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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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22. August 2014

"Mit dem Cyberknife bieten wir Tumorpatienten eine erfolgreiche, non-invasive Behandlung mit großen Heilungschancen"

Mit dem Cyberknife System haben Tumorpatienten eine non-invasive Alternative zur operativen Therapie bzw. zur konventionellen Strahlentherapie. Sowohl gutartige als auch bösartige Tumore in verschiedenen Körperregionen können mit dieser derzeit präzisesten Technik  zur Behandlung von Tumoren im menschlichen Körper radiochirurgisch therapiert werden. Die BKK Mobil Oil bietet diese neue Technologie im Rahmen von integrierten Versorgungsverträgen mit den Cyberknife Zentren München-Großhadern und Norddeutschland bundesweit allen betroffenen Versicherten an. Im folgenden Interview beschreibt Prof. Dr. Alexander Muacevic, Mitbegründer des ersten Cyberknife Zentrums in Deutschland (München-Großhadern), die Vorteile der Behandlungsmethode sowie Heilungschancen im Detail und schildert einen konkreten Patientenfall. 

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Herr Prof. Muacevic, die Therapie mit dem Cyberknife ist unter den Ärzten ja noch weitestgehend unbekannt. Beschreiben Sie doch bitte die Vorteile dieser neuen Technologie.
 
Das ist richtig, die Cyberknife-Technologie ist in Fachkreisen leider noch weitestgehend unbekannt. Ich bin sehr daran interessiert, dass sich dies rasch ändert, denn diese neue Technologie erlaubt eine schmerzlose und ambulant durchführbare "Chirurgie". Allgemeine operative Risiken werden demnach minimiert, der Patient erhält keine Narkose und die Gefahr von Hirnnervenschädigungen besteht ebenfalls nicht mehr.
Mit dem Cyberknife kann bei den Betroffenen eine radiochirurgische Behandlung mit sehr hoher Genauigkeit durchgeführt werden - ohne invasive Fixierung. Die Technologie nutzt als Strahlenquelle einen 6-Megavolt-Linearbeschleuniger und zeichnet sich vor allem durch das integrierte Bildführungssystem aus: Dieses ermöglicht, die Bewegungen des Tumors und des Patienten während der Behandlung in Echtzeit zu registrieren und den Behandlungsstrahl genau anzupassen. So können Tumore im gesamten Körper, selbst in atembeweglichen Organen (z. B. in der Lunge) behandelt werden. Das umliegende gesunde Gewebe wird dabei maximal geschont. Die Behandlung mit dem Cyberknife ist so präzise und die Bestrahlung des Gewebes ist hochdosiert, sodass eine Zerstörung des Tumors bei mehr als 95% der Fälle in nur einer einzigen Behandlung erreicht werden kann.

Gibt es für eine Cyberknife-Therapie bestimmte Voraussetzungen was die Lage oder die Größe der Tumore angeht?

Um eine Therapie mit dem Cyberknife zu empfehlen, müssen gewisse Indikationskriterien für die Radiochirurgie erfüllt werden. Die Tumore dürfen beispielweise nicht zu groß sein und müssen klare Grenzen aufweisen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann eine Behandlung in den folgenden Bereichen vorgenommen werden: Kopf und Gehirn, Wirbelsäule und Rückenmark, Prostata, Lunge, Leber, Bauchspeicheldrüse und Niere. Es gibt auch schon erste Studien zur Behandlung von Brustkrebs und größere Studien zu Prostatabehandlungen - hier muss die Indikationsstellung aber noch sehr streng erfolgen. Es gibt auch Forschungsgruppen, die beispielsweise daran arbeiten, Herzarrhythmien mit dem Cyberknife zu behandeln.

Im Cyberknife Zentrum München-Großhadern behandeln Sie ja bereits seit 2005 erfolgreich mit diesem System. Wie viele Patienten fragen pro Monat eine solche Behandlung an?

Bei uns fragen sicherlich zwischen 100 und 150 Patienten nach den Möglichkeiten einer Behandlung mit der Cyberknife-Technologie. Davon können wir ca. 50 Patienten im Monat behandeln. Die häufigsten Fälle sind Patienten mit einem Akustikusneurinom, einem Meningeom und mit Metastasen.

Wie werden die Betroffenen in der Regel auf die Behandlung aufmerksam?

Leider gibt es keine Regel, die meisten Patienten werden von Kliniken und Fachärzten an uns überwiesen. Hausärzte haben leider einen (noch) zu geringen Kenntnisstand über diese Therapieform und jene Patienten, die von sich aus zu uns ins Zentrum kommen, haben vorab im Internet recherchiert und sich informiert. Es gibt aber auch ein paar Empfehlungen über die Krankenkassen - zum Beispiel bietet die BKK Mobil Oil den Betroffenen diese Therapie an. Das ist sehr erfreulich. 

Können Sie einen typischen Patientenfall beschreiben?

Bei einer jungen Patientin, Frau F. (heute 37 Jahre alt, bei der Behandlung war sie 32 Jahre alt), wurde 2009 beim Neurologen ein Meningeom diagnostiziert. Die Patientin lehnte einen chirurgischen Eingriff am Kopf ab – die Angst vor Komplikationen war zu groß. Durch Zufall und einen Professor eines anderen Klinikums ist die Patientin auf die Behandlung mit dem Cyberknife aufmerksam geworden und hat sofort einen Termin vereinbart. Mit einer Überweisung, einem Blutbild und den MRT-Bildern kam sie dann zu mir in die Sprechstunde. Nach einem ersten Beratungsgespräch konnte ich bereits feststellen, dass Frau F. absolutes Vertrauen in die Technologie hatte. Wir haben die Behandlung dann auch sehr zeitnah umgesetzt.

Wie hoch haben Sie die Erfolgschancen bei der Patientin eingeschätzt?

Das ist eine Frage, die natürlich auch von den Patienten am häufigsten gestellt wird. Bei Frau F. habe ich die Erfolgschancen aufgrund der Art, der Lage und der Größe hoch eingeschätzt.

Wie wurde die Behandlung vorbereitet?

Nach ausführlichen und persönlichen Beratungsgesprächen vor Ort, wurde ein CT gemacht sowie eine Bestrahlungsmaske angefertigt. Das von extern bereits durchgeführte MRT konnten wir gut nutzen. Insgesamt nahm die Vorbereitung zwei Tage in Anspruch, danach konnten wir die Behandlung durchführen. Auch die Kostenübernahme durch die Krankenkasse der Patientin verlief schnell und reibungslos. Besonders wichtig ist die enge Abstimmung mit den Spezialisten der einzelnen Fachbereiche im benachbarten Klinikum Großhadern. Nur so kann die Cyberknife Technik optimal in Behandlungskonzepte integriert werden. Dies ist auch die Grundlage der sogenannten "integrierten Versorgungsverträge" mit den Krankenkassen, dem Klinikum der Universität München und dem Cyberknife Zentrum.

Wie lange dauert die eigentliche Behandlung?

Die Behandlung mit dem Cyberknife dauert 45 Minuten. Über Kameras und Mikrophon haben wir permanenten Kontakt zum Patienten. Dieser hat auch die Möglichkeit, durch ein kurzes Handheben, eine Pause zu signalisieren, um beispielweise zur Toilette zu gehen oder etwas zu trinken. Während der Behandlung kreist dann der Roboter um den Patienten und schickt seine Strahlen auf das Tumorgewebe - unter maximaler Schonung des umliegenden Gewebes.

Wie erging es Frau F. nach der Behandlung?

Die Patientin war, wie alle anderen Patienten auch, nach der Behandlung völlig schmerzfrei. Auch während der Behandlung hat die Patientin nichts gespürt, auch keine Belastung durch die Dauer und die Geräusche. Frau F. war nach der Behandlung etwas schwach und müde und klagte über Kreislaufbeschwerden. Das sind aber völlig normale Nebenwirkungen, die nach ein paar Tagen wieder verschwinden. Komplikationen gab es keine.

Kann direkt nach der Behandlung bereits eine Aussage über den Erfolg getroffen werden? Was sind die weiteren Schritte nach der Behandlung?

Nein, im direkten Anschluss an die Behandlung kann noch keine Aussage über den Erfolg getroffen werden, denn die Effekte treten mit Verzögerung auf. Der Patient kann direkt nach der Behandlung nach Hause und wird zu routinemäßigen Kontrollen einbestellt. Die erste Kontrolle erfolgt nach 6 Monaten, dann wird ein Kontroll-MRT angefertigt. Die weiteren Termine finden daraufhin jährlich und langfristig statt - wie bei allen anderen Therapien. So war das auch bei Frau F.

Wie ergeht es Frau F. heute?

Die Patientin gilt als geheilt. Der Tumor konnte komplett ausgeschaltet werden, ohne jegliche Nebenwirkungen. Ihr geht es heute ausgezeichnet und sie ist sehr dankbar - dankbar für ein gesundes Leben ohne Einschränkungen und bleibende Schäden.

Quelle: BKK Mobil Oil
 
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