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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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23. März 2016

Metastasiertes Melanom: Kombinierte Checkpoint-Blockade effektiver

Für Patienten mit metastasiertem Melanom erweisen sich die Monotherapie mit dem PD 1-Inhibitor Nivolumab und dessen Kombination mit dem CTLA-4-Antikörper Ipilimumab als signifikant wirksamer als die alleinige Gabe von Ipilimumab, wie Experten auf einem Symposium anlässlich des Deutschen Krebskongresses ausführten.

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Mit der Zulassung des CTLA-4-Antikörpers Ipilimumab (Yervoy®) für die Therapie des metastasierten Melanoms konnten in den letzten Jahren bereits deutliche Fortschritte erreicht werden, erklärte Prof. Dirk Schadendorf, Universitätsklinikum Essen. Mit dem PD1-Inhibitor Nivolumab (Opdivo®) stehe ein weiteres Immuntherapeutikum zur Verfügung, das sich sowohl für die Monotherapie in der Erst- und Zweitlinie sowie als Kombinationspartner für Ipilimumab eigne. In der Zulassungsstudie Checkmate-066 (1, 2) war mit Nivolumab im Vergleich zur Chemotherapie mit Dacarbazin nach zwei Jahren das Gesamtüberleben mehr als verdoppelt (OS 57,7% vs. 26,7%), sagte Schadendorf und bezeichnete dies als einen Meilenstein in der Behandlung der Patienten.

Durch die Kombination von Ipilimumab und Nivolumab könnten die Patienten zusätzlich profitieren, denn die beiden Checkpoint-Inhibitoren hätten unterschiedliche Wirkmechanismen und erzielten dadurch additive Effekte, so Schadendorf. Dies belegten Daten der Checkmate-067-Studie (3). In der dreiarmigen placebokontrollierten Phase-III-Studie wurde die Nivolumab- und Ipilimumab-Monotherapie gegen die Kombination beider Substanzen bei 945 nicht vorbehandelten Patienten mit nicht resezierbarem oder metastasiertem Melanom getestet. Behandelt wurde bis zur Progression oder bis zum Abbruch der Therapie aufgrund inakzeptabler Toxizität.

Die Gesamtansprechraten waren sowohl unter der Kombinationstherapie (57,6%) als auch unter der Nivolumab-Monotherapie (43,7%) signifikant besser als unter der Ipilimumab-Monotherapie (19%). Mit der Kombination beider Checkpoint-Inhibitoren überlebten die Patienten progressionsfrei fast ein Jahr (PFS 11,5 Monate), im Nivolumab-Arm 6,9 Monate und unter Ipilimumab-Monotherapie 2,9 Monate. Finale Daten zum Gesamtüberleben lägen noch nicht vor, sagte Schadendorf.

Die bessere Wirksamkeit der Kombinationstherapie ging allerdings mit einer höheren Rate an Nebenwirkungen einher: Unerwünschte Ereignisse vom Schweregrad 3/4 traten bei 55% der Patienten unter Kombinationstherapie, bei 16,3% unter Nivolumab-Monotherapie und bei 27,3% unter Ipilimumab-Monotherapie auf. Sie betrafen vorwiegend die Haut und den Gastrointestinaltrakt. Unter der Kombinationstherapie träten sie meist innerhalb von 10 Wochen auf, könnten heftig ausfallen, hielten aber meist nur kurz an und seien therapierbar, berichtete Dr. Peter Mohr, Elbekliniken Stade/Buxtehude. PD1-Inhibitoren bewertete er als neue Erstlinien-Therapie für BRAF-negative Patienten, wobei nach Therapieversagen auf anti-PD1, Ipilimumab in der Zweitlinie eingesetzt werden könne. Für schlecht zu behandelnde Schleimhautmelanome empfahl er die Kombi-Therapie aus PD1-Inhibitor plus Ipilimumab.

Susanne Pickl
BMS-Symposium „Immunonkologie: Von der Innovation zu einem Standard der Melanomtherapie“ im Rahmen des Deutschen Krebskongresses (DKK) am 25. Februar 2016 in Berlin.
Literatur:

(1) Robert C et al. Nivolumab in previously untreated melanoma without BRAF mutation. The New England Journal of Medicine. 372:320-330.
(2) Atkinson V et al., Poster Präsentatiom beim Society of Melanoma Research Congress (SMR) 2015.
(3) Larkin et al. N Engl J Med 2015; 373:23-34

 
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