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JOURNAL ONKOLOGIE – NEWS
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11. Oktober 2012

Mammakarzinom: Therapieoptimierung mit genomischen Markern

Der Oncotype-DX®-Brustkrebstest hat sich als Entscheidungshilfe bei invasivem Brustkrebs (ER+/Her2neu-negativ) im Frühstadium bewährt. Mithilfe des ermittelten Recurrence-Score®-Werts lassen sich diejenigen Patientinnen identifizieren, für die eine adjuvante Hormontherapie ausreicht bzw. diejenigen, die unbedingt eine zusätzliche Chemotherapie benötigen. Decision-Impact-Studien in mehreren Ländern, u.a. Deutschland, haben gezeigt, dass die Ergebnisse des Oncotype-DX-Brustkrebstests die ursprünglichen Behandlungsempfehlungen konsistent in etwa 30% der Fälle verändern und so einen wichtigen Beitrag gegen Über- oder Untertherapie und damit für das moderne Konzept einer personalisierten Medizin liefern, so ein Fazit von Experten anlässlich des 3. Symposiums zum Oncotype-DX-Test in Berlin.

„Wichtige Kriterien zur Einschätzung des Rückfallrisikos sind Tumorgröße und Gefäßinvasion, proliferative Aktivität, Her2- und Hormonrezeptor-Status, Alter, Grading, uPA/PAI-1-Test sowie Lymphknotenbefall“, erklärte Prof. Dr. Kurt Possinger, Berlin. Doch reichen diese Prognosefaktoren aus, um die Frage nach dem tatsächlichen Nutzen einer adjuvanten Therapie zu beantworten? Die zusätzliche Toxizität und das Risiko auftretender Spätfolgen einer systemischen Therapie sollten und könnten vielen Patientinnen erspart werden. Dies mache eine Genprofilierung so wichtig, in der Gene untersucht werden, die mit Proliferation (Ki-67, STK15, Survivin, Cyclin B1, MYBL2), Invasivität und Metastasierung (Cathepsin L2, Stromelysin 3) sowie Her2 (GRB7, Her2) und Östrogen (ER, PR, Bcl2, SCUBE2) assoziiert sind sowie weitere Gene (CD68, GSTM1, BAG1). Wegweisende molekularbiologische Studien haben inzwischen zu einer Betrachtung von Brustkrebs als Sammelbegriff für distinkte molekulare Subtypen geführt (1). Ein Luminal-A-Karzinom ohne Lymphknotenbefall habe beispielsweise eine gute Prognose, sodass eher keine Chemotherapie notwendig sei, während ein Karzinom vom Luminal-B-Typ bei einer hohen proliferativen Aktivität auf jeden Fall einer Chemotherapie bedürfe, erläuterte Possinger.

Reproduzierbare Ergebnisse und valide Daten

Prof. Dr. Ulrike Nitz, Mönchengladbach, präsentierte das Design der neuen großen multizentrischen Studie der Westdeutschen Studiengruppe: ADAPT ist weltweit die erste Studie, die neben einer modernen Prognoseeinschätzung auch die individuell am Tumor überprüfte Wirksamkeit der Behandlung mit in die Entscheidungsfindung für die weitere Behandlung einbezieht, und zwar für alle Patientinnen mit frühem invasiven Brustkrebs. Zunächst erfolgt eine Prognoseabschätzung anhand der klassischen, durch die Leitlinien definierten Faktoren. Zusätzlich werden noch mehrere molekulare Faktoren, und bei hormonsensiblem Brustkrebs der Oncotype-DX-Brustkrebstest am Gewebe der zur Diagnose führenden Tumorprobe bestimmt. Die Zusammenarbeit von WSG, AOK Rheinland/Hamburg und Genomic Health im Rahmen der Pilotphase stellt ein bisher in Deutschland einmaliges Kooperationsprojekt dar.

Oncotype-DX-Test beeinflusst Therapieentscheidung

Die abschließenden Ergebnisse der prospektiven Deutschen Decision-Impact-Studie, an der insgesamt 379 Patientinnen aus 15 Zentren teilgenommen haben, konnten zeigen, dass sich bei 33% aller auswertbaren, bei 30% der nodal-negativen und bei 39% der nodal-positiven Patientinnen die Therapieempfehlungen nach dem Oncotype-DX-Brustkrebstest änderten, so Prof. Dr. Jens Blohmer, Berlin. Dabei führte ein niedriger Recurrence-Score-Wert zu einem Wechsel zu alleiniger Anti-Hormontherapie, ein hoher Wert zu kombinierter chemoendokriner Therapie.

PD Dr. Kay Friedrichs, Hamburg, erläuterte, inwiefern auch ein in etwa einem Drittel der Fälle vorliegender intermediärer Recurrence-Score-Wert zur Entscheidungsfindung bezüglich der adäquaten individuellen adjuvanten Therapie beitragen kann. Er betonte, dass die biologischen Parameter des Tumors, also molekularer Subtyp, Proliferationsgrad etc. immer berücksichtigt werden müssten. „Außerhalb von Studien haben wir in unserer Klinik 100 Patientinnen getestet. 33% konnten wir danach eindeutig zur Chemotherapie raten, 33% Low-Risk-Patientinnen konnten wir - unabhängig vom Nodal-Status - sagen, dass sie sich etwas zurücklehnen können. Mit dem restlichen Drittel, der Intermediär-Risiko-Gruppe, lässt sich mit dem Testergebnis aufgrund der genetischen Zusatzinformationen in jedem Fall besser weiterarbeiten.“

ab

Mit freundlicher Unterstützung von Genomic Health

 Literaturhinweis:

(1) Perou CM et al., Nature 2000; 406:747

 
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