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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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02. Mai 2012

Metastasiertes Pankreaskarzinom: Rash bleibt stärkster Prädiktor für Effektivität von Gemcitabin/Erlotinib-Therapie

Das Pankreaskarzinom steht bei den Krebserkrankungen bei Männern an achter Stelle, auf Platz neun bei den Frauen – und macht 3% der Krebsneuerkrankungen in Deutschland aus. Die Sterberate ist im Vergleich zur Neuerkrankungsrate mit 6% doppelt so hoch, so Prof. Michael Geißler, Esslingen. Dass moderne Therapieschemata beim metastasierten Pankreaskarzinom mittlerweile Überlebenszeiten von über 10 Monaten ermöglichen, stellt einen ungeheuren Fortschritt dar. Die seit 5 Jahren zugelassene Kombination aus Erlotinib und Gemcitabin wird in der S3-Leitlinie zum exokrinen Pankreaskarzinom mit Evidenzgrad A empfohlen, weil Lebensqualität und Überlebenszeit deutlich verbessert werden.

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Wichtigster Indikator für die Wirksamkeit der Therapie ist das akneiforme Exanthem, genannt Rash, das sich bei etwa einem Drittel der Patienten nach 4-8 Wochen (Beginn nach 1-2 Wochen) entwickelt, erläuterte Geißler. Bereits in der Zulassungsstudie PA.3 hatte sich die Korrelation von Rash und Gesamtüberleben gezeigt: die 1-Jahres-Überlebensrate verdoppelte sich auf 10,5 Monate, wenn sich ein Rash größer als Grad I entwickelte. Zuletzt hat das auch die PanTar-Studie (1) bestätigt, in der Patienten ohne Rash nur 3,8 Monate, mit Rash (stärker als Grad I) 10,2 Monate lebten. (Abb. 1)
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Abb. 1: Gesamtüberleben (in Monaten) in den Studien: Patienten gesamt, Nicht-Rash-Patienten, Rash-Patienten

"Entwickelt sich ein Rash, wird der Patient weiterbehandelt bis zur ersten Erfolgskontrolle, also 2-3 Monate. Tritt kein Rash auf, profitiert der Patient vermutlich weder von Erlotinib noch von Gemcitabin, sodass die EGF-Rezeptor-Therapie bei diesen Patienten wahrscheinlich keinen Effekt hat und eine vorgezogene Zweitlinientherapie die bessere Alternative ist", so Geißler.

Eine Vielzahl von Studien zum metastasierten Pankreaskarzinom laufen zur Zeit, beispielsweise die Phase-III-Studie CONKO 005, die den Stellenwert von Erlotinib in der adjuvanten Therapie nach R0-Tumorresektion testet. Die französische LAP 07-Studie prüft Erlotinib plus Gemcitabin beim lokal fortgeschrittenen Karzinom.
Die Phase-II-Studie RACHEL unternimmt eine Dosiseskalation von Erlotinib, indem jeder Patient Erlotinib erhält, bis ein Rash auftritt, maximal 250 mg. "Allerdings konnte man beim NSCLC keine Korrelation zwischen Rash-Schweregrad und Dosissteigerung feststellen (2), daher wird dies vermutlich auch beim Pankreaskarzinom nicht der Fall sein, so Prof. Volker Heinemann, München.

Die AIO sieht zur Erstlinientherapie beim metastasierten Pankreaskarzinom eine Rash-Evaluation vor: Good-Risk-Patienten (d.h. unter 75 Jahre, ECOG 0-1, Bilirubin<1,5 Norm, keine KHK) erhalten nach einer Run-In-Phase mit Gemcitabin/Erlotinib bei Vorhandensein des Rash weiterhin Gemcitabin/Erlotinib, bzw. ohne Rash FOLFIRINOX.

Kras-Wildtyp-Patienten leben länger

Die Phase-III-Studie AIO-PK 0104 mit 281 Patienten hat gezeigt, dass Patienten mit Kras-Wildtyp ein deutlich besseres Outcome haben. 30% der Pankreaskarzinome sind vom Kras-Wildtyp, dh 70% sind Kras-mutiert und haben mit 5,7 Monaten (gegenüber 7,9 Monaten bei Kras-Wildtyp-Patienten, p=0,005) kürzere Überlebenszeiten (3).

Der Rash bleibt der stärkste Pradiktor der Überlebenszeit, denn molekularbiologisch konnten bislang keine weiteren Prädiktoren gefunden werden. Eine Forschungsgruppe konnte kürzlich drei Subgruppen (klassisch, quasi-mesenchymal und Exocrine-like) ausmachen (4), die unterschiedlich auf Therapeutika ansprechen, so Heinemann: Der klassische Subtyp hat eine gute Prognose und höhere Effektivität von Erlotinib, der mesenchymale Subtyp eine schlechte Prognose bei höherer Effektivität von Gemcitabin. Dies habe momentan noch keinerlei klinische Bedeutung, aber es zeige den Trend zur weiteren Individualisierung der Krebstherapie, schloss er.
ab

Literaturhinweise:
(1) Aranda E et al. Ann Oncol 2011 epub
(2) Mita AC et al. Br J cancer 2011
(3) Boeck S et al. ASCO 2010: abstract #LBA4011
(4) Collisson EA et al. Nature Medicine 2011

Quelle: Roche-Pressekonferenz, 24.4.2012, München
 
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