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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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03. November 2016

Metastasiertes Prostatakarzinom: Chemotherapie-Indikation initial prüfen

Das Prostatakarzinom ist eine heterogene Erkrankung mit Androgenrezeptor(AR)-abhängigen und AR-unabhängigen Zellen (1). Für den klinischen Alltag bedeutet dies, dass nicht alle Patienten ausreichend gut von einer Androgenrezeptor(AR)-gerichteten Therapie profitieren. Diese Patienten benötigen eine Taxan-basierte Chemotherapie, deren Indikation bereits initial geprüft werden muss. In der Behandlung des metastasierten Prostatakarzinoms ist die Chemotherapie ein wichtiger Baustein, so das Resümé der Experten eines Satellitensymposiums der Firma Sanofi Genzyme anlässlich des diesjährigen 68. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e. V. in Leipzig.
Der Stellenwert der Taxan-basierten Chemotherapie für die Behandlung des metastasierten Prostatakarzinoms hat in den letzten Jahren stetig zugenommen, erläuterte Prof. Peter Albers, Urologische Universitätsklinik Düsseldorf. Die Herausforderung im klinischen Alltag sei, jene Patienten rechtzeitig zu erkennen, die eine Chemotherapie benötigen. Unter anderem, so Albers, entscheidet die Biologie des Prostatakarzinoms – die klonale Zusammensetzung von AR-abhängigen und AR-unabhängigen Zellen – wie hormonsensibel ein Karzinom ist (2). Die Zukunft sieht Albers daher in der molekularen Charakterisierung des Prostatakarzinoms und der intensiven Zusammenarbeit mit den Pathologen.

An endokrine Resistenzen denken

Ein vielversprechender Marker für den Einsatz der Chemotherapie ist der Nachweis von Mutationen am AR, wie zum Bespiel die AR-V7-Splice-Variante, erläuterte PD Dr. med. Frank König, niedergelassener Urologe aus Berlin. Liegt diese Splice- Variante vor, können die AR-gerichteten Substanzen offenbar nicht wirken, wohl aber die Chemotherapie (3). Zugleich unterstreicht das Vorliegen der AR-V7-Splice-Variante die Heterogenität des Prostatakarzinoms. Resistenzen werden aber auch im Therapieverlauf erworben als Folge entweder einer klonalen Selektion oder einer Adaption der Zellen an das veränderte Umgebungsmilieu (2). Um diese zu erkennen, ist ein engmaschiges Therapiemonitoring mit bildgebenden Verfahren notwendig. Zwischen AR-gerichteten Substanzen können darüber hinaus Kreuzresistenzen bestehen. Nach Versagen einer AR-gerichteten Therapie sollte daher, so König, auf die Chemotherapie gewechselt und nicht mit einer anderen AR-gerichteten Substanz weiterbehandelt werden.

Nach Docetaxel-Versagen ist Cabazitaxel indiziert

Cabazitaxel wurde speziell für die Situation nach Docetaxel-Versagen entwickelt, erläuterte König. In der Zulassungsstudie TROPIC (4) erreichte Cabazitaxel bei Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom, die mit Docetaxel vorbehandelt waren, einen signifikanten medianen Überlebensvorteil gegenüber Mitoxantron (HR 0,70; p<0,0001) mit einer Stabilisierung der Erkrankung für mindestens 6 Monate bei gut 20% der Patienten. Das zeigte sich auch für Patienten, die nur kurz auf Docetaxel angesprochen hatten oder unter der Behandlung progredient waren. Die Situation nach Docetaxel-Versagen ist laut König eine klassische Cabazitaxel-Indikation. Eine große Metaanalyse retrospektiver Studien bestätigt zudem, dass Patienten, die nach Docetaxel-Versagen unmittelbar mit Cabazitaxel weiterbehandelt werden, deutlich länger überleben als jene, die auf eine endokrine Therapie umgestellt wurden und die Cabazitaxel entweder gar nicht oder erst im späteren Krankheitsverlauf erhalten haben (5).

Klinische Hinweise für eine Chemotherapie-Indikation

In Ermangelung ausreichend validierter molekularer Marker erfolgt die Therapieentscheidung derzeit anhand klinischer Faktoren, erläuterte Dr. med. Stefan Machtens, Urologische Klinik, Bergisch Gladbach. So besteht eine Chemotherapie-Indikation bei nur kurzem Ansprechen auf eine vorangegangene Androgendeprivationstherapie (ADT), bei tumorbedingter Symptomatik sowie bei viszeraler Metastasierung. Weitere prognostisch ungünstige Faktoren, die auch bei (noch) nicht symptomatischen Patienten für den Einsatz der Chemotherapie sprechen, sind entdifferenzierte Karzinome (initial hoher Gleason Score) sowie ein schneller Progress. Nach Docetaxel-Versagen sollten die Patienten mit Cabazitaxel (weiter)behandelt werden. Besteht eine Chemotherapie-Indikation und wird keine Chemotherapie eingesetzt, geht den Patienten möglicherweise eine Therapieoption und damit Lebenszeit verloren, ergänzte König.
Sanofi Genzyme
Literatur:
(1) Greaves M & Maley CC, Nature 2012, 481: 306-13.
(2) Tombal B et al., EJC 2011, 47: S179-88.
(3) Sun S et al., J Clin Invest 2010, 120: 2715-30.
(4) de Bono JS et al., Lancet 2010, 376 (9747): 1147-54.
(5) Maines F et al., Crit Rev Oncol Hematol 2015, Dec 96(3): 498-506.
 
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