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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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12. Oktober 2016

Höhere Mammakarzinom-spezifische Mortalität bei älteren Patientinnen

Bei Patientinnen ab 70 Jahren ist die Brustkrebs-spezifische Mortalität höher als bei Patientinnen unter 70 Jahren. Insgesamt schlagen die jeweils gewählten Therapien bei den jüngeren Brustkrebspatientinnen deutlich besser an als bei den älteren. Dieses Ergebnis erbrachte eine großangelegte Beobachtungsstudie (1), die während des jährlichen Treffens der European Society for Medical Oncology (ESMO) vom 7.-11. Oktober in Kopenhagen präsentiert wurde.
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Die Studienergebnisse bestätigen damit die Ergebnisse der multinationalen Studie TEAM (2). Auch in der TEAM-Studie wurden schlechtere Behandlungsergebnisse bei älteren Patientinnen mit hormonrezeptorpositivem (HR+) Brustkrebs festgestellt. Die während des Treffens der ESMO vorgestellte Studie verglich die Werte des Oncotype DX® Breast Recurrence Score® bei Patientinnen ab 70 Jahren mit denen der Patientinnen unter 70 Jahren. Im Anschluss stellte sie die Brustkrebs-spezifische Mortalität in den beiden Gruppen fest.

In der Studie wurden die Recurrence-Score-Werte, die dem Register des National Cancer Institute gemeldet wurden, mit den jeweiligen Fällen von Brustkrebs verknüpft. Das sogenannte SEER-Register ist die bedeutendste Quelle für Krebsstatistiken in den USA. Mehr als 207.320 der darin registrierten Patientinnen erfüllten die Studienvoraussetzungen. Bei ihnen wurde zwischen 2004 und 2011 nodal-negativer, Hormonrezeptor-positiver (HR+) Brustkrebs diagnostiziert. Ein zentrales Ergebnis der Studie: Bei den Patientinnen über 70, die entweder gar nicht mit dem Oncotype DX oder mit einem Recurrence-Score-Wert über 18 getestet wurden, war die Mortalität höher. Die Patientinnen über 70 Jahre bekamen zudem deutlich seltener eine Chemotherapie. Ein Ergebnis, das nahe legt, das Thema Untertherapie älterer Menschen weiter zu untersuchen. Über das Problem der Untertherapie von Älteren ist auch in der Vergangenheit bereits wiederholt berichtet worden.

Im vergangenen Jahr zeigte die großangelegte Studie der European Registration of Cancer Care (EURECCA) (3), dass sich europäische Länder substantiell darin unterscheiden, wann bzw. wie sie Operationen, Antihormontherapien und Chemotherapien einsetzen. In der Studie wurde die Behandlung älterer Patientinnen verglichen, die an nicht-metastasierendem Brustkrebs erkrankt waren. Die Autoren der Studie sehen den Grund für die großen Unterschiede darin, dass zu wenig Daten für die Behandlung älterer Brustkrebspatientinnen zur Verfügung stehen.

"Heute arbeiten Forscher kontinuierlich daran, die Behandlung von Brustkrebs zu verbessern und sie so effektiv wie möglich zu machen. Unter anderem kann dies durch den Einsatz von Instrumenten gelingen, die helfen, Prognose und Prädiktion des Behandlungserfolgs zu präzisieren. Solche Instrumente sind z.B. genomische Tests. Bei älteren Patienten gibt es einen Anstieg von Krebsfällen, da die Menschen im Durchschnitt ein längeres Leben erwarten dürfen und die Bevölkerung insgesamt altert. Es ist besorgniserregend, dass die Therapien dieser Patienten nicht genauso erfolgreich sind wie die bei jüngeren Patienten", sagte Prof. Etienne Brain, Präsident der Internationalen Gesellschaft für Geriatrische Onkologie (SIOG). "Die Daten dieser wegweisenden Studie sind äußerst aufschlussreich. Sie verdeutlichen, wie wichtig es ist, sich mit der Behandlung älterer Patienten zu befassen und die Wirksamkeit ihrer Therapien zu erhöhen. Dazu gehört auch der Einsatz von Instrumenten, die dazu führen, Behandlungen dieser besonders gefährdeten Gruppe von Patienten zu personalisieren."

Weitere Daten unterstreichen: Oncotype DX auch für nodalpositive Brustkrebs-Patientinnen geeignet

Beim ESMO wurden zudem zwei Poster präsentiert, denen Studiendaten von 7.300 Patientinnen zugrunde lagen. Die Daten bestätigen: Der Oncotype DX kann das Ergebnis einer Therapie genau vorhersagen und sein Einsatz in der klinischen Praxis ist auch bei nodal-positiven Patientinnen wichtig.

In der Studie (4) der Clalit Health Services (Israel), auf der das erste Poster basierte, wurden die medizinischen Aufzeichnungen von mehr als 700 Patientinnen mit Mikrometastasen und nodal-positiver Erkrankung untersucht. Die Patientinnen waren zwischen Januar 2008 und Dezember 2011 getestet worden. Ziel war es, festzustellen, ob sie die richtige Therapie erhalten hatten, und den späteren Behandlungserfolg zu prüfen. Die Ergebnisse zeigen, dass der Einsatz von Chemotherapien den Empfehlungen durch die Recurrence-Score-Werte der Patientinnen entsprach. Die Patientinnen mit Recurrence-Score-Werten unter 18, von denen die große Mehrheit (92,9%) einzig mit einer Antihormontherapie behandelt wurde, hatten sehr gute Behandlungsergebnisse mit einem geringen Auftreten von Fernmetastasen nach einem medianen Follow-up von 5,9 Jahren.

Das zweite Poster stellte eine weiteren Analyse des SEER-Registers (5) vor. Die Autoren befassten sich mit dem brustkrebsspezifischen Überleben von mehr als 6.700 Patientinnen mit nodal-positiver Erkrankung. Die Ergebnisse zeigten ein exzellentes brustkrebsspezifisches 5-Jahres-Überleben bei Patientinnen mit Recurrence Score Werten unter 18, Mikrometastasen und ein oder zwei befallenen Lymphknoten. Die Überlebensrate verschlechterte sich mit einer steigenden Anzahl an befallenen Lymphknoten und höheren Recurrence-Score-Werten.
Genomic Health
Literatur:
(1) Shak S. et al., abstract #146 O, presented at ESMO 2016
(2) Van de Water W. et al., JAMA 2012
(3) Derks M. et al., abstract #1808 presented at ECC 2015
(4) Stemmer S. et al., abstract #147 PD, presented at ESMO 2016
(5) Miller D.P. et al., abstract #150 PD, presented at ESMO 2016
 
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