. August 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
Fachinformation
 

JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
14. Januar 2014

Mit einfachem Bluttest plus hochauflösender Bildgebung Lungenkrebs mit hoher Sensitivität und Spezifität nachweisbar

GENSIGNIA und die Mailänder Fondazione IRCCS, Istituto Nazionale dei Tumori (INT), ein nationales italienisches Krebsforschungszentrum, gaben heute die Veröffentlichung der Ergebnisse einer positiv verlaufenen klinischen Validierungsstudie über den microRNA Signature Classifier (MSC)-Lungenkrebstest im Journal of Clinical Oncology (JCO) bekannt. Die Ergebnisse beweisen zum ersten Mal, dass ein blutbasierter Test das hohe Risiko von Fehldiagnosen in Zusammenhang mit hochauflösender Bildgebung erheblich reduzieren kann, besonders bei Niedrig-Dosis-Computertomografie (LDCT oder Spiral-CT), der derzeit empfohlenen Untersuchungsmethode für Lungenkrebs bei starken Rauchern.

Der MSC‑Lungenkrebstest wies eine sehr hohe Sensitivität auf und stellte Lungenkrebs bis zu zwei Jahre vor der Diagnose mit LDCT fest. Die Ergebnisse der Studie wurden am 8. Januar in San Diego von Professor Dr. Gabriella Sozzi, Head of Cancer Genomics am INT, im Rahmen eines Plenarvortrags auf einer gemeinsamen Tagung der AACR-IASLC über den molekularen Ursprung von Lungenkrebs vorgestellt. GENSIGNIA plant, 2014 in einem ersten Schritt einen Diagnosetest für Lungenkrebs in den USA einzuführen.

Prospektiv von 939 starken Rauchern im Rahmen einer randomisierten Screeningstudie gesammelte Blutproben, bei der ein Vergleich von LDCT gegenüber Beobachtungen stattfand (Multicentric Italian Lung Detection [MILD] Studie; INT), wurden zur Validierung der Diagnoseleistung und zum Nachweis des klinischen Nutzens des MSC-Lungenkrebstests herangezogen. Es handelt sich dabei um einen Expressionssignaturtest mit microRNA-24. In dieser Korrelationsstudie wurden krebsfreie, starke Raucher aus der MILD Studie (n=870) untersucht, bzw. solche, die mit Lungenkrebs diagnostiziert wurden (n=69). Der MSC-Lungenkrebstest wies dabei eine Sensitivität für die Präsenz von Lungenkrebs von 87% auf. Bei allen Probanden hatte der MSC-Lungenkrebstest negative prädiktive Werte (NPVs) von jeweils 99% und 99,86% für die Erkennung und Tod durch Krankheit (Lungenkrebs). Dies deutet auf die hohe Spezifität bei der korrekten Identifikation von Probanden mit Lungenkrebs hin. Die hohe Spezifität des MSC‑Lungenkrebstests reduzierte die Rate der falsch Positiven unter starken Rauchern um das 5-Fache, bei denen mit LDCT verdächtige Lungenherde festgestellt wurden, die jedoch keinen Lungenkrebs hatten.

"Der Rückgang bei falsch Positiven um das 5-Fache durch die Kombination des MSC‑Lungenkrebstests und der Ergebnisse des LDCT-Scans ist in Zusammenhang mit der Verringerung der falsch positiven Rate und der mit LDCT bzw. anderen unnötigen invasiven diagnostischen Kontrollen zusammenhängenden potenziellen Nebeneffekte von großer klinischer Bedeutung", erklärte Dr. Ugo Pastorino, Head of Thoracic Surgery Unit, Chairman of Department of Surgery, des Mailänder Istituto Nazionale dei Tumori.

Diese Korrelationsstudie über Lungenkrebs ist die erste ihrer Art, die einen Biomarker im Rahmen einer groß angelegten, randomisierten Screeningstudie mithilfe prospektiv gesammelter Blutproben validiert. Der MSC-Lungenkrebstest führte nicht nur zu einem nennenswerten Rückgang der Rate falsch positiver Ergebnisse, sondern er wies das Vorhandensein von Lungenkrebs unabhängig von dessen Stadium und der Zeit vor seiner Feststellung mit LDCT nach (bis zu zwei Jahre). Dies deutet auf das zusätzliche Nutzenpotenzial des MSC‑Lungenkrebstests bei Diagnose und Früherkennung hin.

"Wir haben einen minimalinvasiven molekulardiagnostischen Test entwickelt, der die Expression spezifischer miRNAs quantifiziert, die im Blut frei zirkulieren und auf das Vorhandensein von Lungenkrebs hindeuten", erklärte Professor Dr. Gabriella Sozzi, Head of Cancer Genomics am INT. "Die Ergebnisse unserer Studie unterstützen den Einsatz des Tests als Mittel zur Verbesserung der Früherkennung von Lungenkrebs."

Weltweit rauchen etwa 1,1 Milliarden Menschen und in den USA gibt es ca. 19 Millionen starke Raucher, bzw. solche, die über 1 Schachtel Zigaretten pro Tag rauchen. LDCT ist eine empfohlene Untersuchungsmethode für Lungenkrebs bei Personen mit hohem Risiko, d. h. vorwiegend starken Rauchern. Die vom NCI gesponsorte nationale Lungenscreening-Studie (NLST), die im Juni 2011 im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, weist auf den Rückgang der Sterblichkeit durch die LDCT-Untersuchung von Patienten mit hohem Risiko um 20% hin, verglichen mit jährlichen Thorax-Röntgenuntersuchungen, d. h. Patienten, die ≥30 Jahre lang eine Schachtel rauchten und vor ≤15 Jahren damit aufhörten. In der NLST wurde bei 24,2% der untersuchten Probanden Lungenkrebs vermutet, und die Mehrheit unterzog sich zusätzlichen Untersuchungen. Bei den positiven Untersuchungsergebnissen wurden 96,4 % der LDCT-Tests als "falsch" Positive identifiziert. Die Kosten der Untersuchung einer großen Anzahl von Personen mit hohem Risiko, das Gefahrenpotenzial in Zusammenhang mit LDCT-Untersuchungen sowie die hohe falsch positive Rate bei LDCT deuten klar darauf hin, dass ergänzende Biomarker zur Verbesserung der Ergebnisse notwendig sind.

"Die Untersuchung mit Spiral-CT von starken Rauchern rettet zweifelsohne viele Leben, die Kosteneffizienz des Ansatzes wurde jedoch wegen der hohen Rate von falsch Positiven infrage gestellt", erklärte Gabriele Cerrone, Gründer und Executive Chairman von GENSIGNIA. "Die Kombination von Spiral-CT mit dem MSC‑Lungenkrebstest reduziert die falsch positive Rate nennenswert. Dies kann durch die Vermeidung der für die Bestätigung der Diagnose erforderlichen Zusatzuntersuchungen und Scans zu erheblichen Einsparungen im Weltgesundheitssystem führen."

Gemäß World Cancer Research Fund International ist Lungenkrebs die weltweit verbreitetste Krebsart, und man geht davon aus, dass das Rauchen in diesem Jahrhundert zum Tod von einer Milliarde Menschen führen wird. In den USA ist Lungenkrebs zwar nur die zweithäufigste Krebsart, aber nach Aussage der American Cancer Society ist er die bei Weitem führende Todesursache durch Krebs. In den USA sterben mehr Menschen an Lungenkrebs als an Dickdarm-, Brust- und Prostatakrebs zusammen. Die Symptome von Lungenkrebs treten üblicherweise erst im fortgeschrittenen, nicht mehr heilbaren Stadium auf. Selbst wenn die Symptome von Lungenkrebs auftreten, werden sie oft mit anderen Problemen verwechselt, wie Infektionen oder Langzeitfolgen des Rauchens, wodurch sich die Diagnose verzögert. Daher sterben über 80% der Lungenkrebspatienten innerhalb von zwei Jahren, nachdem der Krebs diagnostiziert wurde.

Informationen zu miRNAs und dem MSC‑Lungenkrebstest

MicroRNAs (miRNAs) sind kleine, nicht-codierende Ribonukleinsäuren (RNAs) welche die Genaktivitäten modulieren und als aberrante Expressionen zu Krebs führen. Es handelt sich dabei um gewebe- und krankheitsspezifische Moleküle, die von Krebszellen und deren Mikroumgebung in Exosome verpackt oder in Verbindung mit Ribonukleoprotein-Komplexen aktiv freigesetzt werden, um sie vor Degradation zu schützen. Aufgrund ihrer geringen Größe und Stabilität können miRNAs in biologischen Flüssigkeiten wie Plasma und Serum gemessen werden und als zirkulierende Biomarker dienen. Die Doktoren Sozzi und Pastorino haben in zwei unabhängigen LDCT-Screening-Untersuchungen von Probanden über die Entwicklung und Validierung von plasmabasierten miRNA-Signaturen berichtet und aufgezeigt, dass die quantitative Messung mit Echtzeit RT-PCR von zirkulierendem miRNA-24 für Lungenkrebs diagnostisch und prognostisch ist (Boeri et al., 2011). Dieses Biomarker-Verfahren wurde für die potenzielle Früherkennung von Lungenkrebs entwickelt und vermeidet dadurch die Kosten und Komplikationen, die mit unnötigen Tests nach einer positiven Fehldiagnose mit LDCT und Thorax-Röntgenuntersuchungen verbunden sind.

Quelle: GENSIGNIA
 
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!



Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CUP
CML
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
EHA 2017