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21. Februar 2017

Magenkarzinom, AEG und mCRC: Zweitlinientherapie mit Ramucirumab bewährt sich

Mit CYRAMZA® (Ramucirumab) steht sowohl für Patienten mit fortgeschrittenem Adenokarzinom des Magens und des gastroösophagealen Übergangs als auch für Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom (mCRC) eine wichtige Behandlungsoption für die palliative Zweitlinientherapie zur Verfügung (1). Wie PD Dr. Sebastian Stintzing, München, im Rahmen des Gastrointestinal Cancers Symposium 2017 der American Society of Clinical Oncology (ASCO-GI) in San Francisco (CA) / USA betonte, ist die Behandlung mit dem VEGF-Rezeptor-2-Antikörper bei Magenkarzinom-Patienten inzwischen fest als ein Therapiestandard im Praxisalltag etabliert. Vorbehandelten Patienten* mit mCRC bietet Ramucirumab in der Zweitlinientherapie eine weitere wirksame Behandlungsoption.
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Magen- und Kolorektalkarzinome zusammengenommen haben in Deutschland einen Anteil von etwa 25% an allen Krebsneuerkrankungen (2): „Dementsprechend werden Onkologen in der täglichen Praxis häufig mit einer dieser beiden Tumorentitäten konfrontiert“, so Stintzing. Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium ist das Ziel der Behandlung bei beiden Krebsarten hauptsächlich palliativ: Erreicht werden sollen eine Verlängerung der Überlebenszeit bei guter Lebensqualität.

Herausforderungen bei vorbehandelten Patienten

Am Beispiel eines 78-jährigen Patienten erläuterte Stintzing die bestehenden Herausforderungen für eine Zweitlinientherapie beim fortgeschrittenen Magenkarzinom: „Vorbehandelte Patienten sind inzwischen zumeist sehr krank und körperlich angegriffen, unter Chemotherapie allein werden häufig keine hohen Ansprechraten erreicht, und die therapeutischen Möglichkeiten sind insgesamt limitiert“. Mit Ramucirumab stehe deshalb eine wichtige, in Phase-III-Studien geprüfte, effektive Behandlungsoption zur Verfügung, mit der ein signifikanter Überlebensvorteil bei möglichst weitestgehend erhaltener Lebensqualität erzielt werden könne, so der Onkologe.

In der Phase-III-Studie RAINBOW wurde bei Patienten, deren Adenokarzinom des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs nach einer Platin- oder Fluoropyrimidinhaltigen Erstlinientherapie fortgeschritten oder refraktär war, unter Ramucirumab plus Paclitaxel im Vergleich zu Placebo plus Paclitaxel eine signifikante Verlängerung des Gesamtüberlebens (OS; 9,6 versus 7,4 Monate; Hazard Ratio (HR) 0,81; 95%-Konfidenzintervall (KI) 0,68-0,96; p=0,017) und des progressionsfreien Überlebens (PFS; 4,4 versus 2,9 Monate; HR 0,64; 95%-KI 0,54-0,75; p<0,0001) erreicht (3). Auch konnte unter Ramucirumab/Paclitaxel bei signifikant mehr Patienten ein objektives Therapieansprechen beobachtet werden als bei Patienten des Placebo/Paclitaxel-Arms (28% versus 16%; p=0,0001) (3).

Das Verträglichkeitsprofil von Ramucirumab war vergleichsweise gut (3). Dass die gute Verträglichkeit ein wesentlicher Faktor für die Lebensqualität der Magenkarzinompatienten ist, belegen Stintzing zufolge Daten einer entsprechenden Analyse der Studiendaten (4). So konnte im Verlauf der Therapie in 14 der 15 Skalen des EORTC QLQ-C30 (European Organisation for Research and Treatment of Cancer Quality-of-Life Questionnaire)-Fragebogens für den Ramucirumab/Paclitaxel-Arm eine längere oder zumindest vergleichbar lange Zeit bis zur Verschlechterung der einzelnen Domänen der Lebensqualität im Vergleich zum Placebo/Paclitaxel-Arm nachgewiesen werden (4). Auch in dem genannten Patientenfall sei eine Therapie mit Ramucirumab plus dosisreduziertem Paclitaxel gut möglich und erfolgreich gewesen: „Der Tumor konnte mit der Kombinationstherapie deutlich zurückgedrängt und der Zustand des Patienten stabilisiert werden“, so Stintzing.

Ein neuer Standard in der Zweitlinie

Ramucirumab kann bei vorbehandelten Patienten mit fortgeschrittenem Adenokarzinom des Magens und des gastroösophagealen Übergangs auch in Monotherapie eingesetzt werden, wenn die Betroffenen für eine Kombinationstherapie mit Paclitaxel nicht geeignet sind (1, 5). Die Rationale für diese Anwendung lieferten die Ergebnisse der Phase-III-Studie REGARD (5).

Unter der Behandlung mit Ramucirumab plus bestmöglicher supportiver Therapie (BSC) verlängerte sich die Dauer des OS im Vergleich zu BSC allein signifikant (5,2 versus 3,8 Monate; Hazard Ratio (HR) 0,776; 95%-Konfidenzintervall 0,603–0,998; p=0,0473). Auch das PFS war im Ramucirumab-Arm im Vergleich zu Placebo signifikant länger bzw. das Risiko für eine Krankheitsprogression oder den Tod um mehr als die Hälfte niedriger (2,1 versus 1,3 Monate; HR 0,483; 95%-Konfidenzintervall 0,376-0,620; p<0,0001). „Dank der auf Basis dieser Ergebnisse erfolgten Zulassung können auch deutlich kränkere Patienten von den Vorteilen der Palliativtherapie mit Ramucirumab profitieren“, betonte Stintzing.

Eine explorative Subgruppenanalyse der beiden Zulassungsstudien RAINBOW und REGARD hat ergänzend gezeigt, dass der Angiogenesehemmer unabhängig vom Lebensalter der Patienten wirksam ist: „Die durch die Gabe von Ramucirumab erreichten Vorteile im PFS und OS waren in beiden Studien und in sämtlichen Alterssubgruppen vergleichbar (6). Diese Daten unterstützen damit den Einsatz des Angiogenesehemmers bei Magenkarzinom-Patienten unabhängig vom Lebensalter“, sagte Stintzing.

Ramucirumab werde in den aktuellen Leitlinien des National Comprehensive Cancer Network (NCCN) und der European Society for Medical Oncology (ESMO) auf Basis der Studiendaten als Therapieoption der ersten Wahl für die palliative Zweitlinie genannt und ist damit ein Therapiestandard, hob der Onkologe hervor (7, 8).

Überlebensvorteil bei vorbehandelten mCRC-Patienten

Vorteile von einer Therapie mit Ramucirumab erfahren auch Patienten mit mCRC, bei denen eine Erstlinientherapie mit Bevacizumab, Oxaliplatin und einem Fluoropyrimidin versagt hat. In der für diese Indikation zulassungsrelevanten Phase-III-Studie RAISE erreichten die Patienten unter Ramucirumab plus FOLFIRI (5-Fluorouracil, Folinsäure, Irinotecan) ein signifikant längeres medianes OS im Vergleich zu Placebo plus FOLFIRI (13,3 versus 11,7 Monate) (9). Dies entsprach einer Risikoreduktion um 16% zugunsten des Ramucirumab-Arms (HR 0,84; 95%-KI 0,73-0,98; p=0,0219). Auch für das PFS konnte eine signifikante Verlängerung nachgewiesen werden: Im Ramucirumab-Arm überlebten die Patienten im Median 5,7 Monate, im Placebo-Arm 4,5 Monate (HR 0,79; 95%-KI 0,70-0,90; p<0,0005). „Damit steht im Praxisalltag für Patienten mit mCRC in einer schwierigen Behandlungssituation eine weitere effektive Therapieoption zur Verfügung“, schloss Stintzing. Die Bedeutung dieser neuen Behandlungsoption für mCRC-Patienten spiegelt sich in der Empfehlung der ESMO Consensus Guideline mit dem höchsten Empfehlungsgrad I, A wider.

* CYRAMZA® ist in Kombination mit FOLFIRI indiziert zur Behandlung von Patienten mit mCRC nach vorausgegangener Therapie mit Bevacizumab, Oxaliplatin und einem Fluoropyrimidin.
Lilly
Literatur:
(1) Fachinformation CYRAMZA®. Stand: Januar 2016
(2) http://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/kid_2015/krebs_in_deutschland_2015.pdf;jsessionid=
993BB09CEB7B915CC05CC212339EBBDA.2_cid372?__blob=publicationFile. Letzter Zugriff: 6. Februar 2017
(3) Wilke H et al. Lancet Oncol 2014; 15: 1224-1235
(4) Al-Batran SE et al. Ann Oncol 2016; 27: 673-679
(5) Fuchs CS et al. Lancet 2014; 383: 31-39
(6) Muro K et al. J Clin Oncol 35 (Suppl 4S): Abstract 3
(7) Ajani JA et al. J Natl Compr Canc Netw 2016; 14: 1286-1312
(8) Smyth EC et al. Ann Oncol 2016; 27 (Suppl 5): v38-v49
(9) Tabernero J et al. Lancet Oncol 2015; 16: 499-508
 
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