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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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22. Juni 2017 Seite 1/2

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

Erster Erfolg bei resistentem Prostatakrebs: Die „CeMM Library of Unique Drugs“ (CLOUD) ist mit nur 308 Substanzen die weltweit kleinste Wirkstoffsammlung, die das komplette Wirkungsspektrum aller zugelassenen klinischen Substanzen repräsentiert. Ihr Potential für die Entdeckung neuer Wirkstoffkombinationen zeigte sich in einer neuen Studie: Mit Hilfe einer hochautomatisierten chemischen Screeningplattform wurden zwei Medikamente identifiziert, die gemeinsam therapieresistente Prostatakrebszellen effektiv bekämpfen.
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Zwei verschiedene Medikamente, gemeinsam eingenommen, wirken oft gänzlich anders als die einzelnen Substanzen – eine Tatsache, die auf Beipackzetteln häufig zu einer langen Liste von Warnhinweisen führt. Die Wechselwirkung der Wirkstoffe kann jedoch auch gezielt für neue Therapien genutzt werden, dabei lassen sich extrem zeitaufwendige und kostenintensive Zulassungsverfahren für neue Substanzen umgehen. Die richtige Kombination der über 30.000 zugelassenen pharmazeutischen Produkte für eine bestimmte Krankheit zu finden, war bisher jedoch eine enorme Herausforderung für die medizinische Forschung.

Hier gelang dem Team von Stefan Kubicek, Forschungsgruppenleiter am CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, mit der Entwicklung der CLOUD-Wirkstoffsammlung ein entscheidender Durchbruch: Die nur 308 Substanzen der CLOUD repräsentieren das komplette Wirkungsspektrum und die strukturelle Bandbreite aller zugelassenen Medikamente. Deren Potential hat sich bereits in einer ersten Studie bestätigt: In der hochmodernen, vollautomatisierten chemischen Screeningplattform des CeMM gelang es, mit der CLOUD einen Synergieeffekt der zwei Wirkstoffe Flutamid und Phenprocoumon gegen Prostatakrebs nachzuweisen.

Für die Auswahl der Substanzen der CLOUD erarbeiteten die Wissenschaftler um Stefan Kubicek einen ausgeklügelten Selektionsprozess. Zunächst bestimmten und extrahierten sie 2.171 einzigartige, pharmazeutisch aktive Substanzen, und verwarfen alle Produkte mit identischen Inhaltsstoffen. Daraufhin entfernten sie große Biomoleküle wie z.B. Antikörper und Moleküle, die ihre biologischen Effekte nicht über Proteinbindung erzielen, nicht zur Krankheitsbehandlung oder nur äußerlich eingesetzt werden.
 
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