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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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05. April 2016

Metastasiertes Mammakarzinom: Doppelplus-Empfehlung für nab-Paclitaxel von AGO erneut bestätigt

In ihrer Anfang März 2016 aktualisierten Leitlinie bestätigte die Kommission Mamma der Arbeitsgemeinschaft für Gynäkologische Onkologie (AGO) erneut ihre Doppelplus-Empfehlung für den Einsatz von nab-Paclitaxel (Abraxane®) als palliative Chemotherapie nach Anthrazyklin-Vorbehandlung des metastasierten HER2-negativen/HR-positiven Mammakarzinoms (1). Die Empfehlung gilt unabhängig davon, ob Anthrazykline in der metastasierten oder adjuvanten Situation gegeben wurden. Eine „einfache Plus-Empfehlung“ gilt nach wie vor für die palliative Chemotherapie Erstlinienbehandlung des HER2-negativen/HR-positiven Mammakarzinoms mit nab-Paclitaxel, wenn eine endokrine Therapie nicht oder nicht mehr in Frage kommt (1). Der wiederholt hohe Empfehlungsgrad von nab-Paclitaxel in den aktuellen AGO-Leitlinien ist ein Ausdruck der guten und schnellen Wirksamkeit der innovativen Substanz bei der Behandlung des metastasierten Mammakarzinoms (2). Patientinnen nach anti-hormoneller Behandlung und/oder mit viszeraler Metastasierung profitieren besonders von einer Therapie mit nab-Paclitaxel (2,3).

nab-Paclitaxel: schneller und effektiver beim metastasierten Brustkrebs

Taxane sind ein wesentlicher Bestandteil der systemischen Therapie des Mammakarzinoms und spielen insbesondere bei HER2-negativen Tumoren eine wichtige Rolle. In der zulassungsrelevanten randomisierten Phase-III-Studie war die Monotherapie mit nab-Paclitaxel dem konventionellen Paclitaxel bei der Behandlung von Patienten mit metastasiertem Mammakarzinom überlegen. So resultierte die Therapie mit dem lösungsmittelfreien nab-Paclitaxel in einem schnelleren und höheren Ansprechen. Im Vergleich zu konventionellem Paclitaxel war die Gesamtansprechrate (ORR) unter nab Paclitaxel mit 33% (vs. 19% unter konv. Paclitaxel) signifikant höher (p=0,001). Dies galt auch für die Subgruppe der Patientinnen mit viszeraler Metastasierung mit einer ORR von 34% vs. 19% (p=0,002). In beiden Studienarmen lag bei über 75% der Patientinnen eine viszerale Erkrankung vor. Neben einer signifikanten Verzögerung der Progression (23 Wochen vs. 16,9 Wochen, Hazard Ratio [HR] 0,75; p=0,006) erreichten 91% der Patientinnen unter nab Paclitaxel bereits in Zyklus 3 das maximale Ansprechen vs. 81% der Patientinnen in der Kontrollgruppe (2).


 

Abb.: Empfehlung der AGO 2016 zum Einsatz von nab-Paclitaxel als palliative Chemotherapie nach Anthrazyklin-Vorbehandlung* des metastasierten HER2-negativen/HR-positiven Mammakarzinoms. (Modifiziert nach 1)

Abb.: Empfehlung der AGO 2016 zum Einsatz von nab-Paclitaxel als palliative Chemotherapie nach Anthrazyklin-Vorbehandlung* des metastasierten HER2-negativen/HR-positiven Mammakarzinoms. (Modifiziert nach 1)


Verträgliche und wirksame Therapieoption nach antihormoneller Behandlung

Die aktuellen Leitlinien der AGO empfehlen beim metastasierten Mammakarzinom eine Mono-Chemotherapie nach Resistenz oder langsamer, nicht lebensbedrohlicher Progression unter einer endokrinen Therapie (1). Bei HR-positiven Patientinnen kann nab-Paclitaxel als Behandlung der Wahl erwogen werden, so die Schlussfolgerung von Palumbo et al. im Rahmen der beim ESMO 2015 vorgestellten Daten zu multizentrischen „real-life“ Erfahrungen mit nab Paclitaxel beim metastasierten Brustkrebs (3). Ist ein Wechsel von einer endokrinen zu einer vermeintlich „aggressiveren“ Chemotherapie erforderlich, spielen Verträglichkeit und gute Lebensqualität eine wichtige Rolle. Auch hier bietet nab-Paclitaxel im Vergleich zu konventionellem Paclitaxel deutliche Vorteile: Denn im Gegensatz zu lösungsmittelbasiertem, konventionellem Paclitaxel kann nab-Paclitaxel ohne übliche Standard-Prämedikation wie Antihistaminika und Dexamethason im Rahmen einer 30-minütigen Infusion verabreicht werden (2, 4). Obwohl in der Zulassungsstudie die verabreichte Dosisintensität im nab-Paclitaxel-Arm um 49% höher als im Arm mit konventionellem Paclitaxel war, wurde die Therapie insgesamt gut vertragen (2). Die in beiden Armen beobachtete Neurotoxizität wies eine unterschiedliche Qualität auf. Sie trat im nab-Paclitaxel-Arm häufiger auf, konnte aber mittels Dosisreduktionen oder Therapieunterbrechungen gut beherrscht werden und bildete sich im Median mit 22 Tagen unter nab-Pacltaxel vs. 79 Tagen unter konventionellem Paclitaxel schneller wieder zurück (2, 5). Grad-4-Neutropenien traten unter dem lösungsmittelfreien nab-Paclitaxel seltener auf als unter konventionellem Paclitaxel (9% vs. 22%; p<0,001). Auch die Lebensqualität, die mit dem Fragebogen EORTC QLQ C-30 erhoben wurde, blieb trotz höherer Dosis unter nab-Paclitaxel erhalten (2).

Celgene
Literatur:

(1) AGO Guidelines Breast Version 2016.1D
(2) Gradishar W et al. J Clin Oncol 2005; 23:7794-7803.
(3) Palumbo R et al. P061 - Abstract 1872; ECC 25-29 September 2015, Wien
(4) Fachinformation Abraxane® Stand Februar 2015
(5) Cortes J et Saura C EJC 2010 Suppl 8; 1:1-10.

 
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